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Open House im Jüdischen Museum
 

Open House im Jüdischen Museum

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Willkommen auf der Baustelle

Foto: Norbert Miguletz
Foto: Norbert Miguletz
Zu seinem 30. Jubiläum lädt das Jüdische Museum ein Jahr vor der offiziellen Fertigstellung des neuen Gebäudes auf die Baustelle ein. Die Besucher sollen nicht nur am Werdenden teilhaben, sondern auch über die Zukunft des Museums mitentscheiden.
Noch dröhnen Baustellengeräusche durch das neue Gebäude des Jüdischen Museums am Untermainkai 14. Es fehlen Wandverkleidungen und einige Passagen sind aufgrund der Bauarbeiten noch nicht begehbar, doch was die Besucher hier in einem Jahr besichtigen können, lässt sich schon erahnen. Denn nach mehr als dreijähriger Schließung und temporären Plattformen nimmt das neue Jüdische Museum gerade zunehmend Gestalt an. Seit 2015 wird an dem Gebäude gebaut, die Fertigstellung ist für den Spätherbst 2019 geplant.

Zu seinem dreißigjährigen Jubiläum lädt das Museum nun an fünf Tagen und sechs Nächten zum Open House in den Rohbau ein. Dabei wird ein Teil des neuen Gebäudes öffentlich zugänglich sein, der andere Teil mit Baustellenführungen. „Wir setzen den Akzent auf das ‚Dazwischen‘“, sagt Museumsdirektorin Mirjam Wenzel. Das Museum sei noch nicht da, wo es in einem Jahr sein wolle, nehme aber diesen Zwischenschritt als Ausgangspunkt für die Auseinandersetzung mit dem Programm von Open House und lässt die Besucher nicht nur am Werdenden teilhaben, sondern auch die Zukunft mitgestalten. „Dem Museum ist mit Open House ein Brückenschlag von der Tradition in die Gegenwart gelungen“, so Kulturdezernentin Ina Hartwig.

In den halbrenovierten Räumen des Rothschild-Palais werden Kunstinstallationen von Nir Alon, Skulpturen von Ilana Salama Ortar und Videoarbeiten von Dana Levy für die Besucher erfahrbar sein. Diese zeitgenössischen Arbeiten sollen die Gegenwart als einen fragilen Ort reflektieren, der von Erinnerung und Veränderung gezeichnet ist. Im zukünftigen Museumsfoyer des Neubaus werden temporäre architektonische Interventionen präsentiert, die auf partizipativen Displays Bezug auf die Zukunft des Museums nehmen und die Besucher zum Mitgestalten motivieren. Ein Lab zur ersten Wechselausstellung bildet in den neuen Räumen einen Schwerpunkt der gegenwärtigen Einbauten, denn die Ausstellung widmet sich dem Thema „Wir sind da! Juden in Europa 1945 – 1950“ und präsentiert ausgewählte Fotografien und eine interaktive Europakarte.

Auf der Museumsbaustelle finden tagsüber neben Baustellenführungen Kuratoren- und Künstlergespräche statt. Am Abend verwandeln sich die unfertigen Räume in eine Bühne für Konzerte, Filmvorführungen, Diskussionen und Performances. Ein Konzert mit Electro-Swing-Band von Masha Ray bildet den Auftakt von Open House, gefolgt von einem Gesprächsabend mit dem FAZ-Herausgeber Werner D’Inka über das zweijährigen Comicprojekt „Manu und Saul“ von Volker Reiche am Bauzaun des Jüdischen Museums, das anlässlich von Open House als Publikation erscheint. Max Czolleks Streitschrift „Desintegriert euch!“ steht im Zentrum eines weiteren Gesprächsabends, der mit einem DJ-Set des Autors endet. Darüber hinaus wird das Thema der ersten Wechselausstellung von dem neuen Dokumentarfilm „Packed Suitcases“ aufgegriffen und im Gespräch mit dem Protagonisten des Films, dem Sänger der Jewish Monkeys, Jossi Reich, vertieft. Den Abschluss von Open House bildet die Performance des Futur II Konjunktiv „nicht von irgendwo“, welche sich ebenfalls dem Dazwischen jüdischen Lebens in Deutschland nach Schoa widmet, und zum ersten Mal in Frankfurt in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm aufgeführt wird. Neun internationale Gäste diskutieren bei einem Symposium über die Gründungsgeschichte des Jüdischen Museums Frankfurt und das Entstehen weiterer Jüdischer Museen, beleuchten dabei aber auch die Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft.

„Nachdem wir nun schon zweimal als ein Pop Up Museum in Erscheinung getreten sind, freuen wir uns, in diesem Jahr Pop In sagen zu dürfen und die Öffentlichkeit auf die Museumsbaustelle der Zukunft einladen zu können“, sagt Wenzel und Hartwig ergänzt: „In diesem Erweiterungsbau wird die erfolgreiche Arbeit des Jüdischen Museums im kommenden Jahr mehr Raum finden und das Selbstverständnis des Hauses als ein Museum ohne Mauern fortsetzen. In Zeiten wachsenden Antisemitismus und zunehmender verbaler wie körperlicher Gewalt ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen, und die jüdische Kultur mit all ihren Facetten herauszustellen.“

>> Open House, Jüdisches Museum, Untermainkai 14, 10.-15. November, volles Programm unter: www.juedischesmuseum.de
9. November 2018
Martina Schumacher
 
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