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High Life im Gallustheater
 

High Life im Gallustheater

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Die Kraft der Musik

Foto: Detlef Kinsler
Foto: Detlef Kinsler
Mit Songs der Sucht begegnen – auch dafür steht das Projekt „High Life“ mit aktiven und ehemaligen Drogenabhängigen. Im Rahmen des Schwerpunktes „Kultur und Medien“ an der University of Applied Science entstand eine neue CD.
Als Ulrike Pfeifer, Professorin für Musik in der Sozialen Arbeit an der Frankfurt University of Applied Science (formerly know as Fachhochschule Nibelungenplatz) und auch Musikerin (Kick La Luna, Friends In High Places), im vorvergangenen Jahr mit Musiker und Produzent David Lang, zudem Arzt bei der Malteser Suchthilfe, das Projekt „High Life“ initiierte, ahnte sie noch nicht, auf welches Abenteuer sie sich da einließ. In enger Zusammenarbeit mit Frankfurter Drogenhilfeeinrichtungen brachten die Zwei aktive und ehemalige Drogenabhängige mit Studenten des Schwerpunktes „Kultur und Medien“ zusammen. Suchtkranke Menschen sollten ermuntert werden, „die begeisternde Kraft von Musik“ (Pfeifer) zu entdecken. Beim Texten galt es, „die Konfrontation mit der eigenen Vergangenheit (oder Gegenwart) zu suchen und dann bei diesem Eingraben auch Wünsche und Träume zu formulieren, wie man sein Leben zukünftig gestalten möchte“, so die engagierte wie praxisnahe Pädagogin. Ihre Studierenden würden dann bei der Produktion der Musik für eine CD helfen. Die wurde dann live im Gallus Theater Ende Januar 2016 vorgestellt. „Für uns war es überraschend, dass tatsächlich alle zum Auftritt gekommen und auch alle auf die Bühne gegangen sind“, erinnert sich Pfeifer an die Pilotveranstaltung. Keine Selbstverständlichkeit, denn schließlich waren hier keine Profis am Start, hatte viele so tatsächlich ihren ersten, aktiven Zugang zu Musik gefunden. Vor allem hatte keiner je daran gedacht, seine (Selbst-) Therapie so öffentlich zu machen. Die Resonanz jedenfalls war überwältigend. „Die Bestätigung, die sie so erfahren haben, hat allen Teilnehmern sehr gut getan“, bestätigt Pfeifer. „Hinterher waren dann alle sehr stolz darauf, was sie geleistet hatten.“ Gut für das Selbstvertrauen. Man hatte mit der Musik ein Sprachrohr gefunden. Und mit dem „High Life“-Projekt ein Team, in dem man über seine Probleme und vor allem Wege aus der Sucht austauschen konnte. Pfeifer und Lang freuen sich als aktive Musik natürlich darüber, dass einige der Teilnehmer über das Ende der Zusammenarbeit beim Texten und Komponieren geblieben sind, weiter Songs für sich schreiben. Katharsis durch Musik. Drei von ihnen waren auch bei der Neuauflage unter den 45 Klienten dabei. Wieder wurde ein Album produziert, wieder gibt es eine Präsentation im Gallus Theater, Ausstellung inklusive. Da es viel zu erzählen gibt, waren vor allem Rapper und Liedermacher passable Vorbilder. Aber es gibt erstaunlicherweise auch ein Stück, das mit seiner psychedelischen 60’s Soul-Anmutung vom „Shaft“-Soundtrack stammen könnte. Und Morphine’s Finest (welch grandioser Name) mit Patienten der Heroinambulanz SAGS spielen Heavy Rock.

>> High Life, Ffm, Gallus Theater, 1.7., 20 Uhr, Eintritt frei
29. Juni 2017
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
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