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Foto: Gerhard Thomas Baier
Foto: Gerhard Thomas Baier

Ebene B1

Ein Kunstverein als Überlebenskünstler

Nicht nur Kunstschaffenden hat die Pandemie zugesetzt – auch Kunstvereine müssen um ihr Bestehen ringen. Einer davon ist Ebene B1. Er war nicht nur mit sinkenden Besucherzahlen konfrontiert, sondern auch von Vandalismus und Anfeindungen betroffen.
Der Kunstverein Ebene B1 hat zehn Künstlerinnen und Künstler im ersten Lockdown gefördert und ihnen so die Möglichkeit einer Einzelausstellung ermöglicht. Diese Ausstellungsreihe trägt den Titel „Die Kunst braucht DICH!" und kann aktuell in den Räumlichkeiten des Vereins in der S-Bahn-Station Taunusanlage besucht werden. Insgesamt 30 000 Euro seien mithilfe einer Spendenaktion zusammengekommen, die den Kunstschaffenden laut Verein zur Verfügung gestellt wurden. Die Ausstellenden hätten dadurch im vergangenen Jahr einen Vorschuss erhalten, mit denen sie die Produktionskosten und die Zeit bis zu ihren Ausstellungen in 2021 und 2022 stemmen konnten.

Am 22. Juli dieses Jahres fand die Wiederaufnahme der Ausstellungen – nach einer pandemiebedingten Pause – in den Räumlichkeiten des Kunstvereins statt. Anlässlich dessen ist Ulrike von der Ostens Ausstellung „Scheitelpunkt“ in die Ebene B1 eingezogen und kann bis zum 15. Dezember besucht werden. „Für uns ein großartiger Neustart“, sagt Peter Wöste. Die Ausstellung thematisiert den 8. Mai als prägendes Datum für Deutschland, heißt es vonseiten des Vereins. An jenem Tag im Jahr 1945 endete nämlich der Zweite Weltkrieg und dadurch auch der Nationalsozialismus in Deutschland. Die Künstlerin modellierte dafür 100 Köpfe aus Knete, Pappmachée sowie Papier von Menschen, die am 8. Mai in Frankfurt geboren wurden. Das Mobile hängender Köpfe korrespondiere dabei mit Gemälden von der Ostens, die in den Vitrinen des Kunstvereins ausgestellt sind.

Aus der Rolle des Unterstützenden wurde Ebene B1 jedoch selbst in die Position des Hilfsbedürftigen gerückt – im Sommer 2021 wurden die Räumlichkeiten des Kunstvereins in der S-Bahnstation beschmiert und die Fenster wurden eingeschlagen. „Wir waren erschrocken über den Vandalismus, der uns in der eh schwierigen Zeit zugesetzt hat. Uns ist ein Schaden in einem hohen vierstelligen Betrag entstanden. Um den Betrag aufbringen zu können, hätten wir die Gelder zur Unterstützung der Künstlerinnen und Künstler nicht auszahlen können“, sagt der Vorsitzende des Kunstvereins Peter Wöste. Glück habe man dennoch gehabt, denn die Eigentümer der Räume, die Deutsche Bahn AG, hätten die Vandalismusschäden übernommen.

Auch die Home-Office-Regelungen machten es dem Kunstverein nicht leicht, teilt dieser mit. Waren es vor der pandemischen Zeit noch etwa 30 000 Menschen, die täglich durch die Station Taunusanlage und somit auch durch die Ausstellungen des Vereins strömten, so sind es in Zeiten von heimischen Büros deutlich weniger. Darüber hinaus habe Corona auch Anfeindungen mit sich gebracht: Nachdem der Kunstverein für weitere Veranstaltungen die 2G-Regelung eingeführt habe, sei man dabei vielerorts auf Unverständnis gestoßen. „Das Risiko einer Ansteckungsgefahr bei einer unserer Veranstaltungen können wir zurzeit nicht eingehen. Unsere Mitarbeitenden sind alle freiwillig ehrenamtlich tätig, da kann und will ich niemanden einer gesundheitlichen Gefahr aussetzen“, erklärt Vorsitzender Peter Wöste.

Ebene B1 stimme derzeit Termine mit den Künstlerinnen und Künstlern ab und hoffe auf regelmäßige Ausstellungen im kommenden Jahr. Darüber hinaus werde man zukünftig nicht nur Kunstschaffende aus dem Rhein-Main-Gebiet fördern, sondern auch Kreative aus dem gesamten Bundesgebiet eine Bühne in den Vitrinen der S-Bahnstation bieten. Zudem teilt der Kunstverein mit, dass es ein Buch zu den Ausstellungen aus den Jahren 2018 bis 2020 geben soll.
 
24. November 2021, 12.23 Uhr
sfk
 
 
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