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Edward Burtynsky im Museum Sinclair-Haus
 

Edward Burtynsky im Museum Sinclair-Haus

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Die Ästhetik des Wassers

Bereits zum zweiten Mal zeigt das Museum Sinclair-Haus Fotografien des Künstlers Edward Burtynsky. Auf „Oil“ folgt nun „Water!“ – eine beeindruckende Werkgruppe, die durch ihre Ästhetik und Aktualität besticht.
Wie gemalt wirken Edward Burtynskys Fotografien. Intensive Farben, elegante Ornamente, starke Kontraste – man muss zweimal hinschauen, um zu erkennen, dass es sich nicht um fantasievolle Ölgemälde, sondern um die Luftaufnahmen weitläufiger Landschaften handelt, die alle ein zentrales Thema gemeinsam haben: Wasser.

Vier Jahre arbeitete der Kanadier Edward Burtynsky an der Werkreihe und besuchte in dieser Zeit neun Länder auf verschiedenen Kontinenten. Die Idee zu „Water!“ kam ihm 2007 bei einem anderen Fotografieprojekt in den Goldmienen Australiens: „Ich begann über Wasser als Gegenstand meiner Arbeit nachzudenken.“ In aufwendiger Recherchearbeit begann er daraufhin, nach geeigneten Orten zu suchen, um darzustellen wie der Mensch Wasser umleitet und kontrolliert.

Da schnell klar war, dass die vielfältigen Aktivitäten in den häufig riesigen Arealen in Bodenaufnahmen nicht ausreichend zu erkennen sein würden, entschied sich Burtynsky für die Vogelperspektive. An jedem Ort, den er besuchte, beschäftigte der Fotograf eine neue Crew. Neben Assistenten waren vor allem erfahrene, ortskundige Piloten wichtig, die ihn sicher mit Helikoptern oder kleinen Flugzeugen durch die oft unwirtschaftlichen Landschaften manövrieren konnten.

Auf der Suche nach der idealen Perspektive und einem perfekten Foto nahm Edward Burtynsky so einiges auf sich: oft war er tagelang unterwegs, begab sich in schwindelerregende Höhen und ließ sich durch die engen Schluchten wolkenverhangener Canyons manövrieren. Passiert ist ihm nie etwas, die Bilder dafür sind umso beeindruckender.

Die Ausstellung ist thematisch in sechs Kapitel gegliedert: distress, controll, agriculture, aquaculture, waterfront und source. Jeder Bereich behandelt kritisch einen anderen Aspekt des Umgangs mit Wasser und beleuchtet nicht nur die einzelnen Aktivitäten, sondern auch deren weltweite Auswirkungen. „Distress bezieht auch Landschaften wie den Owens Lake mit ein, dessen Wasser 1913 nach Los Angeles umgeleitet wurde und wo nur ein giftiges, ausgetrocknetes Flussbett übrig blieb“, sagt Edward Burtynsky. „In den letzten fünf Jahren habe ich einiges über Wasser gelernt. Wenn Wasser von seinem natürlichen Fluss abgeleitet wird, gibt es immer Gewinner und Verlierer.“

Eindringlich und mit einer ganz eigenen Ästhetik zeigen die Fotografien Burtynskys Wasser als Schlüsselelement der Gesellschaft. Ob als Grundlage für ein gesundes Ökosystem, als Energiequelle, als religiöses Element oder schlicht als Durstlöscher: Wasser ist lebensnotwendig und unentbehrlich. Eine Wahrheit, die in den Bildern des kanadischen Künstlers gleichermaßen schön als auch grausam portraitiert wird.

>> Das Museum Sinclair-Haus zeigt die Ausstellung „Water!“ noch bis zum 31. August. Adresse: Löwengasse 15, Bad Homburg v. d. Höhe.
 
30. Juni 2014, 11.30 Uhr
Ronja Merkel
 
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