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Klaus ist dann mal weg (XIII)

san antonio - die kircheUnser Grafiker Klaus Berger ist auf einer harten Pilgertour in Spanien… Hier sein aktuellster Bericht:

30.4. Calzadilla de la Cueza - Sahagun (22 km)

Heute tut die blase am linken ringzeh (kann man das sagen? how is it called? - man kommt hier ganz durcheinander) besonders weh und diese 22 ka-emmchen ziehen sich sehr. Nach einkehr in san nicolas bei der ich ein riesenbocadillo mit chorizo verzehrte, waren wir 5 ueberlebenden wieder vereint. Daves kilometerschinderei heben maria (der es bergauf schwerfaellt) und linda (dto. bergab) immer wieder auf und wir hatten das vergnuegen gemeinsam durch einen fuseligen regen zu latschen. Aber naja, die restlichen 9 km bis sahagun haben wir locker geschafft und sind supergut einem albergo privado untergekommen. 8 betten in 4-bett-kabinen, ich glaube, ich werde ratzen wie ein stein. Eingekauft haben wir auch schon, ralf und ich kochten omelette mit oliven, zwiebeln, schinken, champignon etc. pp. Am ende hat ralf die eier geruehrt, aber seis drum :).

glueckliche pilger wieder vereint

Auf dem weg haben wir zum zigsten mal das knisterarschloch von vorgestern getroffen. Den werde ich genauso wenig los, wie unser "schwules paerchen". Und leute, die habe ich euch bisher verschwiegen. Einer meiner liebsten autoren (thomas woolfe) sagte immer, bevor er loslegte: "i have a thing to tell you", und das geht so:

Mein heutiger exkurs: "Vom fuersorger und seinem zoegling"
Kennengelernt habe ich die beiden in azufre und seitdem geht es mir wie dem hasen und dem igel, wohin ich auch komme, sie sind schon da. Nennen wir sie einfach stefan und rene. Eben, als ich ins internet wollte, die DOSe (immer muss ich mir hier bill-gates-produkten rumschlagen) steht in der rezeption, da ist auch ein kleiner aufenthaltsraum, sitzt stefan schon wieder da und suelzt die leute voll. Und glaubt mir, diesen blog zu schreiben ist arbeit, bei der man sich konzentrieren muss, aber ich tue es ja gerne, auch weil ich so schoene kommentare bekommen. Genug gejault, "i have a thing to tell you": Rene ist 15 jahre alt, heimkind, hat ADS, ist eine extrem narzisstische persoenlichkeit, bar jeder empathie. Stefan macht mit ihm hier eine art "boot camp", um ihn wieder in die reihe zu bringen. In burgos (ich dachte ich sei sie laengst losgeworden), ich fummele gerade am geldautomaten rum, ploetzlich, wie aus dem boden gewachsen stehen die beiden vor mir. Ob ich wuesste, wo ein friseur sei."Nee" sag ich und verabschiede mich in richtung cafe um ein gepflegtes caña zu mir zu nehmen. "Oh toll, da kommen wir mit." Zaehneknirschend sitze ich mit diesen beiden hohlbloecken da. Ja, rene haette da eine wichtige frage an mich. Auch das noch! Ob ich sie fuer schwul halten wuerde. Ich: "Das ist doch scheissegal!" Oh, oh - ganz falsche antwort. Ja, der stefan sei doch schon 30 + die leute wurden immer so gucken. "Ja, aehm, oeh, sich rausred". Trotz siesta und caña im bauch habe ich eine peluqueria aufgetrieben, wo die beiden sich dann haben die kloesskoeppe scheren lassen. Sie sind also immer schon da, erzaehlen jeden tag die gleichen geschichten, bei ich immer mehr den eindruck gewinne, dass der zoegling mehr auf dem kasten hat als sein fuersorger. Aber in leon (@ roland - geduld!) haenge ich die beiden ab. Ich schwoer.

So wahr mir gott helfe - euer pilger



Weiter, immer weiter
1.5. Sahagun - Calzadilla de los hermanillos (14 km)

Wunderbar geschlafen, in den 4-bett-boxen mit hohen waenden abgeschirmt. Erst gegen 6 fing der erste tuetenraschler an und als dann stefan und rene erwachten,und gleich anfingen rumzubabbeln ... naja was bleibt einem uebrig? Nach einem superfruehstueck, serviert von einer bildhuebschen brasilianierin, sind ralph und ich schon mal losgelaufen, weil es wieder ewig dauerte, bis linda + dave f ertigwurden. Das hat mich schon beim letzten ort so genervt, linda kratzte ungeruehrt in ihrem joghurtbecher, waehrend sich draussen die pilgerstroeme vorbeischoben. Ab calzada de coto gibt es eine vom guide hochgelobte alternativstrecke, die haben wir natuerlich genommen. Also rechts abgebogen, die anderen eierkoepfe sind auf der pilgerautobahn weitergezogen. Wir sind die alte roemerstrasse "via trajana", die frueher von astorga nach bordeaux fuehrte weiter. Der bisher beste weg des ganzen camino, wir waren fast allein, ueber die meseta, durch kleine tannenwaeldchen, sandduenen, ein bisschen wie in den schwanheimer duenen (heimat, deine sterne!). Gegen 12 waren wir schon da. Eine dreiviertelstunde tauchten dann auch maria, linda + dave auf. Wir hatten unsere bocadillos laengst verzehrt und unser gepaeck in der gemeindeherberge deponiert. Ja, sie gingen noch weiter bis el burgo ranero (+ 5 km). Wie so oft, war ich wieder hin- + hergerissen, war ja auch noch frueh. Aber als sie dann lunch bestelltenund absehbar war, dass es wieder endlos dauern wuerde und der weg zum selbstfinden (nicht zur selbstfindung) war, auch die aussicht in burgo ranero die ganzen anderen pappnasen wiederzusehen ... kurz und gut, ich bin hiergeblieben. Nachher stellte sich heraus, dass die 3 viel zu spaet kamen, alles voll war und sie fuer teuer geld in einer pension unterkamen. Alles richtig gemacht!! Und in der oertlichen kneipe (eigentlich mehr eine art wohnzimmer - muttern kochte nebenan in der winzkueche) ein superabendessen - endlich mal conejo con cebollas, was habe ich auf das kaninchen mit zwiebeln gewartet - oder es auf mich - so wird es sein.

Calzadilla de los Hermanillos heisst uebrigens "straesschen der bruederlein (hier: moenchlein)". Als muesse man die winzigkeit der menschen in dieser ewigen weite noch betonen. Crazy.
 
5. Mai 2009, 18.13 Uhr
Klaus
 
 
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