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Shorts at Moonlight am Höchster Schloss
 
Shorts at Moonlight am Höchster Schloss
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„Kurzfilme finden ihr Publikum“
Foto: Veranstalter
Foto: Veranstalter
Schöne Locations, laue Sommerabende und cineastische Leckerbissen: Vom 12. Juli bis zum 30. Juli gastiert das Kurzfilmfestival Shorts at Moonlight am Höchster Schloss. Wir haben mit der Gründerin Gudrun Winter gesprochen.
Seit 15 Jahren widmet sich das Festival Shorts at Moonlight, das am Mittwoch am Höchster Schloss eröffnet wird, dem Kurzfilm. Das Konzept hat sich bewährt: An Sommerabenden lernen die Besucher das cineastische Genre kennen und können gleichzeitig schöne Locations und gutes Essen genießen. Angefangen hat alles in ganz kleinem Rahmen. Drei, vier Leute stellten das Festival in den ersten Jahren auf die Beine. Ob Verteilen der Plakate, Aufstellen der Stühle, Moderation des Abends oder Bewirtung der Gäste – Initiatorin Gudrun Winter (auf dem Foto im weißen, geblümten Kleid, mit ihrem Team und Helfern) und ihr kleines Team kümmerten sich. In den ersten Jahren backte die Gründerin selbst die Quiches für die Gäste und rührte Spundekäs an, erzählt sie. Heute gibt es zwar ein Catering, aber daneben hat sich nicht viel verändert. Der Verein Shorts at Moonlight e.V. zählt mittlerweile 50 Mitglieder, jede helfende Hand wird benötigt. „Wer kann, muss ran“, fasst Winter zusammen, „wir können auf keinen verzichten.“ Auch die Auswahl der Filme übernimmt Winter mit den anderen Vereinsmitgliedern. Etwa 1000 Kurzfilme schaut sich die Initiatorin jährlich an, besucht auch internationale Festivals. „Filme, die mir nicht gefallen, kommen nicht ins Programm“, sagt sie und lacht.

Idee in Frankreich entstanden
Dass es Kurzfilme in der Publikumsgunst durchaus schwer haben können, ist Winter bewusst. „Es ist ein Genre, das kein Platz im Fernsehen hat und schlecht zu bewerben ist“, sagt sie. „Kurzfilme verlangen verhältnismäßig viel Aufmerksamkeit von den Besuchern“, sagt Winter und ergänzt: „Sie können nicht einfach mal aufstehen, zur Toilette gehen oder ein Bier holen, dann haben sie den Film verpasst“. Dass die kurzen Filme dennoch auf Festivals funktionieren können, hat Winter in Frankreich gelernt. Die Betriebswirtin, die eine Ausbildung am renommierten Lee Strasberg Institute in New York absolvierte, gastierte mit einem eigenen Kurzfilm auf dem Festival in Grenoble und war von der Atmosphäre begeistert. „Es gab eine große Piazza, rundherum kleine Restaurants und alles war voll mit Leuten. Da habe ich gedacht: Es geht doch, der Kurzfilm findet ein Publikum, es ist nur eine Frage der Präsentation“. Die Idee für das eigene Festival in Deutschland war geboren. Mit einer Freundin entwickelte sie das Konzept von Shorts at Moonlight. Das war im Februar 2003, nur vier Monate später flimmerten die ersten Filme über die Leinwand am Alten Wasserschloss in Hofheim. Die Zuschauer waren begeistert. „Dass die Leute zu uns kommen, ist toll, aber davon sind wir anfangs nicht ausgegangen“, freut sich Winter.

Bewährtes Konzept
Das Konzept hat sich seit 2003 nicht geändert: An jedem Festivalabend flimmern sieben Kurzfilme unterschiedlicher Länge über die große Leinwand. Animationsfilme, Komödien, Dokumentationen oder ernster, tiefgründiger Stoff - jeder Abend bietet die komplette cineastische Bandbreite. Mancher Beitrag dauert nur wenige Minuten, andere eine halbe Stunde. Anschließend wählen die Zuschauer mit Stimmzetteln ihren Film des Abends. Die beliebtesten Beiträge der Woche werden dann am Sonntag am Best Of-Abend erneut gezeigt. Bei Einbruch der Dunkelheit geht es los, bei schlechtem Wetter können die Besucher in ein Zelt auf dem Gelände umziehen. Noch nie in 15 Jahren ist eine Vorführung ausgefallen.

"Man muss die Zuschauer locken"
Winter wollte ihren Zuschauern von Anfang an mehr bieten als das cineastische Erlebnis. „Man muss die Zuschauer locken. Es liegt nicht am Kurzfilm, wenn das Publikum nicht kommt“, ist sie sicher. Neben den Filmen und dem kulinarischen Angebot ist die Location wichtig. Ursprünglich sollte das Festival in Burgen, Schlössern und Parks gastieren. Doch die Orte hatten ihre Tücken: „Burgen hören sich toll an, sind für Open-Air-Veranstaltungen aber schlecht geeignet. Da regnet es zuerst und es ist sehr zugig. Parks kann man schlecht absperren, da braucht man nachts oft einen Sicherheitsdienst“. Übrig blieben die Schlösser. Erstmals ist dieses Jahr auch der Rheingau dabei. Anfang August werden die Filme in den Weinbergen gezeigt, vor Schloss Reichardhshausen in Oestrich-Winkel.

Der Hauptstandort ist aber in Frankfurt, vor dem Höchster Schloss - eine Location, die regelmäßig ausverkauft ist. „Viele sagen, sie haben Höchst erst richtig kennengelernt durch Shorts at Moonlight“, erzählt Winter sichtlich stolz. 8000 Besucher durfte sie im letzten Jahr in Höchst begrüßen, als mit Mainz noch ein zusätzlicher Standort dabei war, erreichte das Festival gar 14.000 Gäste.

Highlight am Eröffnungstag
Wenn das Festival am Mittwoch vor dem Höchster Schloss eröffnet wird, laufen auch zwei Filme im Programm, die Winter besonders schätzt. „Invention of Trust“ behandelt das Thema Datensicherheit und gewann 2017 den Studenten Oscar. „Das ist ein Film, der für mich sehr wichtig ist. Man denkt hinterher, ich muss etwas ändern, so geht es nicht weiter mit Facebook, WhatsApp und Co.“ Mit „I am Bob“ folgt als Abschluss des Abends der lustige Evergreen mit Sir Bob Geldof, der nach lustigen Verwicklungen bei einem Bob Geldof-Look-Alike-Wettbewerb antritt. Bei der Auswahl der Filme liegt der Blick immer auf den Zuschauern: „Es soll für jeden etwas dabei sein. Der Abend soll nicht zu ernst sein, doch es soll etwas hängenbleiben. Wichtig ist, dass die Zuschauer gutgelaunt nach Hause gehen“.

>> Shorts at Moonlight, Kurzfilmfestival, 12. bis 30. Juli (mittwochs bis sonntags), am Höchster Schloss, Beginn abends bei Einbruch der Dunkelheit, Tickets kosten 10 Euro pro Abend, für 30 Euro gibt es den Festivalpass für alle Abende, am 4. und 5. August findet das Festival erstmals an Schloss Reichartshausen in Oestrich-Winkel statt, kurzfilmfestival.de
12. Juli 2017
Nicole Nadine Seliger
 
Nicole Nadine Seliger
Jahrgang 1987, Studium der Germanistik, Anglistik und BWL, Leidenschaft für Sport, seit 2016 beim JOURNAL Frankfurt – Mehr von Nicole Nadine Seliger >>
 
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