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Von Orden und Ritterschlägen
 

Von Orden und Ritterschlägen

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Schäfer-Gümbel wird von Lisbet II Windsor geadelt

Zum ersten Mal hat ihre Majestät Lisbet II Windsor Hoflieferanten, aber auch Personen des öffentlichen Lebens, mit Ritterwürden geehrt. Der hessische SPD-Chef Thorsten Schäfer-Gümbel darf sich in Frankfurt nun Sir nennen.
Der Festsaal des Frankfurter Historischen Museums war am Sonntagmittag gut gefüllt, auf der Bühne stand der goldene Thron bereit und auch die königlichen Insignien - Zepter, Reichsapfel und Krone - zogen die Blicke des Publikums in den Bann, bis die Hauptperson untermalt von der CD-Aufnahme von "Land of Hope and Glory" (Pomp and Circumstance) den Saal betrat. Mit glitzernder Strasskrone auf dem weißgelockten Haupt und einer roten Schärpe über der weißen funkelnden Robe schritt ihre Majestät Lisbet II Windsor, alias Travestiekünstler Bäppi, die Publikumsreihen ab, um dann anmutig den Thron zu besteigen.

In einer Ansprache wendete sich das selbsternannte Frankfurter Oberhaupt babbelnd an die Untertanen. Nach all der Zeit als Kanzlerin sei es nun Zeit für Höheres. Die Rolle des Blaublutes entstamme der Führung, die Bäppi durch die Glam!-Ausstellung mit Besuchern der Schirn gemacht habe. Verkleidet als hessischenglisch brabbelnde Queen sei so die neue Rolle entstanden. Man entstamme ja ohnehin einem weitverzweigten Zweig. "Einer von den Windsors muss wohl mal was mit einer Rödelheimerin gehabt haben...." Als eher weitläufig Verwandte(r) der Queen will Bäppi künftig zwei Mal im Jahr feierlich Menschen ehren, in deren Läden und Lokalen er sich wohlfühlt, Personen auszeichnen, die ihm oder auch anderen gute Dienste erwiesen haben und Auszeichnungen an solche ausgeben, die bereit sind, eine Spende für den Förderverein des kleinen Volkstheaters im Nordend zu entrichten, wovon ein Teil einem guten Zweck zu Gute kommen soll, über den Oberbürgermeister Peter Feldmann befinden darf. Zur ersten Verleihung des Order of the Frankfurt Empire jedoch wurden nur Personen ausgezeichnet, die auch ohne Spenden als würdig angesehen wurden.

Wer künftig zum Friseur Uschi oder zum Gewürzhaus Schnorr oder auch Zur schönen Müllerin geht, sollte sich nicht über ein neues Schild am Eingang wundern. Dieses wurde am Sonntag an die Hoflieferanten vergeben, ebenso wie eine Urkunde. 18 Frankfurter Institutionen - von der Kochschule Mirko Reeh bis zur Parfümerie Kobberger - dürfen sich künftig mit dem Titel schmücken.

Unterbrochen von Klavierstücken von Schumann und Bach arbeitete sich Bäppi, der zuvor als Kanzlerin Angie acht Jahre lang mit nur einem Hosenanzug auskam und nun als Majestät einen irren Klamotten- und Schmuckfundus sein eigen nennt, sich zum Höhepunkt des Nachmittags vor. Weggefährten wie der Gewandmeister Vladimir Vlahovic oder Fotograf Sven Klügl wurden ebenso zum Member of Frankfurt Empire ernannt wie der Saxofonist und Chef der Genussakademie Bastian Fiebig und die enorm engagierte Pressesprecherin der Aidshilfe Frankfurt, Stephanie Horn. Neun Frankfurtern hängte ihre Majestät Lisbet den Orden am roten Bande um den Hals und überreichte die entsprechenden Urkunden. Der Orden sieht übrigens aus wie das Wappen der Majestät: innen stehen die Initialen, umrankt von einer Fleischwurst nebst Krone und Bembel.

Anschließend griff die Majestät zum Schwert und schlug jeweils die vor ihr auf einem Versacekissen Knienden, Peter Ruhr und Johanna Höhl, zu Sir und Dame. Dabei tippte die Klinge zunächst auf die Schulter, dann auf den Kopf und dann wieder auf die Schulter. "Ich hoffe, dass ich mit dem Schwert niemanden verletze", sagte denn auch Lisbet bei der immer wieder zu Gelächter führenden Zeremonie. Während Sir Peter und Dame Johanna nun Commander of the Frankfurt Empire sind, durften sich der Präsident des Großen Rats, Rainer Kreutz, sowie der musikalische Leiter des Theatrallalla-Palastorchesters, Gabriel Groh, ebenso wie der "MIW - Ministerpräsident im Wartestand", Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD), über das Grand Cross freuen. Auch der SPD-Politiker ging vor der Majestät auf die Knie. Anschließend gab Sir Thorsten jedoch bekannt, er sei kulturell irritiert. Wohl schon allein, weil sein politischer Hintergrund nicht zwingend mit der Monarchie vereinbar sei. Aber so eine Ehre widerfährt einem nunmal nicht alle Tage. Am ersten Sonntag im Mai soll eine zweite Veranstaltung mit Ordensverleihung stattfinden, dann auch für zahlende Würdenträger.

Im Theatrallalla wird Lisbet künftig bei "Pomp und andere Umstände" immer zwei Talkgäste an jedem zweiten Sonntag im Monat zur Audienz laden. Das kann wieder heiter werden....
 
3. November 2013, 19.05 Uhr
Nicole Brevoord
 
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Fotogalerie: Von Orden und Ritterschlägen Lisbet II Windsor adelte Thorsten Schäfer-Gümbel
 

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