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Hirschhausen, Schroeder und Ebert
 

Hirschhausen, Schroeder und Ebert

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Drei Komiker entern das Lesezelt

Auf dem Messegelände wird nicht nur gelesen, sondern auch gelacht. So etwa beim Humorgipfel im Lesezelt, bei dem sich Eckart von Hirschhausen, Vince Ebert und Florian Schroeder ein Wortgefecht lieferten.
Es ist ein ganz eigenes Genre, zu denen die drei Komiker gehören. Ihrem Humor merkt man an, dass sie ganz spezielle Themenfelder bearbeiten. So analysiert der in Frankfurt geborene und in Berlin lebende Arzt Eckart von Hirschhausen den Menschen in seiner ganzen Vielfalt und vor allem den Unterschied zwischen Mann und Frau – eine schier unerschöpfliche Fundgrube für Gags. Auch der in Frankfurt lebende Vince Ebert, der Physiker, weiß seinen wissenschaftlichen Hintergrund humorig in sein Bühnenprogramm einzuflechten und wer wie Florian Schroeder Germanistik und Psychologie studiert hat, dem sind weder menschliche Abgründe fremd, noch fehlen ihm die Worte, um Glück und Elend der Gesellschaft voller Spitzen zu beschreiben. Treffen diese Charaktere nun also zusammen, wie im Lesezelt anlässlich der Buchmesse geschehen, dann ist Stimmung garantiert.

Doch nicht nur die Lesungen aus den Büchern interessierten die Zuschauer: wenn es menschelte, dann bekam die Veranstaltung ihren wahren Glanz. Vince Ebert etwa erzählte, dass er nach seinem Physikstudium Unternehmensberater gewesen sei, woraufhin von Hirschhausen die Steilvorlage nutzte, um zu kontern: „Die Finanzkrise ging erst los als Du weg warst, oder?“ Doch wie und warum wird man Comedian? Bei Ebert muss es die Kindheit gewesen sein und die Heimat im hintersten Odenwald, die ihn zur Rampensau aufsteigen ließ. Ebert, ein Kind in Amorbach: „10 Häuser, 2 Kirchen und der Rest Attrappen.“ In Odenwälder Dialekt sprach er die bittere Wahrheit aus: „Halb Amorbach besteht aus Barockorgel. Ein Komiker hat mal gesagt, um Komiker zu werden, braucht man eine versaute Kindheit und ein abgebrochenes Studium.“ Ganz so schlimm ist es bei den drei Comedians dann hoffentlich nicht gewesen.

„Ein Komiker muss sich nichts ausdenken, er muss nur beschreiben, was er sieht“, sagte Eckart von Hirschhausen, dem allein schon seine Erfahrung als Mediziner zu Gute kommt. „Das Publikum lacht gar nicht so sehr über mich, sondern eher über sich. Darüber, dass es sich und seine eigene Biografie wiedererkennt“, gibt Hirschhausen zu. Und dann kalauert er auch wieder: „Was erhält man, wenn man einen Atheisten mit einem Zeugen Jehovas kreuzt? Jemand, der völlig sinnfrei an Deiner Tür klingelt.“

Schroeder, Hirschhausen und Ebert stellten auch fest, dass nur wenige ihrer Spezies beim Bund waren, dafür aber umso mehr früher Ministranten gewesen seien. Kein Wunder, sei Weihrauch doch die Nebelmaschine der Frühmoderne, witzelte Hirschhausen. Ebert jedoch musste bei der Bundeswehr dienen. „Dass Du nicht ausgemustert wurdest, lässt mich an meine Kollegen zweifeln“, kommentierte der Mediziner Hirschhausen. Doch als Fernmelder bzw. Sprechfunker hatte Ebert schon damals seine Begabung mehr oder weniger sinnvoll einsetzen können.

Ebert und von Hirschhausen pflegen ein freundschaftliches Verhältnis und kooperieren auch manchmal. „Ich bin in der glücklichen Lage, dass mir mehr einfällt, als ich brauchen kann, darum arbeiten wir gemeinsam“, so von Hirschhausen. „Ich bin in einem Genre tätig, wo der Stoff alleine durch die fortdauernde Forschung nachwächst.“ Und Ebert bringt das wissenschaftlich angelehnte Programm auf den Punkt: „Das Publikum zahlt dafür, dass wir Dinge recherchieren und lustig aufbereiten, wozu das Publikum keine Zeit hat.

Doch war der Humor den Komikern schon als Kind in die Wiege gelegt? „Ich war als Kind nie so eine Rampensau“ gesteht Ebert, während zu Hirschhausen bekanntermaßen seine Eltern und wer nicht bei drei auf dem Baum war mit Witzen und Zaubertricks bei Laune gehalten hat. Florian Schroeder hatte indes schon früh de Begabung, die ihn auch heute auszeichnet: er parodierte gerne. Als Kind machte er Thomas Gottschalk nach und spielte „Wetten dass...“, wobei seine arme Oma die Wettkandidatin mimen musste.

Wer mehr über die drei erfahren möchte, denen seien die aktuellen Werke empfohlen.
Vince Ebert: „Machen Sie sich frei“; Eckart von Hirschhausen: „Wohin geht die Liebe, wenn sie durch den Magen durch ist“ und Florian Schroeder: „Offen für Alles und nicht ganz dicht.“
12. Oktober 2012
Nicole Brevoord
 
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Fotogalerie: Humorgipfel
 

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