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Fer Simbel un Ingeplaggte
 

Fer Simbel un Ingeplaggte

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Die Simpsons babbeln jetzt Hessisch

Der Frankfurter Hessebilly-Musiker Bobby von Schwanheim hat die Abenteuer der Simpsons in Mundart übersetzt. Wer sagt, dass man in Springfield net Hessisch babbelt? Der Simpsons-Zeichner Bill Morrison ist jedenfalls begeistert.
"Fer Simbel" steht auf dem Cover des neuen Simpsons-Comicbuchs von Panini. Dabei dürfte die Zielgruppe des neuen Werks, das am Freitag auf der Buchmesse vorgestellt wurde, erheblich größer sein: Hessen, die gebürtigen und die "ingeplackte", wie sie der Sänger und "Bluespicking"-Gitarrist Bobby von Schwanheim nennt, sowie alle, die sich für die gelbe Kultcomicfamilie interessieren, dürften die 52 Seiten verschlingen.

Doch wie kam es dazu, dass ausgerechnet der Schwanheimer Musiker ein Simpsonsbuch in Hessisch übersetzt hat? "Ich bin ja mit der Hessebillyband Reimtext immer unterwegs, wahrscheinlich sind sie deshalb auf mich gekommen. Wir bringen Hessisch mit amerikanischem Lifestyle zusammen und das war auch bei den Simpsons gefragt", sagt Bobby, der bei der Buchvorstellung in ein schwarzweißes Cowboyhemd geschlüpft ist und gut an seiner Tolle erkennbar ist. Den Hessischen Touch hat er beispielsweise Homer Simpson gegeben, der beim Schobbepetzer einkehrt und seinen Kumpel auffordert: "Mach mehr ma en Schobbe, Moe". Natürlich fließt der Ebbelwoi in Strömen, es wird an Heinz Schenk erinnert und an Hessische Tradition angeknüpft und irgendwo hat Bobby Hepp, so heißt er eigentlich, dann auch den "Ebbelwoi-Rag", einen seiner größten Hits, untergebracht. "Wir sind die einzige Band in Deutschland, die von den Simpsons gecovert wurde", sagt Bobby und lächelt verschmitzt. Na klar, habe er eine Affinität zu den Simpsons. "Das sind Anarchos wie wir." Vier Wochen habe man ihm für die Übersetzung Zeit gegeben, nicht viel, aber die Zeit habe er intensiv genutzt.

Demnächst wird Bobby von Schwanheim nicht nur das Simpsonsbuch bei Events bewerben, sondern auch Hessische Sprachkurse offerieren, in denen er von der Tradition des hessischen Mantrasingens berichtet. Indes hat sich der jahrelange Chefzeichner der Simpsons, Bill Morrison, an den Gedanken eines Dialektcomics gewöhnt. "In den Staaten haben wir keine Dialekte in dem Sinn, vielleicht Akzente, aber keine so großen Unterschiede in der Sprache und in Slangwörtern wie bei einem Dialekt." Daher habe es für ihn zunächst keinen Sinn ergeben, als man ihm erzählte, dass das deutsche Buch nun als erster Simpsonscomic überhaupt in Mundart, Hessisch halt, übersetzt werden soll. Jetzt aber sei er begeistert.

Als nächstes sollen die Simpsons in Bayerisch erscheinen und übersetzt werden von niemand geringeren als der einstigen Marienhof-Darstellerin Sabine Bohlmann, die auch die deutsche Stimme von Lisa und Maggie Simpson ist. Auf der Buchmesse machte sie spontan das Nuckelgeräusch von Maggie nach und ließ Lisa auf Bayerisch fachsimpeln.

Für viele Fans jedoch war bei der Präsentation jedoch weitaus interessanter, welcher bekannte Charakter der Serie, den Gerüchten zufolge, in der kommende Staffel sterben wird. Doch Bill Morrison grinste nur wissend. "Meine Lippen sind versiegelt." Dafür verriet er, dass die meisten Namen der Comicserie tatsächlich Straßennamen seien, wie sie der Simpsons-Erfinder Matt Groening aus seinem Heimatort in Portland, Oregon, gekannt habe. Darunter habe es auch eine Simpsonstreet gegeben. Simpson sei ein Allerweltsname, aber wiederum nicht so alltäglich wie Smith. In Springfield spiele die Handlung, weil Groening festgestellt habe, dass es in fast jedem Bundesstaat ein Springfield gebe, sich also viele mit einem Nest dieses Namens identifizieren könnten.

Morrisons Lieblingscharakter sei übrigens Homer. Der sei vor allem leicht zu schreiben, weil "ich denke genau wie Homer". Lisa hingegen sei schwieriger zu texten, denn für ihre Klugscheißerei muss Morrison, wie er sagt, erst mal auf Lisas Bildungsniveau kommen und immer erst in Lexika nachschlagen. Seine absolute Lieblingsfigur sei aber der Radioactiveman, weil er selbst ein frustrierter Superheldkünstler sei. Und welche Figur hat Bobby von Schwanheim bei der Übersetzung ins Herz geschlossen? "Ich hab was übrig für Wirtsleut', darum ist es bei mir definitiv der Moe." Und wer wissen will, wie Moe, Bart und Homer auf Hessisch babbeln, der investiert am besten 10 Euro im Buchladen des Vertrauens, denn soviel kosten die Simpsons fer Simbel nämlich.

Foto v.l.n.r: Sänger und Hessischübersetzer Bobby von Schwanheim, Simpsonszeichner Bill Morrison, Synchronstimme von Lisa und Maggie Simpson Sabine Bohlmann
 
11. Oktober 2013, 18.51 Uhr
Nicole Brevoord
 
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