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Doug Aitken in der Schirn Kunsthalle
 

Doug Aitken in der Schirn Kunsthalle

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Why so serious?

Foto: Doug Aitken
Foto: Doug Aitken
Kunst kann eine furchtbar ernste Sache sein. Nicht so, wenn man Doug Aitken heißt. Dann kann Kunst auch schön sein, sogar die wichtige. Porträt eines Künstlers, der von Mittwochabend an die Schirn Kunsthalle bespielt.
Doug Aitken ist das, was man gemeinhin als Surferboy bezeichnet. Ein Junge ist der 1968 geborene Kalifornier zwar nicht mehr, den Charme und Witz eines solchen hat er jedoch definitiv. Sein blondes Haar trägt er, als hätte er sich morgens gar keine Mühe gegeben, aber ganz zufällig sieht es dann doch ziemlich cool aus. Dazu ein grellbuntes Shirt, eine überdimensionale Teetasse und das unverkennbare amerikanische „Hi, how are you?“. Es gibt Menschen, die muss man sofort mögen – Doug Aitken ist einer von ihnen. Mit ihm über seine Kunst zu sprechen, kommt einem entspannten Smalltalk gleich, der genauso gut in einer Strandbar stattfinden und sich um das für den Abend geplante Barbecue drehen könnte. Oberflächlich ist Aitken deshalb nicht, er besitzt jedoch die angenehme und in der Kunstwelt äußerst seltene Eigenschaft, seine Arbeit und sich selbst nicht zu ernst zu nehmen. Und so erklärt er schließlich, nach einer langen Erläuterung auf die Frage, was er mit seiner Kunst vermitteln möchte: „Man muss das auch alles nicht so streng analysieren. Die Leute sollen sich selbst ein Bild machen und Spaß haben in der Ausstellung.“

In den USA gehört Aitken zu den bekanntesten zeitgenössischen Künstlern, seine Videoarbeiten und Soundinstallationen erfahren in seinem Heimatland zu Recht Aufmerksamkeit und Anerkennung. In Europa hingegen ist er wohl eher einem ausgewählten Publikum bekannt, das sich verstärkt mit Film auseinandersetzt. Diesen Sommer könnte sich das ändern. Während die Schirn Kunsthalle ihren Besuchern einen umfassenden Überblick über das Œuvre Doug Aitkens bietet, wird in London ein regelrechtes Happening veranstaltet. Das Projekt „Station to Station“ fand bereits 2013 in Amerika statt und umfasste eine 23-tägige Zugreise, die vom Atlantik an den Pazifik führte. Die Mitreisenden waren Künstler und Musiker, die Stationen teils entlegene Orte, die kurzerhand als kreative Hotspots auserkoren wurden.

Etwas Ähnliches wird Aitken im Barbican Centre in London inszenieren und auch Frankfurt soll für die Dauer der Ausstellung in der Schirn etwas von der außergewöhnlichen Atmosphäre eines solchen Events abbekommen. Zu „Station to Station“ entstand auch ein Film, der dieses besondere Projekt einfängt. Dieser wird am 12. Juli im Cinema am Rossmarkt seine Deutschlandpremiere feiern, aber auch die Stadt selbst soll Teil der künstlerischen Auseinandersetzung Aitkens werden: „Wir werden einige öffentlich zugängliche Orte nutzen und den Menschen Überraschungsmomente bieten. Wie genau das aussehen wird, kann ich noch nicht sagen, aber ich glaube, wir haben ein paar gute Ideen.“

>> Doug Aitken in Frankfurt
- Schirn Kunsthalle, 9.7.–27. 9., Schirn Kunsthalle.

- Eröffnung mit Sommerfest: 8.7., 19 Uhr, Eintritt frei. Burnt Friedman und Jaki Liebezeit spielen, Ludwig Röhrscheid legt auf.

- Artist Talk – Kurator Matthias Ulrich und Doug Aitken im Gespräch: 11.7., 18 Uhr, Schirn Café.

- Deutschlandpremiere des Films „Station to Station“: 12.7., 17 Uhr, Cinema, Rossmarkt 7.

>> Doug Aitken im Journal Frankfurt
Eine Version dieses Artikels ist in der Print-Ausgabe des Journal Frankfurt vom 30. Juni 2015 erschienen. Darin auch ein ausführliches Interview mit Kurator Matthias Ulrich. Das Cover eben jener Ausgabe wurde von Doug Aitken gestaltet. Erhältlich am Kiosk oder digital.

Foto: Black Mirror, 2011, Drei-Kanal-Videoinstallation, drei Monitore, architektonisches Environment, 13 Min. Loop, Farbe, Ton Maße variabel Auflage 2/4 Courtesy the artist; 303 Gallery, New York; Galerie Eva Presenhuber, Zurich; Victoria Miro Gallery, London; Regen Projects, Los Angeles Film Still © Doug Aitken

Ein von @ffmnils gepostetes Video am

 
8. Juli 2015, 10.18 Uhr
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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