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Magistratsbeschluss mit großer Mehrheit
 

Magistratsbeschluss mit großer Mehrheit

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Ein Kinder- und Jugendtheater für Frankfurt

Foto: v.l.n.r.: Sebastian Popp, Renate Wolter-Brandecker, Ina_Hartwig, Nils Kößler © Salome Roessler
Foto: v.l.n.r.: Sebastian Popp, Renate Wolter-Brandecker, Ina_Hartwig, Nils Kößler © Salome Roessler
Das Zoo Gesellschafshaus soll die Spielstätte für das geplante Kinder- und Jugendtheater werden. Einen entsprechenden Beschluss hat der Magistrat verabschiedet. Die Kosten belaufen sich auf bis zu 52 Millionen Euro.
Nach 30 Jahren Diskussion ist man nun endlich einen Schritt weiter: Frankfurt soll ein Kinder- und Jugendtheater im Zoo Gesellschaftshaus bekommen. Das Projekt, das im Koalitionsvertrag steht, sei am vergangenen Freitag im Magistrat mit großer Mehrheit verabschiedet worden, berichtete Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Mitgliedern des städtischen Lenkungskreises für das Kinder- und Jugendtheater. Hartwig sprach von einem „Meilenstein für Frankfurts kulturelle Zukunft“. Das Theater solle ein offenes Haus für alle werden und allen Kindern und Jugendlichen Frankfurts die Möglichkeit garantieren, ein pädagogisches Theater in Anspruch zu nehmen, so die Dezernentin. Die abschließende Entscheidung des Stadtparlaments wird in den nächsten Monaten erwartet.

Das ohnehin sanierungsbedürftige Zoo Gesellschaftshaus von 1876 eigne sich als Spielstätte im besonderen Maße: „Der zentrale Standort, die Erreichbarkeit und der repräsentative Charakter des Hauses sind optimal. Der öffentliche Charakter des Gebäudes wird als Kulturort zurückgewonnen und dauerhaft gesichert“, sagte Hartwig. Das Gebäude sei ein Wahrzeichen der Stadt, ergänzte Nils Kößler in Vertretung für Lenkungskreismitglied Thomas Dürbeck (beide CDU). Als Heimat für das neue Kinder- und Jugendtheater und Angebote des Zoologischen Gartens werde es zum Identifikationsort mit generationenübergreifender Anziehungskraft. Laut Hartwig sei der Ort auch deswegen geeignet, weil am Zoo künftig Naturbildung und pädagogische Bildung zusammenkämen. „Wichtige Botschaften für junge Menschen werden an einem Ort vermittelt.“

Kosten und Zeitplan

Die Kosten werden auf insgesamt 48 bis 52 Millionen Euro beziffert: So kostet die Sanierung des Zoo Gesellschaftshauses nach derzeitigen Berechnungen 35 bis 38 Millionen Euro, für den Einbau des Kinder- und Jugendtheaters würden zusätzlich 13 bis 14 Millionen Euro zu Buche schlagen.

Für die Jahre 2020 und 2021 sind Planungsmittel in Höhe von einer Million (2020) beziehungsweise zwei Millionen Euro (2021) vorgesehen. Im kommenden Jahr soll ein Architektenwettbewerb organisiert werden, gleichzeitig wolle die Stadt eine Bau- und Finanzierungsvorlage und ein Konzept zum Betrieb des Theaters vorbereiten. Alles weitere müsse man sehen, so die Kulturdezernentin. In jedem Fall soll der Theaterbetrieb bereits vor der offiziellen Eröffnung aufgenommen werden.

Gestaltung und künstlerisches Profil des Theaters

Unter Berücksichtigung der Denkmalpflege soll die Grundstruktur des großen Saals erhalten bleiben. Dieser wird in zwei einzeln bespielbare Bühnenräume geteilt: ein größerer mit bis zu 350 Zuschauern und ein kleinerer mit bis zu 160 Zuschauern, die durch flexible Wände auch zu einem großen Saal für bis zu 500 Personen zusammengelegt werden können. Ein weiterer im Gebäude befindlicher Bühnenraum wird der Fritz-Rémond-Saal im Obergeschoss mit bis zu 120 Plätzen sein.
Das Kinder- und Jugendtheater soll sowohl eigene Produktionen erarbeiten als auch Gastspiele und Koproduktionen mit anderen Theatern, etwa mit der lokalen freien Szene. Angeboten werden sollen verschiedene Künste, auch jenseits von gesprochener Sprache: musikalisch geprägtes Theater, Tanz und Performance. Um eine hohe Multifunktionalität zu gewährleisten, seien Spielflächen vorgesehen, die verschiedene Raum- und Bühnensituationen zuließen.

„Masterplan Zoo“

Das Kinder- und Jugendtheater ist nur ein Schritt bei der Weiterentwicklung des Zoos. Zum „Masterplan Zoo“ gehören ebenfalls die Erneuerung der Zooanlagen und ein sogenanntes Conservation Center – ein Zentrum für den globalen Artenschutz am Osteingang des Zoos. „Der Grundsatzbeschluss zum Kinder- und Jugendtheater hängt nicht an dem Conservation Center“, sagte Hartwig, ein Dreiklang sei aber gewünscht.
 
27. August 2019
Helen Schindler
 
Helen Schindler
Jahrgang 1993, Studium der Politikwissenschaft an der Goethe-Universität, seit 2017 beim Journal Frankfurt – Mehr von Helen Schindler >>
 
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Leser-Kommentare

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Ralph Lange am 27.8.2019, 15:11 Uhr:
Frankfurt hat eine lebendige und sehr erfolgreiche freie Kindertheaterszene. Die Schul- und Kindertheater wären in ihrem Bestand gesichert durch die Millionen der Stadt. Stattdessen wird hier durch die Stadt Frankfurt eine Szene kaputtgemacht durch einen völlig planloses, neues Jugendtheater.
 
 
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