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Daniele Buetti in der Schirn
 

Daniele Buetti in der Schirn

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Kunst zum Hören

Eigens für die Rotunde der Schirn hat der Schweizer Künstler Daniele Buetti eine Soundinstallation der besonderen Art entwickelt: Besucher erleben in dem öffentlich zugänglichen Raum eine Meditationshypnose.
„It’s all in the mind“ lautet der Titel der Soundinstallation, die in der Rotunde der Schirn Kunsthalle zu hören ist. Es ist die erste Installation dieser Art, die Daniele Buetti entworfen hat. Der Schweizer erlangte vor allem durch seine Reihe „Looking for Love“, die er in den 90er-Jahren fertigte, internationale Bekanntheit. Für diese Werkgruppe verfremdete er Modefotografien durch Kritzeleien oder Markennamen, die er auf der Rückseite der Bilder anbrachte. Der erschreckende Effekt: Die Gesichter und Körper der auf der Vorderseite zu sehenden Models, wirkten so wie vernarbt oder verbrannt. Buetti zerstörte mit dieser Arbeit die Ikonen eines wahnsinnigen Schönheitsideals.

Jetzt geht es um hypnotische Zustände, um bewusstseinserweiternde Riten: „Die Verbindung zwischen Kunst und metaphysischen, religiösen oder spirituellen Erfahrungen finde ich sehr spannend“, sagt Daniele Buetti. Die „hypnotische Farbreinigung“, die nun in der Rotunde zu hören ist, orientiert sich an einer geleiteten Meditation, die der Psychologe Arno Müller entwickelt hat. Müller ist Professor an der Fachhochschule Frankfurt; die Audiodatei der Soundinstallation wurde von ihm besprochen. Über dieses Projekt sagt Daniele Buetti, dass man es nicht allzu ernst nehmen sollte: „Hier wird niemand eine richtige Meditation erleben, dafür ist es viel zu unruhig.“ In der mit Kissen ausgestatten Rotunde werden die Besucher dazu aufgefordert, sich verschiedene Farben vorzustellen, die ihren Körper erst durchfließen und dann verlassen, wobei sie alle negativen Gefühle mitnehmen sollen.

Buetti bringt diese Meditation in den öffentlichen Raum und bricht so mit der Intimität, die normalerweise mit einer solchen Hypnose einhergeht. Wie wirken Farben und was bewirken sie? Die Besucher stehen nicht wie Passanten nebenbei, sondern werden in die Installation, in die hypnotische Erfahrung mit einbezogen.

Ob die Rotunde durch die Soundinstallation wirklich zu einem Ort der Auseinandersetzung mit sich selbst wird, muss wohl jeder für sich selbst entscheiden. Doch wie der Künstler ja auch selbst sagt, sollte man die Aktion nicht überbewerten: „Es wäre peinlich, wenn man hier keine Ironie erkennt“. Die Kissen sind aber auch ohne hypnotische Erfahrung sehr kuschelig.

>> Die „hypnotische Farbreinigung“ ist vom 22. Mai bis 31. August als Soundinstallation öffentlich zugänglich in der Rotunde der Schirn Kunsthalle zu hören.
Web: schirn.de
 
21. Mai 2014, 20.59 Uhr
Ronja Merkel
 
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