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Lost Stories: neue Form der Erinnerungskultur
 

Lost Stories: neue Form der Erinnerungskultur

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Das Leben eines jeden Menschen ist es wert, erzählt zu werden

Foto: Symbolbild © Pixabay
Foto: Symbolbild © Pixabay
Die Austellungsreihe Lost Stories will den Umgang mit Altern, Sterben, Tod und Vergänglichkeit in den Alltag holen und eine neue Form der Erinnerungskultur kreieren. Das Pilotprojekt startet in Frankfurt, noch bis zum 23.7. läuft eine Crowdfunding-Aktion.
„Die Geschichte eines jeden Menschen ist es wert, erzählt zu werden“, findet Ralf Buron. Er ist Teil des Teams von ProKultur e.V. und Initiator des Projekts Lost Stories, bei dem er für Regie und Konzept verantwortlich ist. Sein Team und er wollen eine Art moderne Erinnerungskultur kreieren, die Verstorbenen in einer neuen, ritualisierten Kunstform Respekt und Anerkennung zollt – jedoch ohne zu erhöhen, ohne zu glorifizieren und ohne zu mystifizieren. Matthias Bringmann (Bühnenbild und Konzept), Victoria Söntgen (Choreographie und Tanz) und Bernd Eichhorn (Archivar) komplettieren das Team. „Es ist traurig, dass Menschen, die in dem sozialen Treiben der Gesellschaft keine Rolle mehr gespielt haben, irgendwann einfach von ihr vergessen werden. Die Geschichte dieser Menschen erlischt, bleibt nichterzählt und reiht sich ein, in die Masse der Lost Stories“, sagt Bringmann. Denn immer wieder komme es vor, dass Menschen ohne Angehörige und ohne Freundinnen und Freunde unbemerkt und vereinsamt sterben. Ein Leben erlische dann ins Nichts. „Diese Menschen und ihre Geschichten sind Zeitzeugnisse der Stadt und der Region. Sie geben ein emotionales und historisches Bild der Stadt oder Region aus der Sicht seiner Bewohnerinnen und Bewohner“, ergänzt Archivar Bernd Eichhorn.

Eben diesem Thema widmet sich die Ausstellungsreihe Lost Stories. Ein Team aus Künstlerinnen und Künstlern unterschiedlicher Disziplinen wie Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Tanz und Musik werden verstorbenen Menschen eine Plattform geben. Die Ausstellungsreihe, die von inszenatorischen Performances flankiert wird, thematisiert das Leben, aber auch den gesellschaftlichen und zeitlichen Kontext des Verstorbenen und wird auf poetische, assoziative und atmosphärisch verdichtete Weise interpretiert. Dabei gehe es nicht nur darum, dem Verstorbenen eine letzte und hoffentlich nachhaltige Plattform zu geben, sondern die Aspekte Altern, Sterben und Tod lebendig in der kulturellen Landschaft der modernen Zeit zu installieren.

Pilotprojekt startet in Frankfurt

Das Pilotprojekt von Lost Stories startet in Frankfurt mit Emma Schmidt, einer 1921 geborenen Frau, die ihr ganzes Leben in Frankfurt verbracht hat. Sie verstarb geistig verwirrt in einer hessischen Nervenheilanstalt in den 1980er Jahren. In einer Art „Heimatpflege“ für Frankfurt, wird anhand von Briefen, Urkunden und vor allem durch Mittelformat-Fotografien von unterschiedlichen Reisen aus dem Nachlass des Lebens dieser Frau von den Künstlerinnen und Künstlern nachgespürt. Diese Fotografien werden der Schwerpunkt der Beschäftigung mit Emma Schmidt sein und als Exponate für eine Ausstellung, aber auch als Grundlage für den Bühnenraum der Performance genutzt und somit den dramaturgischen Faden des Projektes bilden. Daneben wird das Team die Orte aufsuchen, an denen Emma Schmidt gewohnt und gearbeitet und die sie immer wieder in ihrer Freizeit besucht hat. Es wird ein lebendiges, zeitgemäßes Bild der Lebensumgebung, der Reiseziele und der Lebensbedingungen von Emma Schmidt erarbeitet, um so Rückschlüsse auf Ihre Vorlieben und ihrem Alltag ziehen zu können.

Noch bis zum 23. Juli läuft eine Crowdfunding-Aktion für die Realisierung des Projekts. Die Initiatorinnen und Initatoren wollen 13 000 Euro sammeln, um eine Ausstellung und Performances zu Emma zu realisieren. „Wir hoffen auf die tatkräftige Unterstützung, um unser Pilotprojekt in Frankfurt im Herbst 2019 realisieren zu können“, sagt Choreografin Victoria Söntgen.

>> Unter www.loststories.de werden im Rahmen einer Crowdfunding-Aktion noch bis zum 23. Juli Spenden entgegengenommen.
 
17. Juli 2019, 15.14 Uhr
Helen Schindler
 
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