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Gesellschaft
 

Vom Nusoul ins Travolta

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Der wundersame Weg einer Musikanlage

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Am Rande des Prozesses der Zeleke-Brüder gegen die DekaBank kam raus: Die Anlage aus dem geschlossenen Club Nusoul landete beim Konkurrenten Travolta. Spielte eine Deka-Mitarbeiterin eine Rolle bei dem Deal?
Dies ist die Geschichte eines Zufalls, einer Fügung, nichts besonderes. So stellt es Dennis Smith dar, der Macher des Travoltas in der Innenstadt. Sein Club wurde zur gleichen Zeit geplant wie das Nusoul der Zeleke-Brüder in der Nähe der Großmarkthalle, Anlage und Lichtsystem kamen vom selben Berater. Im April 2012 musste das Nusoul schließen, der Vermieter ließ den Club räumen, einige Leute holten sich Zeug raus, darunter auch Teile einer Raumskulptur von Star-Künstler Tobias Rehberger – dass sie vernichtet wurde, das beschäftigt derzeit das Frankfurter Landgericht, kommende Woche soll das Urteil verkündet werden im Rechtsstreit zwischen Mengi und Yeshi Zeleke und der WestInvest, einer Tochterfirma der DekaBank, die das Gebäude vermietete. Als die Räumung klar war, holte der Verkäufer der Anlage sein gutes Stück zurück. Wohl noch am ersten Tag. In einer E-Mail der Deka, die dem Journal Frankfurt vorliegt, heißt es, der Musikberater sei der einzige, der Zugang zu dem Gebäude bekommen dürfe. Hintergrund dürfte ein Vollstreckungstitel sein. Diesen trat er aber in der Woche vor der Räumung ab, nachdem ihm die Zeleke-Brüder einen Teil seiner Restforderung von 10.000 Euro zahlten und sich auf eine Ratenzahlung einließen. "Ich verpflichte mich, meinen Titel zur Vollstreckung gegen die NuSoul GmbH ruhen zu lassen", heißt es in einem Brief.

Laut Dennis Smith bot der Herr ihm die Anlage an, nachdem er sie dennoch aus dem Nusoul geholt hatte. "Die Anlage ist der im Travolta sehr ähnlich", sagt Herr Smith. Sie sollte als Backup dienen – und wurde portabel gemacht, um den DJ auf seinen Außenterminen zu begleiten.

Die Frau von Dennis Smith indes arbeitete zur gleichen Zeit im Vorzimmer von Ulrich Bäcker, Geschäftsführer Real Estate Management bei Deka Immobilien und Herr über 450 Liegenschaften weltweit und ein Fondsvermögen von 22 Milliarden Euro. In einer E-Mail an den Vorstand eines anderen Großunternehmens schreibt Herr Bäcker am 1. Juni 2010, dass er persönlich die Angelegenheit übernommen habe: "So wie es derzeit aussieht, werden wir nun alle Register ziehen, um den Mietvertrag zu beenden." (wir berichteten).

Dennis Smith bestätigt, dass seine Frau bei der DekaBank beschäftigt war, auch dass sie im Vorzimmer von Ulrich Bäcker arbeitete. Es habe aber keine Überschneidungen oder Absprachen gegeben, er selbst habe erst aus dem Journal Frankfurt davon erfahren, dass das Gebäude des Nusoul dem Deka-Konzern gehöre. Die DekaBank, die zum Sparkassen Giroverband gehört, will sich zu dem Verfahren und dem Verbleib der Anlage nicht äußern. Der Musikanlagen-Berater war nicht zu erreichen. Übrigens: Die Anlage VS 218DR des Herstellers Tannoy im Nusoul war weltweit die erste ihrer Art, die in Betrieb ging.

Unser Foto zeigt das Nusoul am Eröffnungsabend im Sommer 2009.
 
21. August 2014, 11.43 Uhr
nil
 
Nils Bremer
Jahrgang 1978, Politologe, insgesamt 14 Jahre beim Journal Frankfurt, von 2010 bis Juni 2018 als Chefredakteur. – Mehr von Nils Bremer >>
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