Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Nachlass von Fassbinder kommt nach Frankfurt
 

Nachlass von Fassbinder kommt nach Frankfurt

0

„70 Jahre alt und wir sehen gut aus“

Foto: Rainer Werner Fassbinder mit Harry Baer mit Team bei Dreharbeiten 1971 // Foto: Peter-Gauhe
Foto: Rainer Werner Fassbinder mit Harry Baer mit Team bei Dreharbeiten 1971 // Foto: Peter-Gauhe
Am Montag feierte das Deutsche Filminstitut und Filmmuseum (DFF) sein 70-jähriges Bestehen und eröffnete das neue DFF Fassbinder Center. Dort verwahrt das DFF von nun an den Nachlass von Rainer Werner Fassbinder.
Das filmkollektive Erbe für kommende Generationen erhalten und es der Gesellschaft zugänglich machen, das ist die Zielsetzung des DFF nun seit 70 Jahren. Seit vergangenem Montag verwahrt die Institution nun einen neuen Schatz in seinen Archiven: den Nachlass von Rainer Werner Fassbinder, Regisseur, Filmproduzent, Schauspieler, Autor und Vertreter des Neuen Deutschen Films. Rainer Werner Fassbinder verschaffte dem Neuen Deutschen Film internationales Ansehen und gilt mit seinem umfangreichen Werk, das er in nur 37 Lebensjahren schuf, als der bedeutendste deutsche Filmregisseur der Nachkriegszeit. Mit Unterstützung der Hessischen Kulturstiftung, der Kulturstiftung der Länder und der Stadt Frankfurt kaufte das DFF 2018 den wertvollen Schriftgutnachlass von der Rainer Werner Fassbinder Foundation (RWFF) in Berlin an.

Der Nachlass findet sich im DFF Fassbinder Center in guter Gesellschaft wieder: Auf rund 1000 Quadratmetern verwahrt das DFF dort unter anderem das Archiv des Studiocanal-Verleihs mit dem Filmverlag der Autoren, die Vorlässe diverser Regisseure, den Nachlass der Produktionsfirma Visual Film und Vieles mehr. „70 Jahre alt und wir sehen gut aus“, sagte die Direktorin des DFF, Ellen Harrington, in ihrem Grußwort zum Festakt, denn das DFF verwahrt nicht nur eine beachtliche Sammlung, sondern ist auch Vorreiter in der Digitalisierung von Filmmaterial und steht mit seiner Bildungsarbeit in der Mitte der Gesellschaft. Mit der Eröffnung des DFF Fassbinder Center möchte man hierüber hinaus die Verbindung zur Wissenschaft fördern. Die unmittelbare Nähe der Einrichtung zum Unicampus Westend ermöglicht den Wissenschaftlern und Studierenden des Instituts für Theater-, Film- und Medienwissenschaften einen einfachen Zugang zu den Sammlungen. So möchte man neue Impulse für die Filmforschung in Frankfurt setzen.

„Frankfurt und Rainer Werner Fassbinder verbindet eine lebendige, auch reibungsvolle und von Debatten geprägte Geschichte“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) dem DFF Fassbinder Center zur Eröffnung ein Überraschungsgeschenk überreichte: einen lange verschollenen Mitschnitt der Generalprobe von „Der Müll, die Stadt und der Tod“, dessen Uraufführung im Schauspiel Frankfurt 1985 durch eine Bühnenbesetzung verhindert wurde. „Lange hieß es, dass es keine Aufzeichnung des Stücks gebe, aber nach einer intensiven Recherche machten wir diesen Mitschnitt im Archiv der Städtischen Bühnen ausfindig. Ich hoffe, dass er das Archiv sinnvoll ergänzt und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weitergehende Einsichten in Fassbinders Schaffen in Frankfurt geben kann.“

Auch interessierte Bürgerinnen und Bürger sind eingeladen, das DFF Fassbinder Center zu sichten. Vom Namensgeber verwahrt das DFF hier von nun an mehr als 180 Archivboxen unter anderem mit Arbeitsdrehbüchern, meist handschriftliche Szenenfolgen, Drehplänen, Verträgen und Urkunden. „Er war fleißig, das werden Sie sehen. Er hat wirklich alles aufgeschrieben“, so Juliane Maria Lorenz-Wehling, Präsidentin der RWFF. Aufgeschrieben oder auf Band gesprochen – denn Fassbinder sprach viele Gedanken und zu Teilen ganze Werke, wie etwa das Drehbuch zu „Berlin Alexanderplatz“, auf Diktiergerät ein. Dieses liegt mitsamt 78 Stunden Sprachaufnahme ebenso im DFF Fassbinder Center und ist von nun an in Frankfurt zu erkunden.
21. Mai 2019
Julia Heßler
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Taste Other Countries - HeimatKonzerte 2.0
0
Griechische Kammermusik in der Fabrik
Musizieren über den Tellerrand – für Bürgerinnen und Bürger mit und ohne Migrationshintergrund. Dafür steht die Veranstaltungsreihe „Ex-Patriates Classics – Heimatkonzerte 2.0“. Am Dienstag steht griechische Kammermusik im Mittelpunkt. – Weiterlesen >>
Text: hes / Foto: Die Fabrik/Facebook
 
 
Konzerte von HfMdK-Studierenden in der Schirn
0
Musik trifft Kunst
Im Rahmen der neuen Schirn-Ausstellung „Big Orchestra“ machen Studierende der Hochschule für Musik und darstellende Kunst dem Publikum unterschiedlichste Klangbilder erlebbar. Insgesamt finden neun Konzerte in den kommenden Monaten statt. – Weiterlesen >>
Text: jh / Foto: Marc Krause, © Schirn Kunsthalle
 
 
Filmreihe „Frankfurt im Film“
0
Ernst May und das Neue Frankfurt im Naxos
In der Naxos-Halle werden kommenden Dienstag, dem 25. Juni, im Rahmen der Filmreihe „Frankfurt im Film“ Dokumentationen über das Neue Frankfurt gezeigt. Der Schwerpunkt liegt auf der Arbeit des früheren Stadtbaurats Ernst May. – Weiterlesen >>
Text: sis / Foto: naxos.Kino
 
 
 
Gespräch mit Joachim Gauck und Werner D'Inka
0
Keine Toleranz für Intoleranz
Alt-Bundespräsident Joachim Gauck ist mit seinem neuen Buch „Toleranz: einfach schwer“ auf Lesetour durch Deutschland. Am 25. Juni macht er Halt in Frankfurt, das Gespräch führt Werner D’Inka, Mitherausgeber der FAZ. – Weiterlesen >>
Text: hes / Foto: Verlag Herder
 
 
Slagoffice.frankfurt-Festival
0
Gute Musik für gute Menschen
Der Indie-Gedanke lebt! Und mit ihm Bands, die eigenverantwortlich „ihr Ding“ machen. Mit ihrer Konzertagentur netzwerken die Musikerinnen Bine Morgenstern und Suse Michel im besten Sinne und haben für Samstag ein weiteres Festival organisiert. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: To Kuehne
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  657