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So stand es im Pflasterstrand (13. Feb. 1982)
 

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So stand es im Pflasterstrand (13. Feb. 1982)

Pflasterstrand 125Auf dem letzten Pflasterstrand wurde ja, so sahen es zumindest Staatsanwälte und Parteibosse, zum Mord an Hessens Ministerpräsident Holger Börner aufgerufen. Na, ganz so ist es auch nicht gewesen - zumindest, wenn man die zugehörige Titelgeschichte von Paul Planet liest. Sagen wir's so: der Pflasterstrand war mal wieder im Gespräch - Mission erfüllt. Natürlich wird auf den ersten Seiten einiges dazu erklärt. Zum Beispiel in einem offenen Brief an die "liebe Landesregierung":
Wer etwas benennt, steht nicht unbedingt dahinter. Und wir benennen diese Gewaltphantasie, wir haben sie nicht erschaffen. Das würden wir vielmehr eher Ihnen in die Schuhe schieben, Ihnen und Ihren Freunden, der Politik die sie machen.

Und sonst? Politik, Politik, Politik, Startbahn, Politik. Besonders viel Raum wird einer Artikelsammlung eingeräumt, die mit dem Wort Schlammkämpfe überschrieben wird. Ganz interessant ist ein Artikel, den die Autoren Paul Planet, Dany und Jovi geschrieben haben. "Hoffen auf den Landtag?" heißt er:
aktueller inhalt
Die Erwartung, in die Reservate politischer Selbstherrlichkeit vorzudringen, den 100%-Block der Beton-Ja-Sager zu löchern und möglicherweise gar auf parlamentarischem Wege ein Scherfllein zum Stürzen der Großprojekte beizutragen, lässt viele auf die Grünen hoffen. Alles spricht dafür, dass sie nicht nur im nächsten Landtag verteten sein werden, sondern dies auch noch mit einer zweistelligen Prozentzahl [...]. Die Grünen lässt solcherart Sicherheit die Brust schwellen. Auf den Wogen einer starken Widerstandsbewegung schwimmend, rätseln sie [...], wer aus ihren Reihen denn mit dem Lorbeerblatt des Volksvertreters geschmückt werden soll. Und so treffen sie sich denn zu einer Landesversammlung [...] um sich die Basisnähe zu bestätigen und Pfründe zu sichern: der fast schon historische Urglaube, Bewegungen ließen sich Ausdruck und Stärke im Parteirahmen verleihen, der Eitelkeiten außer acht lässt bzw. sie hinter der kollektiven Eitelkeit versteckt. Da trifft in jenem Moment, in dem bis aufs Messer um die Frage der Rotation von grünen Landtagsabgeordneten gestritten wird, eine Meldung über den Börner-Ausspruch ein, der den Niedergang der Grünen weissagt und sie einem Atomisierungsprozess unterworfen sieht. Höhnisches Gelächter, scharfe Gegenerklärung, gerade der hat`s nötig [...] Vergeblich mühten sich die "Basisdemokraten"; der grüne Mittelstand eroberte sich einen guten Platz an der Einlaßpforte des Wiesbadener Schlossplatzes Nr. 1. [...] Die hessischen Grünen machen es einem schwer, die Skepsis gegenüber dem Parlamentarismus zu überwinden. Viellleicht ist die Landtagswahl doch nichts anderes als der zweite Anlauf zu einem Volksbegehren.

Zum Abschluss noch ein Leserbrief zum Titelblattskandal:
Unwerte Redaktion! Ihr hab Euch ja mittlerweile endgültig auf Bildzeitungsniveau begeben. Ein reißerisches Titelblatt und schon können sich die Redakteure noch ein paar Gehälter mehr rüberschieben. Oder was sonst hat man sich dabei gedacht? Oder denkt Ihr vielleicht gar nicht mehr? Bei der Lektüre Eurer Zeitung hatte ich eher letzteren Eindruck. Nach dem Titelblatt erwartet man die großen Sensationen und heißen Skandale und stattdessen - ein müder PS-Redakteur salbadert resigniert und graubärtig über die Resignation anderer Graumäuser angesichts der Startbahn.
Langsam kommt mir die FR ja schon radikal vor im Vergleich mit Euch. Kein Wunder, daß Ihr pleite geht. Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.
Peter Grauer, Rödelheim
 
16. Februar 2007, 15.51 Uhr
Nils Bremer
 
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