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Editorial 01/2019

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Im Wandel

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Ein Viertel der Widersprüche – und des Wandels: so haben wir das Allerheiligenviertel erlebt. Im Editorial der Januar-Ausgabe des JOURNAL FRANKFURT fasst Chefredakteurin Ronja Merkel zusammen, was Sie sonst noch im Heft erwartet.
Ein altes Jahr geht zu Ende, ein neues bricht an. Eine neue, weiße Seite, die darauf wartet, gefüllt zu werden. Gehören Sie zu den Menschen, die sich zum Jahreswechsel gute Vorsätze auferlegen? Nach dem Motto: Im neuen Jahr wird endlich alles anders? Ich muss zugeben, ich habe diesen Brauch nie wirklich nachvollziehen können. Wenn man etwas ändern möchte, warum dann einen bestimmten Tag, einen vermeintlichen Abschluss abwarten? Jetzt, und nur jetzt ist der richtige Moment, um genau das umzusetzen, was Sie sich schon lange vorgenommen haben. Sie müssen nur an sich glauben. Na ja, und vielleicht ein wenig dafür arbeiten. Das wusste schon Thomas von Aquin: „Für Wunder muss man beten, für Veränderung aber muss man arbeiten.“

Das Thema Veränderung hat uns auch bei der Recherche für unsere Titelgeschichte begleitet. Für die sind wir durch das Allerheiligenviertel gezogen – angeblich die hässliche kleine Schwester des Bahnhofsviertels. Nicht alle von Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, waren begeistert von unserer Idee, das Allerheiligenviertel auf den Titel zu bringen. Das können wir gut verstehen. Niemand möchte neugierige Journalisten in der Nachbarschaft herumschnüffeln und die Gentrifizierung herbeischreiben sehen. Zugegeben: das hat unsere Neugierde noch etwas mehr angeregt. Was wir herausfinden konnten, hat uns überrascht. Hässlich ist das Quartier zwischen der östlichen Zeil und Battonstraße nicht unbedingt, eher komplex, anders – und definitiv im Wandel.

Bei den Städtischen Bühnen stehen ebenfalls Veränderungen an. Auch, wenn noch nicht ganz klar ist, wie diese aussehen werden. Sanierung oder Neubau? Und wenn neugebaut wird, wo und wie? Wir haben Thomas Dürbeck am Osthafen getroffen. Dort möchte der kulturpolitische Sprecher der CDU ein architektonisches Meisterwerk bauen lassen, das Frankfurt in eine Riege mit Hamburg aufsteigen lässt. Kulturdezernentin Ina Hartwig ist da etwas anderer Meinung. Beide Positionen finden Sie in dieser Ausgabe. In einem der kommenden Hefte können wir dann hoffentlich über konkrete Pläne berichten.

Bis dahin bleiben Sie gesund und kommen Sie gut in das neue Jahr. Möge es ein wandlungsreiches für Sie sein – im besten Sinne.

Herzlichst,
Ihre
Ronja Merkel

Das Heft zusammengefasst in 03:25 Minuten:
27. Dezember 2018
Ronja Merkel
 
Ronja Merkel
Jahrgang 1989, Kunsthistorikerin, von Mai 2014 bis Oktober 2015 leitende Kunstredakteurin des JOURNAL FRANKFURT, seit September 2018 Chefredakteurin. – Mehr von Ronja Merkel >>
 
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