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Der Weihnachtsmann beschenkt Kinder
 

Der Weihnachtsmann beschenkt Kinder

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Ho, ho, ho!

Foto: © Harald Schröder
Foto: © Harald Schröder
Ob Nikolaus oder Weihnachtsmann: Am 6. Dezember dürfen sich viele Kinder über ein kleines Geschenk freuen. Auf dem Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt ist es ein Weihnachtsmann, der die Kinder beschenkt. Doch woher kommt diese Legende?
Er trägt einen dicken Mantel, der mit Pelz verbrämt ist, um seine Taille hängt ein schwarzer Gürtel. Die rote Zipfelmütze mit dem weißen Bommel und der weiße Bart sind seine Markenzeichen. Ohne den großen Sack geht er eigentlich nicht aus dem Haus, denn seine Aufgabe ist es, Kinder zu beschenken. Meist ist er mit Schlitten und Rentieren unterwegs, denn vom Nordpol nach Frankfurt ist es ein weiter Weg. In diesem Jahr macht der Weihnachtsmann nämlich wieder in Alt-Sachsenhausen Halt und hat für die Kinder allerlei Geschenke dabei. Mit einem Sack voller Überraschungen dreht er auf dem Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt seine Runden und stellt dabei immer seine klassische Frage: „Wart ihr auch alle schön brav?“ Dass der Weihnachtsmann Kinder bestrafen soll, ist aber nur eine Legende, keine Angst. „Jedes Kind ist brav“, sagt er. „Jeder macht natürlich mal Fehler, trotzdem hat der Weihnachtsmann immer ein Geschenk für sie.“

Auf dem Paradiesplatz in Alt-Sachsenhausen ist er am 6., 11. und 18. Dezember jeweils von 16 bis 20 Uhr anzutreffen und verteilt Geschenke. Dass der Weihnachtsmann ausgerechnet dort auf seiner Durchreise Halt macht, hat einen einfachen Grund. „Der Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt eignet sich gut für Familien mit Kindern“, sagt Ulrich Schlepper von der Initiative AltSaxNeu, die den Markt organisiert. „Dort gibt es keine Straßen und er ist sehr überschaubar. Man kann sich nicht so leicht aus den Augen verlieren wie auf den großen Märkten.“ Darüber hinaus steht in der Mitte des Platzes ein Kinderkarussell und in der Krippe hausen echte Tiere – ein richtiges Winterparadies für die Kleinen. Wenn dann noch ein Weihnachtsmann Geschenke verteilt, wird das Leuchten in ihren Augen groß.

Dabei erfahren viele Kinder im Laufe des Älterwerdens, dass die Figur des Weihnachtsmannes eigentlich nur auf einer Legende beruht. Auch hinter dem zotteligen Bart und der roten Zipfelmütze des Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmannes verbirgt sich niemand anderes als ein Frankfurter Bürger, der den Initiatoren bei dieser Idee aushilft, denn „wo Kinder sind braucht es einen Weihnachtsmann“, sagt Schlepper. Der Weihnachtsmann, der am Nordpol wohnt und mit Rentieren und Schlitten durch Schornsteine klettert, ist eine moderne Erfindung, die jedoch auf einem historischen Vorbild basiert. Dieses Vorbild ist der Heilige Nikolaus, der im vierten Jahrhundert in der heutigen Türkei lebte und der Bischof von Myra war. Er war für seine Großzügigkeit sowie Güte bekannt und starb vermutlich am 6. Dezember. Hierin liegt auch der Ursprung des Nikolaustags.

Der Kult um den Heiligen Nikolaus wurde durch Martin Luther und die Reformation verändert. Statt eines katholischen Heiligen brachte nun das Christkind die Geschenke, und das an Heiligabend statt wie zuvor Anfang Dezember. In die USA kam die Weihnachtstradition über die dorthin ausgewanderten Holländer. Der in Deutschland bekannte Weihnachtsmann bekam den Namen Santa Claus und wurde durch seinen Einsatz bei der Coca-Cola-Werbekampagne in den 30-er Jahren erst richtig berühmt. Bis ins frühe 20. Jahrhundert gab es noch viele verschiedene Vorstellungen darüber, wie der Weihnachtsmann aussieht.

Es gab Zeichnungen von Mänteln in grün und blau sowie Spitzenmützen oder gar keinen Mützen. Erst der in die USA ausgewanderte deutsche Karikaturist Thomas Nast zeichnete im Jahre 1863 die Figur mit der heute signifikanten Kleidung, Rauschebart und dem Spielzeug unter dem Arm. Von dieser Vorlage inspiriert trug Coca-Cola dazu bei, dass der Geschenkebringer so aussieht und bekannt ist, wie wir ihn heute kennen. Egal ob Weihnachtsmann, Santa Claus, Väterchen Frost, Sinterklaas, Samichlaus oder Kleeschen – hinter all diesen Namen verbirgt sich dieselbe Figur. Der als uns bekannte Weihnachtsmann vereint verschiedene europäische Traditionen in sich. Letztendlich ist es auch nicht wirklich relevant, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt, solange die Kinder glücklich sind. Aber was ist eigentlich das Beste am Weihnachtsmannsein? Der Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmann hat darauf eine einfache Antwort: „Am besten gefällt mir, dass ich Kinder glücklich machen kann und sie strahlen sehe.“

>> Weihnachtsmann auf dem Alt-Sachsenhäuser Weihnachtsmarkt, 6./11./18. Dezember, je 16-20 Uhr, Paradiesplatz
6. Dezember 2018
Martina Schumacher
 
Martina Schumacher
Jahrgang 1991, Studium der Germanistik an der Goethe-Universität, seit 2016 beim Journal Frankfurt – Mehr von Martina Schumacher >>
 
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