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Klaus ist dann mal weg (XI)

Unser Grafiker Klaus Berger ist auf einer harten Pilgertour in Spanien… Hier sein aktuellster Bericht:

28.4. Boadillo del Camino - Carrion de los Condes (27 km)

Die 5 km bis fromista am canal de castilla entlang. 100 jahre (bis 1859) haben die spanier daran gewerkelt, er diente dem getreidetransport von der tierra des campos in norden der region bis zum atlantik. Bis zu 400 von maultieren getreidelten schiffe verkehrt taeglich darauf. Nach weiteren 100 Jahren (um 1950) wurde er stillgelegt. Es geht sich sehr schoen daran. Hinter fromista gehts ueber die autobahn an der landstrasse entlang. In Vilacalzada de Sirgo taucht ralf wieder auf, er bleibt aber hier und wird uns morgen einholen. Nach weiteren 6km sind wir in Carrion de los condes. Gleich die erste herberge ist unser, wir sind fertig, trotz doping (unten davon mehr). Wir sind in einer herberge der clarissinnen untergekommen, die lassen sich nicht bliecken und schicken stattdessen einen missmutigen (zivilgekleideten) laienbruder, der sein spruechlein runterrasselt, 7 euro kassiert und in die raeume fuehrt. Wieder einmal gehobener pilgerstandard, 16 betten (doppeldecker, versteht sich), gekachelte waende und neonlicht. Na das kann ja heiter werden. Aber nach einem ganz ordentlichen abendessen gehts dann doch.

Zwei kleine geschichten von heute. Wir laufen auf dem historischen pilgerweg, ploetzlich haelt ein uralter kastenwagen und stoppt uns. Er haette einen stempel fuer uns und bonbons hatte er auch. Erst sind wir natuerlich misstrauisch, aber stempelt tatsaechlich unsere credencials mit einem der schoensten sellos des weges. Dann labert er was von staerkung und er haette da was. Aha, denke ich, der will uns doch was verkaufen. Will er aber gar nicht, sondern zieht einen selbstgebrauten carajillo (kaffee, brandy und eigenen honig) hervor, von dem wir alle einen grossen schluck nehmen muessen. Ah, tut das gut. Und haut rein, weil wir seit dem fruehstueck nur erdnuesse, feigen und jeder eine kaeseecke zu uns genommen haben. Wir laufen die strasse entlang, "als wenn ein engel schiebt". Aber lange haelt es nicht vor (siehe oben).

Und jetzt noch die weniger schoene. Nach dem oben erwaehnten pilgermenue sind wir rechtschaffen muede. 31 haeupter auf die kissen gebettet, verlangen ruhe. Nur einer ist noch wach und kruschelt und knistert mit gefuehlten hunderttausend tueten. Auf meine vorhaltung er soll doch mal schluss machen, erwidert der ("licht aus" ist um halb elf), er habe das recht bis halb elf krach zu machen. Drauf ich "Du kannst die ganze nacht krach machen, aber du bist ein arschloch". Ach ich bin muede, mache mir die ohrenstoepsel rein und schlafe dann doch. Am morgen stellt sich heraus, er ist ein kaeskopp (sorry, nicole) und ein luxuspilger mit kinderrucksack. Deppen allesamt - nicht die niederlaender, da habe ich schon nette kennengelernt.
alla gut - bis morgen - klaus
 
2. Mai 2009, 08.39 Uhr
Klaus
 
 
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