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Foto: Schon 2020 machten rosafarbene Banner am Eisernen Steg auf Sexismus und sexuelle Gewalt aufmerksam. Foto: Stadt Frankfurt
Foto: Schon 2020 machten rosafarbene Banner am Eisernen Steg auf Sexismus und sexuelle Gewalt aufmerksam. Foto: Stadt Frankfurt

Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Aufmerksamkeit schaffen und Solidarität zeigen

Gewalt an Frauen und Mädchen ist eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit. Auch in Frankfurt werden Frauen und Mädchen häufig Opfer von Gewalt. Mit mehreren Aktionen soll dieses Ausmaß am Donnerstag in die Öffentlichkeit gerückt werden.
„Jede dritte Frau* ist in ihrem Leben von sexueller und körperlicher Gewalt betroffen“, „Jeden dritten Tag wird eine Frau* von ihrem (Ex-)Partner getötet“ – Sätze wie diese sind am Donnerstag auf Infoscreens in der ganzen Stadt zu sehen. Sie sollen aufmerksam machen auf die vielen Gewalttaten, denen Frauen und Mädchen in ganz Deutschland und weltweit täglich ausgesetzt sind. Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen holt diese Tatsache seit 1999 unter dem Dach der UN-Generalversammlung regelmäßig in die Öffentlichkeit.

Auch in Frankfurt soll an diesem Tag verdeutlicht werden: Gewalt gegen Frauen und Mädchen passiert nicht nur im Privaten, sondern ebenso in der Öffentlichkeit. Es sei eine der am weitesten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen. Viel zu oft werde im Umfeld der Betroffenen jedoch noch weggesehen, verdeutlicht Sozialdezernentin Elke Voitl (Bündnis 90/Die Grünen). Gewalt sei jedoch nichts Privates. Und Gewalt kann sich ganz unterschiedlich auswirken – von sexueller, häuslicher oder digitaler Gewalt über Zwangsprostitution bis hin zur Genitalbeschneidung. Um solche Fälle zu finden, muss man gar nicht weit schauen. In Deutschland erleben 25 Prozent der Frauen Gewalt in ihrer Partnerschaft. Laut Kriminalstatistik des Frankfurter Polizeipräsidiums waren 2020 allein in Frankfurt 1264 Frauen und Mädchen von häuslicher Gewalt betroffen. Die Dunkelziffer, so vermutet die Polizei, ist genauso wie bei sexueller Belästigung, Vergewaltigung oder Stalking deutlich höher.

In Frankfurt sind deshalb am Donnerstag gleich mehrere Aktionen geplant, die Aufmerksamkeit schaffen und Solidarität zeigen sollen: Am Abend findet ab 17 Uhr eine Demonstration unter dem Motto „Gemeinsam laut: Nein zu Gewalt an Frauen und Mädchen“, organisiert vom Bündnis „Frankfurt für Frauenrechte“, statt. Vom Willy-Brandt-Platz zieht der Demonstrationszug bis vor die Alte Oper, mit Zwischenstopps am Kaiser- und Goetheplatz. Von 17 bis 19 Uhr ist am Bahnhof Höchst zudem eine Kunstinstallation des Arbeitskreises gegen häusliche Gewalt Frankfurt West geplant, an der sich auch die Frankfurter Polizei beteiligt. Unter dem Namen „Tatort“ zeigt die Installation eine Szene häuslicher Gewalt und ihre Tragweite.

Neben den Veranstaltungen soll der Gedenktag auch sonst überall in der Stadt präsent sein. Bereits seit Montag und noch bis zum 10. Januar hängen deshalb am Eisernen Steg erneut vier rosafarbene Banner mit unterschiedlichen Aufschriften gegen Sexismus und sexuelle Gewalt. Im Rahmen der weltweiten Aktion „Orange the World“ werden auch in Frankfurt mehr als 30 Gebäude, unter anderem die Paulskirche, die Alte Oper, die Europäische Zentralbank oder der Messeturm, orange angeleuchtet. Zudem beteiligt sich die Stadt an der Fahnenaktion von „Terre des Femmes“, in deren Rahmen vor dem Römer sowie vor dem Bolongaropalast Fahnen gehisst werden.

„Geschlechtsspezifische Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem“, erklärt die Leiterin des Frankfurter Frauenreferats, Gabriele Wenner. „Die Täter kommen aus allen sozialen und kulturellen Schichten.“ Betroffene bräuchten häufig vor allem deshalb Unterstützung, weil sie oft in einem „Strudel aus Scham, Abhängigkeit und Angst“ gefangen seien, ergänzt Elke Voitl. Mit dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen soll daher nicht nur die Öffentlichkeit erreicht, sondern ebenso ein Antrieb geschaffen werden, etwas dagegen zu tun.

>> Frauen und Mädchen in Frankfurt, die von Gewalt betroffen sind und Hilfe suchen, können sich jederzeit an eine Vielzahl von Beratungsstellen und Hilfsangeboten wenden. Eine Übersicht gibt es auf der Webseite der Stadt.
 
25. November 2021, 11.06 Uhr
Laura Oehl
 
Laura Oehl
Jahrgang 1994, Studium der Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, Journalismus-Master an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, seit Dezember 2020 beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Laura Oehl >>
 
 
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