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Viel Arbeit für ein altes Haus
 

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Viel Arbeit für ein altes Haus

STP61268Wie gehen eigentlich die Umbauarbeiten am Palmengarten-Gesellschaftshaus voran? Auf diese Frage wollen Umweltdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) und Energiereferent Friedel Wendelin (Foto links) bei einem Rundgang über die Baustelle antworten. „Eigentlich mach ich den Termin ja für mich, weil ich selber neugierig bin, wie es inzwischen aussieht“, scherzt Rottmann.

Sagen wir es so: Fertig ist es noch lange nicht. Was man schon daran erkennt, dass wir alle erstmal mit Schutzkleidung ausgestattet werden. Mit Bauarbeiterhelmen und grell leuchtenden, neuengelben Jacken machen sich Journalisten, Bauleitern und Politiker schließlich auf den Weg. Der erste Stop ist vor dem ehemaligen Westanbau, der praktisch nicht mehr vorhanden ist – bis auf den hinteren Teil des Kellers. Hierauf soll der erste Stock aufgesetzt werden.

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Projektleiter Christian Helfrich vom Architekturbüro David Chipperfield will Einzelheiten über das Gebäude, dass 1871 von Friedrich Kayser errichtet wurde, erzählen. Der Baulärm macht dieses Unterfangen allerdings unmöglich. Auch ein paar Schritte weiter, einige Meter von der Baustelle entfernt, ist es sehr schwierig, der leisen Stimme von Helfrich zu lauschen. Wir drängen uns um den Projektleiter, um alle Einzelheiten mitzubekommen. Viele Epochen haben das Gesellschaftshaus geprägt, nachdem es nur sieben Jahre nach seiner Errichtung vollständig abbrannte. In den Zwanzigern erfolgte ein Umbau des Südflügels, in den Fünfzigern wurde die Westseite durch einen Neubau ersetzt.

Ziel der jetzigen Arbeiten ist es, die Baukunst der Zwanziger wiederherzustellen. Der neuere Westflügel soll zurückgesetzt werden und die Südseite rekonstruiert. „Es soll ein Bild entstehen, dass keine Neufassung ist. Wir wollen den ursprünglichen Zustand wiederherstellen“, so Helfrich.

Weiter geht es ins Innere des Gesellschaftshauses, in den Festsaal. Der sieht zurzeit wenig festlich aus. Schon auf dem Weg hinein klettern wir über Schutt, Steine und Dreck. “Ich hätte meine Gummistiefel mitnehmen sollen“, raunt eine Kollegin.

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Obwohl das Gebäude, durch „die Phase des konstruktiven Abrisses“ (Rottmann) mitgenommen aussieht und unter unseren Füßen ein riesiges Loch klafft, ist die ursprüngliche Schönheit des Saals nicht zu übersehen. Die Decke stahlt in ihrer alten Pracht mit kunstvollen Gemälde-Medaillons und Stuckverzierungen. Auch auf der Empore im ersten Stock sind diese Verzierungen erhalten. Was es mit dem Loch auf sich hat, erklärt Helfrich: „Wir stehen gerade auf der Bühne des Festsaals, unter uns entsteht ein Transportpodium. Damit können Tische und Bestuhlung einfach hochgefahren werden.“

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Geplant ist auch eine zweifache Bewirtschaftung auf der angrenzenden Terrasse. Die Leute können entweder ihre eigene Stulle mitbringen – oder in das richtige Restaurant gehen.

Zum Abschluss des Rundgangs gehen wir in einen Baucontainer. Hier steht ein Teil des Parkett aus dem Festsaal. Dieses wurde ausgebaut, wird anschließend restauriert und wieder verlegt. Klingt alles ganz fantastisch und das aufbereitete Parkett sieht wirklich aus wie neu. Einziges Problem: nur zehn Prozent des Bodenbelags können erhalten werden. Bleibt die Frage, ob sich der Aufwand dafür lohnt?
Bis sich alle Interessierten sich hiervon ein eigenes Bild machen können, vergeht noch einige Zeit. Bis Sommer 2011 sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Bis dahin wird das ehrgeizige Projekt 35,1 Millionen Euro verschlungen haben.
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12. August 2009, 15.05 Uhr
Christina Weber
 
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