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Foto: Mal Seh'n
Foto: Mal Seh'n

Mal Seh’n-Kino

Blick auf die hessische Filmszene

Ab dem 1. April bietet das Mal Seh’n-Kino ein eigenes Streaming-Angebot über die Plattform Vimeo an. Für eine 24-stündige-Ausleihzeit stehen dabei Dokumentarfilme im Fokus.
Im November vergangenen Jahres musste das Mal Seh’n-Kino als renommierte Arthouse-Adresse seine Pforten zum zweiten Mal schließen. Dieses Mal beteiligte man sich an den Streaming-Angeboten von Verleiher:innen, deren Filme man ohnehin spielen wollte. Darunter befand sich etwa das monatliche Queer-Night-Programm des Salzgeber Verleihs. Da ein Ende des Lockdowns noch nicht in Sicht ist, entwickelte das Kinoteam nun ein eigenes alternatives Programm unter der Rubrik „Mal Seh’n on Demand“, das auf der Homepage des Kinos abrufbar ist.

Streamingdienste findet man derzeit reichlich. Doch das Mal Seh’n-Programm rückt zunächst Dokumentarfilme aus dem Rhein-Main-Gebiet in den Fokus, die man andernorts nirgendwo entdecken kann. Dazu gehört „The Watson’s Hotel“ von Nathaniel Knopf, Peter Rippl und Ragunath V. über ein langsam zerfallendes Luxusgebäude in Mumbai als indischen Mikrokosmos. In „Das 25. Jahr – Von der Poetisierung der Welt“ porträtiert Otmar Hitzelberger das Willy Praml-Theater und dessen Kampf ums Überleben.

Enrico Corsano ist schon mit der unterhaltsamen Doku „Tommy B.“ über Caterer und Drummer Thomas Betzler im „Lichter“-Festivalprogramm vertreten. Das Mal Seh’n-Kino präsentiert zusätzlich noch seine Interviewcollage „Corona – Wenn die Welt still steht – Wir sind nicht allein“ aus internationalen Skype-Gesprächen zur Pandemie-Auswirkung. In Folge sollen weitere Dokumentarfilme wie „Mein Name und ich“ von 2013 oder die Langzeit-Rentnerstudie „Adelheid, Kornelius und die Töde“ aufgenommen werden.

Der Ticketpreis beträgt 5,90 € für eine 24-stündige Ausleihzeit, wobei eine Anmeldung über Vimeo vorab erforderlich ist. Als Non-Profit-Aktion will das Kino den Filmemacher:innen einen großen Teil der Einnahmen zukommen lassen. Für vier bis sechs Wochen werden die Werke verfügbar sein. Selbst ohne Lockdown erscheint dies als lohnenswerte Initiative für die regionale Filmszene.
 
1. April 2021, 12.44 Uhr
Gregor Ries
 
 
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