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Filmfest für junge Filmfans in Frankfurt
 

Filmfest für junge Filmfans in Frankfurt

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Die ganze Welt kommt zu Lucas

Foto: © Sabine Imhof/ Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Foto: © Sabine Imhof/ Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Es ist wieder soweit: Zum 41. Mal widmet sich das Lucas Festival ab dem 20. September eine Woche lang internationalen Filmen für Kinder und Jugendliche. Die jungen Cineasten sitzen in der Jury und entscheiden über die besten Filme, Filmemacher aus aller Welt kommen an den Main.
Wie leben Jugendliche in Afrika, wovon träumen Kinder in Brasilien? Einen Einblick in andere Lebenswelten bekommen Filmfans ab dem 20. September beim Lucas Festival in Frankfurt. Zur 41. Ausgabe zeigen das Deutsche Filmmuseum sowie Kinos in Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden internationale Kurz- und Langfilme für ein junges Publikum. „Ich wünsche mir, dass die Zuschauer eindrucksvolle Momente aus den Filmen mit nach Hause nehmen“, sagte Ellen Harrington, die Lucas zum ersten Mal als Direktorin des Deutschen Filmmuseums erleben wird. In Zeiten der Digitalisierung, in der Kinder von klein auf an bewegte Bilder gewöhnt sind, sollen Kinder und Jugendliche den Film auch als Form von Kunst und Bildung kennenlernen, sagte Harrington.

Filme aus Asien, Afrika, Europa und Nordamerika
Möglichkeiten gibt es genug. 60 Filme aus 32 Ländern werden während des Festivals gezeigt, unter anderem aus Schweden, Brasilien, Südkorea und Kanada. Das Team um Leiterin Julia Fleißig hat die Kurz- und Langfilme auf anderen Festivals entdeckt und nach Frankfurt mitgebracht. In einem deutschen Verleih sind die meisten der Werke nicht zu finden. „Wir laden ein, mit Filmen die Welt zu entdecken“, sagte Fleißig. Die jungen Zuschauer können so erfahren, wie Kinder in anderen Ländern aufwachsen. Wie unterschiedlich ihre Lebenswelten sind und wie ähnlich doch häufig die Wünsche und Sehnsüchte. Wie gewohnt sind die Werke in die Kategorien 8 plus und 13 plus aufgeteilt, über die Preisvergabe entscheiden gemischte Jurys aus jungen und erwachsenen Cineasten.



Die Teilnehmer der Jurys gemeinsam mit den Organisatoren von Lucas. Hintere Reihe von links nach rechts: Elena Lindenzweig (HessenFilm und Medien, Ellen Harrington (Deutsches Filmmuseum), Julia Fleißig (Festivalleitung Lucas) © Oliver Leicht/ Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

Lucas wird erwachsen
Seit der Neuausrichtung von Lucas vor zwei Jahren wächst das Festival und bezieht vermehrt eine ältere Zielgruppe ein. In diesem Jahr gibt es erstmals die Sektion der Filme 16 plus. „Es ist ein Signal, dass Lucas erwachsen geworden ist“, sagte Fleißig. Die älteren Jugendlichen sollen Filme abseits des Mainstreams kennenlernen. Thematisch geht es auch um politische und gesellschaftliche Fragen, Homophobie und Fanatismus werden behandelt. Als die Organisatoren während der Pressekonferenz den Trailer der Langfilme zeigten, mussten die jüngeren Jurymitglieder den Raum verlassen. „Durch die neue Kategorie werden wir dem Namen 'Internationales Filmfest für junge Filmfans' mehr gerecht“, sagte Elena Lindenzweig von HessenFilm und Medien, die die neue Sektion unterstützen. Der beste Film wird während des Festivals mit dem „Lucas Youngsters Award“ geehrt. Anders als in den jüngeren Sektionen entscheiden die jungen Juroren selbstständig, wer den mit 3000 Euro dotierten Preis erhält. Sie werden darüber nicht mit Erwachsenen, sondern mit Jugendlichen aus Polen und Finnland diskutieren.

Workshops und Familientag
Wie in jedem Jahr ist die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ein wesentlicher Faktor des Festivals. Neben den jungen Jurymitgliedern können Besucher in Workshops verschiedene Filmtechniken kennenlernen, selbst aktiv werden und eigene Filme drehen. Für die Filmgespräche kommen internationale Filmemacher an den Main, um mit den Jugendlichen über ihre Werke zu sprechen und verschiedene Berufe aus der Branche vorzustellen. Zum ersten Mal begleiten Jugendliche das Festival auch für einen eigenen Dokumentarfilm. Im Projekt „Lucas dokt“ bereitet ein Pädagoge die Schüler auf Konzeption, Dreh und Schnitt einer Doku vor, damit die Jugendlichen in der Festivalwoche genügend Knowhow haben. Das Ergebnis gibt es im Frühjahr 2019 im Deutschen Filmmuseum zu sehen.

Neu ist auch, dass das Festival um einen Tag verlängert wurde. Nun dauert Lucas sieben Tage lang, während der Woche kommen viele Schulklassen, das Wochenende soll Familien ansprechen. Der Sonntag wurde kurzerhand zum Familientag im Deutschen Filmmuseum erklärt, bei freiem Eintritt widmet sich das Haus dem Entdecken und Ausprobieren von digitalen Welten. Auch erwachsene Besucher sind ausdrücklich erwünscht, wie Festivalleiterin Fleißig klarstellte: „Gute Filme sind gute Filme, egal für welche Zielgruppe.“

>> Lucas. Internationales Festival für junge Filmfans, 20.9.-27.9., verschiedene Orte in Frankfurt und Umgebung, Tickets für die Filme an der Abendkasse oder über www.lucas-filmfestival.de
11. September 2018
Nicole Nadine Seliger
 
Nicole Nadine Seliger
Jahrgang 1987, Studium der Germanistik, Anglistik und BWL, Leidenschaft für Sport, seit 2016 beim JOURNAL Frankfurt – Mehr von Nicole Nadine Seliger >>
 
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