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Frankfurter Buchmesse
 

Frankfurter Buchmesse

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Jürgen Boos: "Wir müssen alle Stimmen zulassen"

Foto: © Peter Hirth/ Frankfurter Buchmesse
Foto: © Peter Hirth/ Frankfurter Buchmesse
Ab dem 9. Oktober wird Frankfurt für einige Tage zum unbestrittenen Mittelpunkt der Literaturszene. Zur 70. Buchmesse werden internationale Starautoren erwartet, mit BOOKFEST startet zudem ein neues Festival in der Stadt.
Die Buchbranche ist in der Krise. Die Verlage verlieren Leser. Ein ungutes Signal dafür war erst in der vergangenen Woche die Nachricht von der Insolvenz des Frankfurter Verlags Stroemfeld/Roter Stern. Und trotzdem: Auf der Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse verbreiteten die Verantwortlichen Optimismus und meldeten steigende Zahlen. Exakt einen Monat vor der Eröffnung der Messe vermeldete Buchmessen-Direktor Jürgen Boos (Foto) einen leichten Anstieg der Aussteller und der Messefläche im Vergleich zum Vorjahr: „Sogar einen Stand aus Kuba haben wir dabei; das gab es schon lange nicht mehr.“

Erfreulich, so Katja Böhne, Leiterin der Abteilung Marketing und Kommunikation, sei auch der zu verzeichnende Anstieg an Ausstellern aus den USA und Kanada: „Das ist noch immer ein wichtiger Indikator.“ Aber auch im Bildungsbereich und im Sektor Education Technology, so Böhne, „explodiert die Messe förmlich.“ Man müsse, so die Kommunikationschefin, hin und wieder mal den Teppich anheben, um zu schauen, „was darunter alles so wuselt.“

Die Buchmesse, so Jürgen Boos, habe drei Dimensionen: Ökonomie, Kultur und Politik. Gerade über den politischen Faktor der Messe wurde im vergangenen Jahr heftig gestritten, weil der rechtsgerichtete Antaios Verlag dafür gesorgt habe, „dass Gruppierungen sich aneinander reiben“ (Boos). Der politische Aspekt und auch die Austragung von Meinungsverschiedenheiten auf der Messe, so Boos, gehörten aber schon immer zu deren Geschichte. „Wir sind“, so Boos, „ein Ort der inkludiert. Wir müssen alle Stimmen zulassen, solange sie nicht gegen das Grundgesetz verstoßen. Wir müssen zulassen, dass der Zugang zu allen Informationen frei ist. Wir werden keine Zensur ausüben.“ Aber man könne eigene Zeichen setzen. So hat die Buchmesse gemeinsam mit diversen Partnern, darunter Amnesty International, die Initiative „I’m on the same Page“ ins Leben gerufen, die in Verbindung mit der Deklaration der Menschenrechte vor 70 Jahren steht. Auch die Buchmesse feiert im Übrigen in diesem Jahr ihr 70 jähriges Bestehen, zumindest in dieser Form. Denn der Handel mit Büchern geht in Frankfurt bis ins 16. Jahrhundert zurück.

Und die Messe weitet sich aus, auch in die Stadt. Lars Birken-Bertsch, Direktor für Business Development bei der Buchmesse, präsentierte den Entwurf für den vom Architekturbüro Schneider+Schumacher verantworteten Frankfurt Pavilion (er schreibt sich tatsächlich so!) auf dem Messegelände. In dem lichten und luftigen Bau wird nicht nur die Eröffnungs-Pressekonferenz der Messe stattfinden, sondern vom Messemittwoch bis Messesonntag treten dort auch nationale und internationale Starautor*innen wie Juli Zeh, Meg Wolitzer, Deniz Yücel und Robert Seethaler auf. Das Festival „BOOKFEST“ wiederum trägt internationale Veranstaltungen in die Stadt. Man begreife, so Birken-Bertsch, sich dezidiert nicht als Konkurrenz zu etablierten Veranstaltungen wie Literatur im Römer oder OPEN BOOKS. Das BOOKFEST findet vor allem in Clubs, Bars und Restaurants statt und definiert sich über den Eventcharakter. So gibt es beispielsweise ein Salongespräch mit Tatort-Kommissar Miroslav Nemec oder ein Konzert mit georgischer Musik im Palmengarten.

„Wir haben“, so Birken-Bertsch, „das Gefühl, dass dafür noch Platz in der Stadt ist.“ Und Jürgen Boos ergänzt: „Wir wollen neue Formate für junge Leser entwickeln. Der Glamour der Filmindustrie steht auch dem Medium Buch zu.“ Möge das Buch im Oktober strahlen.
11. September 2018
Christoph Schröder
 
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