Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Kultur
Startseite Alle NachrichtenKultur
Ardi Goldman kritisiert Stadtpolitik
 

Ardi Goldman kritisiert Stadtpolitik

2

Hat die Stadt die Probebühnen des Schauspiels verspielt?

Foto: nil
Foto: nil
Es geht um 25.000 Quadratmeter und 15 Millionen Euro: Ardi Goldman will ein Gelände mit Probebühnen an eine Firma verkaufen. Kultur- und Liegenschaftsamt hätten auf seine Anfragen wochenlang nicht reagiert.
Ardi Goldman braucht Geld – und zwar relativ zügig. Wahrscheinlich schon im Sommer muss er nach seiner Niederlage vor dem Bundesgerichtshof eine Haftstrafe antreten, außerdem 15 Millionen Euro zahlen. An wen, darüber gibt es noch einen Rechtsstreit, doch am Betrag kommt der Immobilienmann wohl nicht vorbei. Das Idealgrundstück, um das Geld auszulösen, liegt in der Schielestraße. Goldman hat es vermietet an die Stadt Frankfurt, dort liegen die weitläufigen Probebühnen des Schauspiel Frankfurt, 25.000 Quadratmeter. Zu einem Preis von 600 Euro pro Quadratmeter will Goldman verkaufen. Macht 15 Millionen Euro. "Ich hatte mich mit der Idee an die Stadt gewandt", sagt er. Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) habe sich wochenlang nicht gemeldet. Als er das Dezernat schließlich erreichte, habe es gehießen: Probebühnen? Da ist das Kulturdezernat unter Ina Hartwig zuständig. Sechs Wochen, so Goldman, habe er der SPD-Politikerin hinterhertelefoniert. Vorletzte Woche habe er dann einen bösen Brief geschrieben, der Stadt ein Ultimatum gestellt bis vergangenen Montag – sonst werde er das Gelände anderweitig verkaufen.

"Ich verlange gar nicht, dass man mir zusagt – nur, dass ich überhaupt eine Antwort bekomme, selbst wenn die schlicht 'Interessiert uns nicht' lautet, das hätte ich schon erwartet." Auf den Brief habe er jedoch wieder keine Reaktion bekommen.

Am Donnerstag ging Goldman zum Richtfest des Jüdischen Museums. Dort spricht er Ina Hartwig auf die Sache an. "Ihre Antwort war: 'Ich habe nichts damit zu tun und möchte auch nicht darüber reden.' Ich solle mich an Liegenschaftsamt wenden."

Nun ist die Lage der Stadt noch einigermaßen entspannt. Die Mietverträge über die Probebühnen gelten noch sechs Jahre. Auch ein neuer privater Eigentümer könnte nicht sofort abreißen und das Gelände nutzen. "Das Problem ist nur: Wo will die Stadt solch ein Grundstück finden? Und wenn sie es findet, müsste sie es bebauen mit neuen Probebühnen", so Goldman. Laut seiner Rechnung könnte das deutlich teurer werden als sein Vorschlag, das Gelände zu kaufen.

Beim Kulturdezernat erklärt man auf Anfrage, man sei in der Tat nicht zuständig. "Um den Vorschlag seriös zu prüfen, muss zunächst der Wert der Gebäude und des Grundstücks geprüft werden", so eine Sprecherin. Dies sei Sache des Liegenschaftsamtes. Von dort war noch keine Stellungnahme zu bekommen.
8. März 2018
Nils Bremer
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
Mail schreiben
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Whizzbizz am 9.3.2018, 17:44 Uhr:
Ziemlich schlechter Stil.
 
parai ba am 9.3.2018, 16:15 Uhr:
Wenn selbst Kim Jong-un und Donald John Trump miteinander reden wollen, besteht immer noch Hoffnung, dass sich auch zwei Ressorts der Frankfurter Stadtverwaltung miteinander abstimmen - na, vielleicht auch nicht, denn es ist immer bequemer nicht zuständig zu sein. Vielleicht war es der Dame und dem Herrn nicht prestigeträchtig genug.
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Kultur
 
 
Bis zu 30 000 jährlich für Energiesparmaßnahmen
0
Stadt verlängert Förderung für Kulturbetriebe bis 2019
Durch die richtigen Energiesparmaßnahmen lässt sich viel Geld sparen, jedoch fehlt es den Kulturbetrieben oft an Personal und Kapital für die Umrüstung. Deshalb hat das Energiereferat beschlossen, diese Häuser noch bis 2019 mit bis zu 30.000 Euro jährlich zu fördern. – Weiterlesen >>
Text: ms/ffm / Foto: Stadt Frankfurt/Salome Roessler
 
 
Geschenkideen zu Weihnachten
0
Musikszene Frankfurt
Ein gutes Buch unterm Baum: da bieten sich für Fans der regionalen Musikszene gleich vier Veröffentlichungen als Geschenke an. Wer noch nicht weiß, was er zu Weihnachten verschenken soll, wird in dieser Musikliebhaber-Liste sicher fündig. – Weiterlesen >>
Text: Detlef Kinsler / Foto: Charles Verlag
 
 
„Grey Is the New Pink“ im Weltkulturen Museum
0
Altern ist relativ
Die Ausstellung „Grey Is the New Pink“ im Weltkulturen Museum beleuchtet verschiedene Aspekte des Alterns. Der Besuchersansturm auf die vielfältige Schau ist enorm. Besonders junge Menschen scheinen dem Thema zugeneigt. – Weiterlesen >>
Text: Anett Göthe / Foto: Weltkulturen Museum
 
 
 
Mit dem Erwerb von neun Werken des Künstlers Maximilian Klewer schließt das Städel Museum eine Lücke in der Kunstgeschichte. Seine Werke waren fast vergessen, finden durch die Initiative seiner jüngsten Tochter und mit der Unterstützung des Städel Museums nun aber wieder Beachtung. – Weiterlesen >>
Text: Anett Göthe / Foto: Maximilian Klewer / Städel Museum
 
 
Der Magistrat wird voraussichtlich am Montag, den 17.12., beschließen, dass Effi Rolfs, die Direktorin des Theaters „Die Schmiere“, und der Schriftsteller Bodo Kirchhoff 2019 mit der Goetheplakette ausgezeichnet werden. – Weiterlesen >>
Text: Karl Linsler / Foto: Tanja Leonhardt
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  637 

Twitter Activity