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Foto: DLW/F.I.M.
Foto: DLW/F.I.M.

DLW bei „Jazz Connects RheinMain“

Weltklasse in die Region bringen

Der Kulturfonds RheinMain hat das Forum improvisierter Musik eingeladen, drei Konzerte zu „Jazz Connects RheinMain“ beizutragen. Die F.I.M. präsentiert zwischen 4. und 8. Oktober das Trio DLW in Frankfurt, Rumpenheim und Hanau.
JOURNAL FRANKFURT: Was verbirgt sich hinter „Jazz connects RheinMain“, was ist das Besondere an der Konzertreihe?
Christof Krause (F.I.M.): „Jazz connects RheinMain“ ist eine Initiative des Kulturfonds RheinMain, mit der Jazz sozusagen in die Rhein-Main-Region gebracht werden soll. Der Kulturfonds ist eine Initiative des Landes Hessen sowie von Städten und Kreisen im Rhein-Main-Gebiet, mit dem Ziel, die kulturellen Aktivitäten unserer Region enger zusammen zu führen und neue Kulturprojekte mit nationaler und internationaler Ausstrahlung zu fördern. Für die Jazz connects-Initiative sind, so die Selbstdarstellung, „Jazzschaffende eingeladen, jeweils drei Konzertprogramme in thematischer und zeitlicher Nähe zueinander einzureichen. Also zum Beispiel eine Serie von drei Konzerten. Die möglichen Spielstätten können selbst organisiert oder in Rücksprache mit dem Kulturfonds gesucht bzw. angesprochen werden. Sie müssen in den Mitgliedsstädten des Kulturfonds liegen, die auf der Homepage des Kulturfonds unter www.kulturfonds-frm.de/kulturfonds/gesellschafter eingesehen werden können.“

Nach welchen Kriterien wurden die Locations ausgesucht?
Es ist gar nicht so einfach, Locations zu finden, die sich mit improvisierter Musik beschäftigen möchten. Generell ist die musikalische Experimentierfreude eher schwach ausgeprägt, mit traditionellen Angeboten käme man wesentlich leichter und billiger ans Ziel. So sucht man so lange bis die Zahl drei erreicht ist und ist dann froh, ein Ergebnis zu haben.

Wieso ist das Trio Dell-Lillinger-Westergaard (DLW) prädestiniert, bei JcRM präsentiert zu werden?
Mit DLW knüpfen wir an frühere Zeiten an: Christopher Dell stammt aus der Gegend und war lange hier musikalisch aktiv. Er hat sich in den Jahrzehnten nach seiner hiesigen Zeit weiter entwickelt, da ist es spannend zu hören, wohin das geführt hat. Und mit den Musikern seines Trios, Christian Lillinger und Jonas Westergaard, können wir Weltklasse in die Region bringen.

Wie kam es zu der Idee, Bob Degen als Special Guest einzuladen? Wie passt er zu dem Trio?
Mit Bob Degen haben wir ein wirkliches Schwergewicht des Jazz in Frankfurt gewinnen können. Seine stilistischen Vielfalt zwischen Tradition und zeitgenössischer Improvisation mit der Improvisationsgewalt des Trios DLW zu verbinden, ist eine spannendes Projekt.

Neben eurer „Jazz connects RheinMain“-Aktivitäten gehört auch eine weitere Folge der „Formationen+-Reihe“ am 25.10. in der Brotfabrik auf dem Programm zum Start der neuen F.I.M.-Konzertsaison. Wieso habt ihr euch für die Amsterdamer Initiative DOEK als Gäste entschieden?
Amsterdam liegt so nahe an Frankfurt, dass es erstaunlich ist, wie wenig die dortigen Aktivitäten hier präsent sind. Amsterdam hat nicht nur eine sehr lebendige Szene des Jazz und der Improvisierten Musik, auch die Rahmenbedingungen sind deutlich besser, was die Nutzungsmöglichkeit von Räumlichkeiten und was Förderung betrifft. Wir halten es insofern für dringend nötig, auch hier zu zeigen, zu welch großartigen Ergebnissen das führen kann. Die Musiker:innen sind dem Publikum hier vielleicht wenig bekannt, schaut man aber deren Vita an, wundert man sich, wie gut sie mit der internationalen Improvisationsszene vernetzt sind.

Wie wichtig ist euch neben der regionalen und nationalen auch die internationalen Vernetzung der frei improvisierende Szene?
Für Frankfurt lösen sich die Grenzen – wenn man einmal über die Region hinaus geht – schnell auf. Frankfurt liegt näher an Städten wie Amsterdam und Basel, Berlin ist so entfernt wie Paris, da blickt man sich schnell in den Nachbarländern um, bzw. uns erreichen viele Anfragen aus Nachbarländern. Frankfurt wiederum ist schon deshalb auf den Austausch mit Nachbarländern angewiesen, weil es in Frankfurt selbst keine eigene Szene mehr gibt. Das könnte sich langfristig durch die angekündigte Einführung eines neuen Studiengangs ändern, aber auch wenn der sich etabliert haben wird, kann man sich nur im Austausch produktiv entwickeln.

Bis dato wart ihr noch nicht in der Brotfabrik zu Gast. Wie wichtig ist euch, in immer andere Locations zu gehen und dort die Idee eures Forums vorzustellen?
Jede Location hat ein Stück weit ihr eigenes Publikum, wir erhoffen uns insofern auch eine Ausweitung des Interessentenkreises zu erreichen.

Sozusagen am Vorabend des Jazz-Festivals Frankfurt findet Formationen+ statt. Ist das Zufall oder bewusst gewählt, weil man sich als Ergänzung zum Angebot beim Festival versteht, wo das freie Spiel so nicht gepflegt wird?
Neben vielen terminlichen Einschränkungen trifft auch das zu. Freie Improvisation gibt es beim Jazzfestival immer mal am Rand, da ist das ein passendes Angebot. Aber ich will nicht verhehlen, dass es einfach schwierig ist, viele Musiker und die Locations unter einen Hut zu bringen in der Hoffnung einen Zeitraum vor dem nächsten Lockdown zu finden.

>>Alle Terminen finden Sie unter www.fim-ffm.de
 
29. September 2022, 10.11 Uhr
Detlef Kinsler
 
Detlef Kinsler
Weil sein Hobby schon früh zum Beruf wurde, ist Fotografieren eine weitere Leidenschaft des Journal-Frankfurt-Musikredakteurs, der außerdem regelmäßig über Frauenfußball schreibt. – Mehr von Detlef Kinsler >>
 
 
Fotogalerie:
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