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Kulturdezernentin trifft Entscheidung
 

Kulturdezernentin trifft Entscheidung

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Caricatura Museum wird entkoppelt

Foto: Britta Frenz
Foto: Britta Frenz
Die Entscheidung ist gefallen, das Caricatura Museum wird vom Historischen Museum entkoppelt. Am Dienstagnachmittag teilte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) mit, man habe eine „pragmatische, kurzfristige Lösung“ finden können, um den bestehenden Konflikt zu befrieden.
Der Brexit ist vollzogen, das Caricatura Museum wird eigenständig – zumindest teilweise. Dies teilte Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) am Dienstagnachmittag mit. „Das Caricatura soll in seiner künstlerischen Unabhängigkeit gestärkt werden und wird zukünftig vom Historischen Museum entkoppelt. Mein Ziel war es, den bestehenden Konflikt zu entschärfen. Das ist uns gelungen“, sagte die Kulturdezernentin.

Man habe verschiedene Varianten durchgespielt, erklärte Hartwig weiter. Eine Möglichkeit wäre die vollständige Unabhängigkeit gewesen, dies sei jedoch kurzfristig nicht möglich gewesen. Bisher haben sich das Historische Museum und das Caricatura Personal geteilt, eine komplette Eigenständigkeit würde eine erhebliche personelle Aufstockung bedeuten. Die Mittel seien aktuell nicht verfügbar, es sei jedoch wichtig gewesen, eine kurzfristige Lösung zu finden, um das Caricatura in seiner künstlerischen Eigenständigkeit zu stärken und den seit geraumer Zeit bestehenden Konflikt aus dem Weg zu räumen.

Konkret bedeutet die Entkopplung des Caricatura, dass das Museum zukünftig direkt dem Kulturamt unterstellt ist und von diesem unterstützt wird. „Das Caricatura Museum kann ab dem 1. April im administrativen Bereich auf die Strukturen des Kulturamtes zurückgreifen. Außerdem erhält das Museum eine zusätzliche Kuratorenstelle und direkten Zugriff auf finanzielle Mittel“, erklärte Ina Hartwig. Dadurch werde das Caricatura gestärkt und erhalte mehr Eigenverantwortung und eine größere Eigenständigkeit im künstlerischen Bereich. Damit sei die Grundlage geschaffen, auf der man die Weiterentwicklung des Museums vorantreiben könne. In Absprache mit dem Direktor des Caricatura, Achim Frenz, werde man sich anschauen, wie eine langfristige Lösung aussehen könnte. Hierzu werde man die Situation mit den Stadtverordneten evaluieren, ein erstes Resümee erwartet die Kulturdezernentin zum Jahresende.

Auch Achim Frenz zeigt sich zufrieden mit dieser Lösung. Die Entkopplung sei der ideale Weg, wenn sie so durchgeführt werden kann, wie nun angekündigt; eine vollkommende Unabhängigkeit habe auch er nicht gewollt, so Frenz. „Wir wollten immer unter dem Dach der Stadt bleiben. Auch über die zusätzliche Kuratorenstelle bin ich glücklich, jede Verbesserung ist erstmal gut.“ Diskussionsbedarf gibt es allerdings noch hinsichtlich der räumlichen Situation, dem Caricatura Museum fehlt es an Platz. „Die Frage nach den Räumlichkeiten ist noch nicht geklärt“, sagte Kulturdezernentin Ina Hartwig. „Es handelt sich um eine pragmatische, kurzfristige Lösung, um die Situation unmittelbar zu verbessern. Ich möchte in die Zukunft schauen, sowohl in Bezug auf das Caricatura, aber auch mit Blick auf das Historische Museum. Das Caricatura ist ein besonders schönes Museum, so etwas wie eine Perle, mit Entwicklungsmöglichkeiten.“

Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) begrüßt die jüngste Entwicklung in der Causa Caricatura: „Ich freue mich, dass das Kulturdezernat das Caricatura stärkt - und damit eine Tradition, die in Frankfurt seit vierzig Jahren durch die Titanic wachgehalten wird, die aber tiefer reicht, bis in die Zeit von Friedrich Stoltze und die Paulskirchen-Revolution. Frankfurt ist die Hauptstadt der Satire.“

Achim Frenz hofft nun auf regelmäßige Arbeitssitzungen mit der Kulturamtsleiterin, um auch die „letzten kleinen Brexit-Probleme zu lösen“, wie er sagt. „Man kann nicht sämtliche Probleme an einem Tag lösen. Die Stärkung der künstlerischen Eigenständigkeit sehe ich aber gegeben. Wir sind zufrieden mit diesem Schritt. Die Situation hat am Ende mehr Belastung als Synergieeffekte gebracht.“
 
12. März 2019, 14.51 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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