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Bang in den Mai

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Im Nachtleben geben sich die Death-Größen gegenwärtig die Türklinke in die Hand. Nach Gojira vor zwei Wochen machen sich Disbelief daran, zum Tag der Arbeit den Laden genussvoll zu zerlegen.

Als Support stehen „Stay Where the Pepper Grows“ auf der Bühne, ein solides Spaß-Thrash-Trio mit starkem Motörhead-Einschlag. Die Jungs der gehobenen Altersklasse machen einen sympathischen Eindruck, und man sieht ihnen in jedem Takt den Spaß an, den es ihnen bereitet, auf der Bühne ihr Ding zu machen. Während des Headliners tauchen sie erwartungsgemäß im Publikum auf. Wahre Fans eben.

Disbelief haben den Laden nur zu zwei Dritteln vollbekommen, was etwas erstaunt, ist die Band doch das Death-Aushängeschild der Region. „Tretet öfter auf, dann kommen auch mehr Leute“, erklärt ein Mensch im Publikum in überzeugender Logik und erntet Gelächter.

Wenige Leute, aber trotzdem gute Stimmung. Die Band schleudert dem dankbaren Publikum die Stücke des neuen Albums „Protected Hell“ entgegen, als ginge es ums Überleben. Zur Eröffnung wiegen Disbelief das Publikum mit einem atmospärischen Intro in trügerische Sicherheit, um in der Folge tonnenschwere Groove-Walzen ins Publikum zu schleudern, wie sie gegenwärtig so wohl keine andere Band hinbekommt. Das freut die Nackenmuskeln der massivst bangenden Fans. Geschickt umschifft die Band zu eingängige Strukturen, ohne progressiv zu wirken, unterlegt alles mit mörderischen Grooves, und über den Songs thront die unfassbare Stimme von Karsten „Jagger“ Jäger, dessen Growls alles, was sich sonst noch im Death Metal dem Kehlkopfkrebs aussetzt, nach Übungskeller klingen lässt. Das neue Album weitet das Spektrum der Band noch einmal aus, so ertönen neben den gewohnten tödlichen Riffs auch Elemente des derzeit angesagten Sludge/Post-Metal der Marke Isis und Co. Alles,
was der Intensität dient. Höhepunkt ist, wie ein verblüffter Zuschauer ins Mikro brüllt, das der gut aufgelegte Jagger ihm ins Gesicht hält, „der größte Song, der jemals geschrieben wurde“ - „Rewind It All“. Der Mann weiß, wovon er spricht: Wem dieser Song nicht die Rübe abschraubt, der muss sie schon verloren haben, irgendwo zwischen den Matten, die durch die vor düsterer Energie knisternde Luft geschleudert werden. Dem kann sich dann auch der diese Zeilen schreibende Althippie nicht entziehen. Am Ende gibt es zwei Zugaben, dann entlässt die Band das schweißnasse Publikum aus der Hölle. Taub, aber glücklich.

Allmählich müsste die Region mal mitbekommen, welch ein Juwel wir hier haben.
 
5. Mai 2009, 07.59 Uhr
Günther Neeßen
 
 
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