Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Dagmar Priepke tritt in den Ruhestand
 

Dagmar Priepke tritt in den Ruhestand

0

30 Jahre Engagement für Frankfurt

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Stets engagiert und mit Blick nach vorne war Dagmar Priepke drei Jahrzehnte für die Stadt Frankfurt tätig, zuletzt 10 Jahre lang als Geschäftsführerin der Heussenstamm-Stiftung. Ende Januar geht sie in den Ruhestand – und hat schon neue Pläne.
Wer mit Dagmar Priepke ins Gespräch kommt, wird sehr schnell einmal ihr herzliches Lachen zu hören kriegen. Wir sitzen an einem langen Tisch in der Küche der Heussenstamm-Stiftung in der Braubachstraße in der Innenstadt. Wohl so einige Menschen haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten von ihrem Lachen anstecken lassen. So lange war Priepke für die Stadt Frankfurt tätig: 20 Jahre lang im Kulturamt, in den vergangenen 10 Jahren als Geschäftsführerin der Heussenstamm-Stiftung. Ende Januar geht sie nun in den Ruhestand.

Priepkes Augen funkeln lustig, die 62-Jährige strahlt eine einnehmende Offenheit aus. Auf die Frage, wie sie auf diese Zeit im Dienst der Stadt zurückblickt, überlegt sie kurz und sagt dann lachend: „Mit guter Laune!“ Ihre Offenheit und ihre Neugier waren es auch, die die berufliche Laufbahn der Sachsenhäuserin bestimmten. „Ich konnte mich ja nie 40 Jahre lang an einem Ort vorstellen“, meint sie heiter. „Ich fand es immer gut, nach 10 bis 15 Jahren die Stelle zu wechseln.“

Macherin mit Organisationstalent

So suchte sie sich immer wieder neue Aufgaben: Als gelernte Bibliothekarin war Dagmar Priepke in den 1980ern einige Jahre in der Bibliothek des Feministischen Dokumentationszentrums unter Alice Schwarzer tätig. Anschließend absolvierte sie eine zweite Ausbildung in „Organisationsprogrammierung“, wie der IT-Lehrgang damals noch genannt wurde. Es folgten 20 Jahre im Kulturamt, als Leiterin der IT und Frauenbeauftragte am Museumsufer. Das Organisatorische war immer schon ihre Stärke. „Ich erkenne immer schnell, was praktisch ist“, sagt sie, und man glaubt es ihr sofort. Eine Macherin.

Dagmar Priepke steht auf und verschwindet kurz die Treppe hoch. Mit einer schlichten, ocker und blau bemalten Leinwand kommt sie wieder. Das Bild sei in einem von Künstlerinnen geleiteten Workshop für Drogenabhängige entstanden, sagt sie. Ein Projekt, das sie gemeinsam mit der Geschäftsführerin der Integrativen Drogenhilfe „Eastside“ lancierte. „Das ist der Strand in meiner Heimat Neapel“, erklärte der Mann, der das Bild malte. Priepke, die selbst „den Süden im Herzen“ trägt, erkennt die Sehnsucht, die darin steckt. „Da sind sehr anrührende kleine Werke entstanden.“

„Ich hatte große Gestaltungsmöglichkeiten.“

In den zehn Jahren, in denen sie die Geschäfte der Heussenstamm-Stiftung leitete, modernisierte und professionalisierte sie diese und führte die Stiftungsschwerpunkte Kunst und soziales Engagement zusammen. Dabei provozierte sie mit ihrer direkten Art in der Stadtpolitik gerne auch mal. Sie organisierte jährlich etwa zehn Ausstellungen von Arbeiten lokaler Künstlerinnen und Künstler in der Stiftungsgalerie, entwickelte sozial-künstlerische Projekte und veröffentlichte eine Reihe an Publikationen, die sich mit der Geschichte der Stiftung befassen.

„Ich hatte hier große individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, das erfüllt mich mit großer Dankbarkeit“, sagt sie. Bald wird sie ihr Werk in neue Hände übergeben, aber aus ihrer Stimme ist keinerlei Schwermut zu hören. Sie ist ein Mensch, der nach vorne schaut. Die Zukunft hält ja so viel Spannendes bereit. Die lebenslustige Frau, die sich der italienischen Lebensart und dem Genuss verschrieben hat, wird man wohl des öfteren Espresso trinkend und Zeitung lesend in der Stadt antreffen – Dolce Vita. „Vielleicht, weil ich selbst so ein lebendiger Charakter bin“, meint sie augenzwinkernd.

Und auch der Braubachstraße bleibt sie erhalten. „Wir Anlieger haben eine Interessengemeinschaft Braubachstraße gegründet. Wir wollen, dass die Straße so lebendig und trendig bleibt, mit inhabergeführten Länden.“ Die Frau, die so schnell einen Draht findet zu den Menschen, sie kennt die Nachbarn natürlich alle.
11. Januar 2019
Isabel Hempen
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Neues Kunstfestival im September
1
Kunst als urbanes Ereignis
Frankfurt bekommt ein neues Kunstfestival: „The Frankfurt Art Experience“. Neben vielen spannenden Angeboten holt das Festival am ersten Septemberwochenende auch die beliebte Kunstmesse Paper Positions in die Stadt. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: Symbolbild @ Unsplah/Deanna J
 
 
Lost Stories: neue Form der Erinnerungskultur
0
Das Leben eines jeden Menschen ist es wert, erzählt zu werden
Die Austellungsreihe Lost Stories will den Umgang mit Altern, Sterben, Tod und Vergänglichkeit in den Alltag holen und eine neue Form der Erinnerungskultur kreieren. Das Pilotprojekt startet in Frankfurt, noch bis zum 23.7. läuft eine Crowdfunding-Aktion. – Weiterlesen >>
Text: Helen Schindler / Foto: Symbolbild © Pixabay
 
 
Sommerwerft 2019 vom 19.7.-4.8.
0
Kreativität statt Konsum
Am Freitag startet das kostenlose Theaterfestival Sommerwerft. Mit 300 Künstlerinnen und Künstlern ist es noch größer als im vergangenen Jahr. Und auch hier ist das Thema Klimaschutz angekommen: Durch eine Neuerung werden in diesem Jahr 36 000 Kilogramm CO2 eingespart. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: Stefano Strampelli
 
 
 
Haus am Dom: Sommerkino auf der Dachterrasse
0
Filme voller Musik, Liebe und Politik
Sommer ist Freiluftkino-Zeit: Auf der Dachterrasse des Hauses am Dom werden auch in diesem Jahr wieder Filme unter freiem Himmel gezeigt. Von 19. Juli bis 11. August werden acht verschiedene Filme auf die Leinwand projiziert. – Weiterlesen >>
Text: hes / Foto: D. Wiese-Gutheil/Haus am Dom
 
 
Interview mit Initiator vom Burg Herzberg Festival
0
Love and Peace
Das Burg Herzberg Festival feierte schon 2018 seinen 50. Geburtstag, ein Jahr vor Woodstock. Das JOURNAL FRANKFURT sprach mit Gunther Lorz, dem Geschäftsführer des Festivals, das dieses Jahr vom 25. bis 28. Juli im osthessischen Breitenbach stattfindet. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Graham Nash
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  660