Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
„Unendlicher Spaß“ in der Schirn
 

„Unendlicher Spaß“ in der Schirn

0

Optimierung als Lebensinhalt

Der Roman „Unendlicher Spaß“ beschreibt eine leistungsorientierte Gesellschaft, die ständig zwischen Euphorie und Depression schwankt. In ihrer gleichnamigen Ausstellung greift die Schirn diese Gedanken auf.
„Die Gesellschaft befindet sich in einer Krise“: So wird der Besucher in die Ausstellung „Unendlicher Spaß“ eingeführt, die am Mittwochabend in der Schirn Kunsthalle eröffnete. Zunehmende Digitalisierung, immer neue Technologien, soziale Netzwerke und Leistungsdruck treiben den Mensch an, wecken in ihm das Verlangen immer besser, schöner, beliebter sein zu wollen. Das „Ich“ steht mehr im Zentrum des Denkens als je zuvor.

Optimierung als Lebensinhalt – glaubt man Kurator Matthias Ulrich ist dies das Credo der heutigen Gesellschaft. Die ursprüngliche Idee für die Ausstellung bestand darin, Scheitern und Depression zu untersuchen und in Kunstform darzustellen. „Nach dem Lesen des Romans ‚Unendlicher Spaß‘ von David Foster Wallace, war mir klar, dass die Schau diesen Titel tragen muss“, sagt Ulrich.

Das Buch, das 1996 veröffentlicht wurde und über 1500 Seiten hat, gilt als Jahrhundertroman. Es beschäftigt sich mit einer grenzenlosen Gesellschaft, die sich ständig zwischen Euphorie und Melancholie bewegt und durch die scheinbar endlosen globalen und virtuellen Möglichkeiten, ständig damit beschäftigt ist, sich selbst zu verbessern und effizienter zu gestalten.

Die Ausstellung versammelt 18 zeitgenössische Künstler, deren Werke das Bild einer solchen Gesellschaft skizzieren, ohne jedoch den Roman zu bebildern. „Das Buch zu lesen, ist zwar grundsätzlich empfehlenswert, doch es ist keine Voraussetzung, um die Ausstellung zu verstehen“, sagt Matthias Ulrich. „Die Schau handelt von dem Ich, der Individualität, dem Verständnis von sich selbst in einer globalen Welt, die von sozialen Netzwerken geprägt wird.“

Zu sehen sind unter anderem Arbeiten renommierter Künstler wie Peter Coffin, Judith Hopf, Andrea Fraser, Ryan Tecartin und Daniel Richter. Sie alle stellen das Individuum in ihr Zentrum; um dies zu betonen, bekam jeder Künstler einen eigenen Raum zur Verfügung gestellt. „Es war wichtig die Arbeiten nicht zu mischen, wie es sonst bei Gruppenausstellungen üblich ist“, sagt Ulrich.

Mithilfe unterschiedlicher künstlerischer Gattungen wie Film, Installation, Gemälde und Performance analysieren die Künstler zwischenmenschliche Beziehungsstrukturen und halten unserer Gesellschaft sowie jedem Einzelnen einen Spiegel vor und zeigen, dass sich der „gläserne Mensch“ für ein Leben entschieden hat, das einem nie enden wollenden Optimierungsprojekt in einer digitalen Welt entspricht.

>> „Unendlicher Spaß“
bis 7. September in der Schirn Kunsthalle. Begleitend zur Schau erscheint ein gleichnamiger Katalog, der in diversen Essays die Idee der Präsentation in Textform reproduziert.
 
4. Juni 2014, 17.13 Uhr
Ronja Merkel
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Die 71. Frankfurter Buchmesse findet in diesem Jahr vom 14. bis zum 18. Oktober statt. Coronabedingt müssen jedoch zahlreiche Veranstaltungen ins Internet verlagert werden. Die Veranstalter haben nun das digitale Konzept vorgestellt. – Weiterlesen >>
Text: Sina Eichhorn / Foto: Marc Jacquemin/ Frankfurter Buchmesse
 
 
2000 Quadratmeter Ausstellungsfläche
0
Jüdisches Museum eröffnet nach fünf Jahren Bauzeit
Nach fünf Jahren Bauzeit und einigen Verzögerungen kann das Jüdische Museum am 21. Oktober endlich wieder öffnen. Das älteste Jüdische Museum in Deutschland bekommt eine Ausstellungsfläche von 2000 Quadratmetern. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: Norbert Miguletz/© Jüdisches Museum Frankfurt
 
 
Konjunkturprogramm: Neustart Kultur
0
Vier Millionen Euro für Frankfurter Buchmesse
Der Bund unterstützt die Frankfurter Buchmesse mit Fördermitteln in Höhe von vier Millionen Euro. Das teilte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) mit. Von der Förderung sollen vor allem deutsche und internationale Ausstellerinnen und Aussteller profitieren. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Bernd Hartung; © Frankfurter Buchmesse
 
 
 
Biergarten-Konzerte in Eppstein
0
Mit Inbrunst aufspielen
Im schönen Gastraum der Wunderbar Weiten Welt im Eppsteiner Bahnhof finden im Moment keine Konzerte statt. Das ist in Corona-Zeiten nicht realisierbar. Zum Glück kann das WWW-Team in seinen Biergarten ausweichen. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Austin Lucas
 
 
Eine Verschmelzung von Buch- und Musikmesse hat laut den Veranstaltern nie zur Debatte gestanden. Dennoch war sie in den vergangenen Tagen in den Medien immer wieder Thema. Grund dafür war eine Aussage Börsenverein-Geschäftsführers Alexander Skipis. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Alexander Heimann/© Buchmesse Frankfurt
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  696