Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Mobilität
 

Lückenschluss U4

1

Braucht die Uni eine U-Bahn?

Foto: leg
Foto: leg
In einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) haben die Naturfreunde Deutschlands Bedenken hinsichtlich des Lückenschlusses der U-Bahn-Linie 4 geäußert. Sie empfehlen eine Strecke ohne direkten Anschluss an den Campus Westend.
Zu dem geplanten Lückenschluss der U-Bahn-Linie 4 zwischen Ginnheim und Bockenheimer Warte hat sich die Frankfurter Ortsgruppe der Naturfreunde Deutschlands in einem Offenen Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) gewendet. Der Verband befürchtet, dass die von Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) bevorzugte Streckenvariante mit einer Erschließung des Campus Westend immense Schäden für die Grünflächen oberhalb des geplanten Tunnels verursachen könnte.

Anfang Februar hatte der Verkehrsdezernent eine Nutzen-Kosten-Untersuchung zum Lückenschluss der U4 vorgestellt, im Rahmen derer verschiedene Streckenführungen untersucht wurden. Daraufhin hatte sich Oesterling für eine Streckenvariante ausgesprochen, die von Ginnheim über den Europaturm und eine neue Haltestelle am Campus Westend (Adornoplatz) zur Bockenheimer Warte führen soll. Dabei müsste ein etwa 2,5 Kilometer langer Tunnel gebohrt werden.

Weil der in sieben bis 17 Meter Tiefe vorgesehene Tunnel in die Grundwasserströme von IG-Farben-Park, Grüneburgpark und Palmengarten gebaut werden würde, könnte es unter anderem im Landschaftsschutzgebiet Grüneburgpark dauerhaft zu immensen Schäden kommen, so die Naturfreunde. „Dem Palmengarten droht nach 150 Jahren ein radikaler Grundwasserentzug durch eine Tunnel-Barriere riesigen Ausmaßes. Die vor kurzem sanierten Gebäude werden durch Grundwasser-Absenkungen Risse bekommen“, teilt der Umweltverband mit. Sie empfehlen daher eine andere Streckenvariante, die bei der Nutzen-Kosten-Untersuchung ebenfalls berücksichtigt und für förderwürdig erachtet wurde. Die Strecke würde von Ginnheim über den Europaturm und den Botanischen Garten zur Bockenheimer Warte führen und lediglich einen Tunnel von 925 Metern Länge benötigen, der nicht unter den entsprechenden Grünflächen verlaufen würde.

Auch bei der Vorstellung der verschiedenen Streckenvarianten Anfang Februar war bereits zur Sprache gekommen, dass eine mögliche Grundwasserabsenkung negative Folgen für die Grünflächen sowie die Häuser oberhalb des Tunnels haben könnte. Der Verkehrsdezernent geht allerdings auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon aus, dass es zu einer Grundwasserabsenkung beim Tunnelbau kommen werde. Durch die vorgesehene Grabungstechnik mit einem Schildvortrieb würde sichergestellt, dass kein Wasser in den Tunnel eindringen könne und das Grundwasser sich nicht absenke, sagte Oesterling gegenüber dem JOURNAL FRANKFURT. Aufgrund der Nähe zu Palmengarten und Botanischem Garten würde man zudem bei der bevorzugten Variante der Naturfreunde auf dieselbe Art vorgehen müssen, um eine Absenkung des Grundwasserspiegels zu vermeiden, so der Verkehrsdezernent.

Mit dem Lückenschluss der U4 möchte das Dezernat künftig vor allem auch den Uni-Campus Westend zentral erschließen. Wie die Nutzen-Kosten-Untersuchung ergab, sei eine solche Erschließung „höchst sinnvoll“. Die Naturfreunde hingegen sind der Meinung, der Campus sei mit acht Bus- und U-Bahn-Linien schon seit Jahren gut angeschlossen und fordern eine Tram-Erschließung des Campus über den Reuterweg . Klaus Oesterling hält das jedoch für keine Alternative, da mit der Tram zwar die aktuellen Fahrgastzahlen der Busse verdoppelt werden könnten, eine zentrale Erschließung über die U-Bahn aber voraussichtlich über 17 000 zusätzliche Fahrgäste pro Tag und damit deutlich mehr als die Tram-Erschließung bringen könne. „Eine Uni“, so Oesterling, „sollte über eine Schnellbahn, also eine U- oder S-Bahn, angeschlossen sein.“
 
24. Februar 2021, 10.38 Uhr
Laura Oehl
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Ralph Lange am 24.2.2021, 14:51 Uhr:
Der Palmengarten ist unabhängig vom Grundwasser. Nach dem Krieg ist die Wasserversogung des Palmengartens komplett umgestellt worden. Die Bäume im Grüneburgpark werden durch die geplante U-Bahn nicht gefährdet. Das wird auch nochmal durch ein aufwändiges Gutachten untersucht werden, welches über 2 Jahre den Wurzelverlauf beobachten wird. Paris, New York, Moskau, London - es gibt weltweit viele prächtige und uralte Parks mit U-Bahn-Anschluss. Die Kritik ist also völlig unbegründet. Der Campus Westend braucht einen direkten Anschluss zur U-Bahn. Das ist verkehrs- und umweltbedingt notwendig.
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Mobilität
 
 
In der kommenden Woche müssen Fahrgäste der Straßenbahnlinien 12, 15, 19 und 21 mit Einschränkungen rechnen. Wegen Bauarbeiten zwischen Stresemannalle und Triftstraße werden die Linien unterbrochen oder umgeleitet. Die Linien 15 und 19 fahren gar nicht. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: Adobe Stock/Sanga
 
 
Pilotprojekt in Niederrad
0
Falschparker im Gleisbett vermeiden
Um Störungen und Verspätungen im Schienenverkehr zu vermeiden, wollen VGF und Mainova in einem Pilotprojekt das sogenannte Falschparkersystem in Niederrad testen. Dabei sollen Autofahrer:innen mithilfe von Sensoren auf ihre Parksituation aufmerksam gemacht werden. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Symbolbild © Adobe Stock/bilanol
 
 
Juniors Bike Abo
0
Das mitwachsende Fahrrad
Juniors Bike Abo soll Kindern zu passenden Fahrrädern verhelfen. Das Konzept: Statt ein Fahrrad zu kaufen, können Eltern über einen festen monatlichen Betrag eines mieten. Mit 15 Jahren ist der Kopf hinter der Marke fast selbst noch ein Kind. – Weiterlesen >>
Text: Theo Blumen / Foto: Junios Bike Abo
 
 
 
Radfahren in Frankfurt & Rhein-Main
0
Neuer Fahrrad-Guide für Frankfurt
Pünktlich zum Start der diesjährigen Radsaison erscheint am heutigen Donnerstag das neue Heft RADFAHREN IN FRANKFURT & RHEIN-MAIN. Insgesamt 60 Touren für Ausflüge in Frankfurt und den umliegenden Regionen werden darin vorgestellt. – Weiterlesen >>
Text: srs / Foto: red
 
 
Im Fahrradklima-Test des ADFC schafft es Frankfurt erstmals auf den dritten Rang. Vor allem bei der Kontrolle von Falschparker:innen habe die Stadt sich verbessert. Insgesamt ist das Ergebnis des Tests laut ADFC deutschlandweit aber noch immer unbefriedigend. – Weiterlesen >>
Text: loe / Foto: Dirk Ostermeier
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  52