Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Die Band Annenmaykantereit in der Batschkapp
 

Die Band Annenmaykantereit in der Batschkapp

0

Nicht barfuß am E-Piano

Foto: Tamara Marszalkowski
Foto: Tamara Marszalkowski
Einst machten sie Straßenmusik, jetzt füllen sie die Batschkapp - und das gleich zwei Mal. Die Band Annenmaykantereit spielte am Freitag vor ausverkaufter Halle. Die Karten für den Zusatztermin sind auch fast weg.
Manch ein Fan versteht erst beim Konzert wofür der Bandname „Annenmaykantereit“ steht. Die Konzerthalle der Batschkapp ist bis zum Rand mit Fans gefüllt. Sie alle scharren ungeduldig mit den Füßen. Zum Pogen ist zu wenig Platz und eigentlich ist die Musik sowieso zu ruhig dafür. Die Band besteht aus den vier Jungs Christopher Annen, Henning May, Severin Kantereit und seit 2014 auch Malte Huck.

Die Jungs starten erst einmal mit den nicht so bekannten Songs. Die Hits wollen sie sich wohl für's Finale aufsparen. Dennoch wird gleich alles von den Fans mitgesungen. Da wiegt sich dann manch einer verträumt im Takt der Musik und schließt beim Formen der Wörter gar die Augen. "Nicht nichts" ist als Einstieg nicht unbedingt nichts, aber auch nicht so viel. Der Song nimmt zwar an Fahrt auf, doch so richtig kann er die Fanmasse nicht aus ihrer Verträumtheit reißen. Zwischendurch unterbricht May seinen kantigen Gesang, für den die Band so beliebt ist, um eine Melodica zu spielen.

Die drei Kölner, Annen, May und Kantereit, lernten sich in ihrer Gymnasialzeit kennen und machen seitdem gemeinsam Musik. Anfangs waren sie als Straßenmusiker unterwegs. Bekannt wurden sie daraufhin über ihren youtube-Kanal. Noch bevor sie ihr Album „Nix Konkretes“ veröffentlichten, hatten sie bereits eine breite Fangemeinde. Auch unter den Fans in der Batschkapp sind sowohl Teenies als auch höhere Semester zu sehen. Dass die Bandmitglieder selber noch jung sind merkt man an ihren Texten. Es geht um Freundschaften, Eltern, Mitbewohner und die erste gemeinsame Wohnung mit der Freundin.

Marken der Band ist die Reibeisenstimme von May. Auch wenn der lange May, so schmal und blass wie er ist, etwas verloren auf der Bühne wirkt, so braucht man nur die Augen zu schließen und hat das Gefühl einen 30 Jahre älteren, vom Leben gezeichneten Mann vor sich zu haben. May schafft es locker mit seiner Stimme die komplette singende und grölende Batschkapp zu übertönen - eine riesige Stimme, die die kleinen Dingen des Lebens besingt.

Als Gast holt sich die Band immer mal wieder den Trompeter Ferdinand Schwarz mit auf die Bühne. Zwei Coversongs werden gespielt. Einer davon ist eine entschleunigte, bluesige Version von "Sunny" von Bobby Hebb. Auch einen Song für den sie auch schon ausgebuht worden seien spielen sie. Es ist ein gesungenes Plädoyer gegen das ständige Fotografieren und Filmen mit Smartphones auf Konzerten. Doch da braucht es nur zwei Songs und die Bildschirme leuchten wieder über den Köpfen der Masse. Denn die Hits hat sich die Band als krönenden Abschluss aufbewahrt.

Auf einmal werden die Songs alle auf einmal rausgekloppt. Auf "Pocahontas" folgt "Oft gefragt". Dann verschwindet die Band kurz. Lässt sich aber gar nicht lange um eine Zugabe bitten. Plötzlich kommt May alleine auf die Bühne zurück und spielt "Barfuss am Klavier" in Schuhen und am E-Piano. Er ist so präsent, dass er mit seiner Stimme den ganzen Saal in seiner Hand hat. Dann kommen auch die restlichen Mitglieder auf die Bühne und spielen "21, 22, 23". „Und du tanzt nicht mehr wie früher“ singen sie noch, als manch einer schon den Saal verlässt und sich fragt, ob das wirklich so ist.
11. Mai 2016
Tamara Marszalkowski
 
Tamara Marszalkowski
Theaterredakteurin. Jahrgang 1987, Studium der Kunstgeschichte, Ethnologie und Pädagogik in Frankfurt, seit 2015 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Tamara Marszalkowski >>
Mail schreiben
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Als König Richard brillierte Wolfram Koch zu Jahresbeginn am Schauspiel Frankfurt, für seine darstellerische Leistung wurde er nun für den Theaterpreis DER FAUST vorgeschlagen. Ob er die Auszeichnung erhält, erfährt er Anfang November. – Weiterlesen >>
Text: nic / Foto: © Christoph Mack
 
 
„Wo kommst Du eigentlich ursprünglich her?“
0
Migrationsgeschichte von Journalistinnen
Am 24. September diskutieren Hadija Haruna-Oelker und Canan Topçu über Hürden, Vorteile und Vorurteile in deren Arbeitsalltag als Journalistinnen mit Migrationshintergrund. – Weiterlesen >>
Text: kab / Foto: Katarina Ivanisevic
 
 
Anna Burch im Schon Schön
0
Den eigenen Instinkten vertrauen
Im Mai schaute Anna Burch mit ihrer Band bereits im Hafen 2 in Offenbach vorbei und begeisterte das Publikum mit einem charmanten Auftritt. Am Freitag ist die US-Amerikanerin noch einmal im Schon Schön in Mainz zu sehen. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Detlef Kinsler
 
 
 
Lotte Laserstein. Von Angesicht zu Angesicht
0
Eine Weimarer Künstlerin und ihre späte Würdigung
Das Städel Museum zeigt ab dem 19. September die Malerin Lotte Laserstein in einer umfassenden Einzelausstellung. Sie gehört zu den größten Wiederentdeckungen der letzten Jahre und zeichnet sich durch ihre sensiblen sowie eindringlichen Porträts aus. – Weiterlesen >>
Text: Martina Schumacher / Foto: Staatliche Museen zu Berlin, Nationalgalerie / Roman März
 
 
32. Fantasy Filmfest
0
Zurück zur alten Location
Nachdem die Feuerprobe im Januar mit den „White Nights“ erfolgreich bestanden wurde und die schon länger existierenden „Nights“ im Mai etwas unter dem Biergartentemperaturen litten, findet nun das erste reguläre „Fantasy Filmfest“ im großen Saal der „Harmonie“-Kinos statt. – Weiterlesen >>
Text: Gregor Ries / Foto: Fantasy Filmfest/Splendid
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  624 

Twitter Activity