Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Ausstellung in den Opelvillen
 

Ausstellung in den Opelvillen

0

Gefesselte Keramik

Foto: © Robert Schittko
Foto: © Robert Schittko
Robert Schittko zeigt in der Ausstellung „nothing matters (that much)“ in der Schleuse der Opelvillen Rüsselsheim seine neue Werkserie „Extended Play“, in der er Keramiken zu Stillleben-Akteuren werden lässt.
Die Stillleben in Robert Schittkos fotografischen Arbeiten zeigen Gegenstände, die abstrakt sind und sich jeglicher Zweckbestimmung entziehen: Tulpen und zartblättrige Kräuter scheinen aus amorphen keramischen Gebilden zu wachsen, die mit Stricken und Kordeln umwunden sind. In seiner aktuellen Serie „Extended Play“ verarbeitet Schittko eigens dafür handgefertigte Keramiken und persönliche Gegenstände in Studiofotografie. Dazu formt und brennt er die zweckfreien keramischen Gebilde, die nur für die Zwecke dieser Bilder angefertigt und danach wieder zerstört werden, und bestückt diese mit floralen Elementen und Schnüren, um sie daraufhin in einer fotografischen Serie bildlich festzuhalten. Dabei untersucht Schittko wann und wie Dinge durch das Medium der Fotografie zu Akteuren werden und neue Realitäten entfalten.



© Robert Schittko

Die Anordnung der Still-Life-Fotos basiert auf der erotischen Kunst von Shibari, einer Form des japanischen Bondage. Wobei die Fesselung beim Shibari – im Gegensatz zum westlichen Bondage – nicht ausschließlich der Immobilisierung dient. Vielmehr kann sie auch ästhetische Formen annehmen und so eine Art Kunstwerk schaffen. Anders als die ursprüngliche Bedeutung bei Shibari, verwendet Schittko hier das Seil und die Schnüre, um die gegebene Zusammensetzung der Objekte zu erweitern. Indem er sie zusammenbindet, erschafft er eine neue Ordnung und intensiviert ihre Synergie. „Materialien werden vermischt und zu einer neuen Gedankenstruktur collagiert - gefundene Objekte gepaart mit floralen Elementen und Teilen des menschlichen Körpers. Während diese Fotografien eine sexuelle Komponente beinhalten, spielen sie auch mit der Frage nach der Beziehung zwischen Skulptur und Fotografie. Sie werfen die Frage auf, welches Element dieses Wechselspiel zwischen Bildhauerei und Fotografie beherrscht: Die Keramik als Stillleben inspiriert von der Malerei oder das Objekt selbst gepaart mit dem menschlichen Körper, an den es zwangsläufig gebunden ist“ sagt Schittko über die Objekte in seiner Still-Life-Fotoserie „Extended Play“.



© Robert Schittko

Neben seinen neuen Fotoarbeiten präsentiert Schittko, der an der Hochschule für Gestaltung Offenbach studiert, einzelne Arbeiten aus der bereits 2016 in Berlin gezeigten Serie „Ich hab vergessen, wie das ist.“ Darin greift er Fotografien aus privaten Momenten auf, die er mit geschichteten Fragmenten von Körperbildern zusammenbringt. Effekte werden überlagert und dupliziert. Daraus entsteht ein Zusammenspiel aus Erinnerungsfetzen, gedruckt auf gefrästen Holzarbeiten.

Beide Werkserien Schittkos sind in der Ausstellung »nothing matters (that much)« vereint, die noch bis Anfang September in der Schleuse der Opelvillen Rüsselsheim zu sehen ist.

>> Ausstellung „nothing matters (that much)“ von Robert Schittko in der Schleuse der Opelvillen Rüsselsheim, Ludwig-Dörfler-Allee 9, Mi 10-18, Do. 10-21, Fr - So. 10-18 Uhr
7. August 2018
Anett Göthe
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Interkulturelles Projekt für junge Menschen
0
Mitmachen bei „Musikwelten“
Das musikpädagogische und gewaltpräventive Projekt „Musikwelten“ eröffnet jungen Menschen einen Zugang zu interkulturellen Lernmöglichkeiten. Nun werden weitere Jugendliche gesucht, die Lust auf Musik, Kreativität und Spaß haben. – Weiterlesen >>
Text: red / Foto: Mark Dietl
 
 
Dudu Tassa & The Kuwaitis
0
Zurück in die Zukunft
Manchmal muss man eben die Geschichte von Großvater und Großonkel studieren, um sich Inspirationen für die eigene Musik zu holen wie Dudu Tassa, der die Lieder der Al-Kuwaiti-Brüder wiederaufleben lässt, live am Samstag in der Brotfabrik. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Lior Keter
 
 
Bridges-Orchesterkonzert im HR-Sendesaal
0
Brücken bauen
Schon zum vierten Mal findet am 26. April ein Bridges-Orchesterkonzert im HR-Sendesaal statt. „Transfer“ ist es überschrieben, ein Hinweis auf den musikalischen Dialog, mit dem die Musiker – auch menschlich – Brücken bauen wollen. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Detlef Kinsler
 
 
 
Musizieren über den Tellerrand
0
Taste other Countries: Armenien
Die Konzertreihe „Ex-Patriates Classics – HeimatKonzerte 2.0“ möchte die musikalische Vielfalt des Rhein-Main-Gebiets erlebbar machen. Bei jeder Veranstaltung steht ein anderes Land im Mittelpunkt, am kommenden Donnerstag ist es Armenien. – Weiterlesen >>
Text: hes / Foto: Die Fabrik/Facebook
 
 
Vergabe von Goethe- und Ehrenplaketten beschlossen
0
Auszeichnungen für Max Hollein, Rainer Weiss und Charly Körbel
Der Magistrat hat die Vergabe der Ehren- und Goetheplaketten beschlossen. Eine Goetheplakette geht unter anderem an den Kunsthistoriker Max Hollein. Der Verleger Rainer Weiss und Fußball-Urgestein Karl-Heinz Körbel werden jeweils mit einer Ehrenplakette bedacht. – Weiterlesen >>
Text: Ronja Merkel / Foto: Harald Schröder
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  648