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Gesellschaft
 

Suizidprävention

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Selbsthilfe: „Reden kann Leben retten“

Foto: Pexels
Foto: Pexels
Der 10. September wird international als Welttag der Suizidprävention begangen. Frans, das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention, wird am Wochenende der Verstorbenen gedenken und zudem über das oftmals tabuisierte Thema Suizid informieren.
Jedes Jahr sterben in Deutschland rund 10 000 Menschen durch Suizid – mehr als durch Verkehrsunfälle, Gewalttaten oder den Konsum illegaler Drogen. Hinzu kommt eine weitaus größere Zahl an Suizidversuchen. Zurück bleiben zahlreiche Angehörige, die mit der Trauer und Verarbeitung des Verlusts umgehen müssen. Um die Öffentlichkeit auf das noch immer tabuisierte Thema aufmerksam zu machen, rufen die International Association for Suicide Prevention (IASP) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit 2003 jährlich am 10. September zum Welttag der Suizidprävention auf.

In Frankfurt setzt sich Frans, das Frankfurter Netzwerk für Suizidprävention, inzwischen seit sechs Jahren für mehr öffentliche Wahrnehmung ein. Neben der Öffentlichkeitsarbeit liegt der Fokus vor allem auf der Krisenversorgung in Form von schneller, zielführender Hilfe sowie der Vernetzung einzelner Akteure, um eine bessere Zusammenarbeit gewährleisten zu können. Zwei weitere Pfeiler der Arbeit bilden Schulungen zur Sensibilisierung; darüber hinaus soll die Datenqualität verbessert werden, um gezieltere Maßnahmen ergreifen zu können.

Niedrigschwellige Hilfe bietet das Netzwerk der Selbsthilfe. Über die Kontaktstelle in Frankfurt können Hilfesuchende nicht nur an bestehende Gruppen vermittelt, sondern auch über professionelle Angebote informiert werden. In Frankfurt gibt es rund 600 Selbsthilfegruppen zu 220 Themen, die sich sowohl an Betroffene als auch an Angehörige richteten, erklärt Maren Kochbeck von der Frankfurter Selbsthilfekontaktstelle. Letztere fänden beispielsweise in der Gruppe „Angehörige um Suizid“ (AGUS) Unterstützung. Das Wichtigste sei, über alles zu reden, sagt Kochbeck. „Reden kann Leben retten. Viele haben das Gefühl, alleine mit ihren Problemen, Ängsten und Sorgen zu sein. Gerade wenn im Umfeld nicht darüber gesprochen wird, ist es wichtig zu sehen, dass es noch andere gibt.“ Ein Vorteil der Gruppen sei auch, dass die Mitglieder alle unterschiedlich lange in den jeweiligen Gruppen teilnehmen, sagt Kochbeck. Vielen, die schon länger dabei sind, helfe dies nicht nur, um stabil zu bleiben, sondern auch, um im Anschluss anderen eine Stütze zu sein. Nach der Lockdown-Phase sei man inzwischen wieder zu einer ähnlichen Situation wie vor Corona gelangt, doch die Angebote hätten sich verändert, so Kochbeck. „Der Kontakt findet nun oftmals über Telefon oder Videokonferenzen statt, das bietet aber auch die Möglichkeit sich weltweit zu vernetzen und so rund um die Uhr jemanden erreichen zu können.“

Veranstaltungen am Wochenende

Anlässlich des Welttag der Suizidprävention finden am Wochenende unter dem Motto „Zehntausend Gründe – Suizid verhindern“ mehrere Aktionen von Frans statt; parallel dazu läuft eine gemeinsam mit der Selbsthilfe e.V. gestartete Plakatkampagne. Am Samstag, dem 12. September, bietet ein Infostand am Wochenmarkt in Niederrad vielfältige Informationen rund um die Arbeit von Frans aber auch zu Hilfsangeboten in Frankfurt. Am Sonntag, 13. September, wird es eine Gedenkveranstaltung an der Nordseite des Mainufers zwischen Ignatz-Bubis- und Flößnerbrücke geben. Ab 11 Uhr soll den 98 Menschen gedacht werden, die sich im vergangenen Jahr das Leben genommen haben.

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Sollten Sie verzweifelt sein und keinen Ausweg mehr sehen, und daran denken, sich das Leben zu nehmen, sprechen Sie bitte mit anderen Menschen über Ihre Situation. Rund um die Uhr erreichbar ist die Telefonseelsorge: 0800 1110111 und 0800 11 0 222. Der Anruf ist kostenfrei, anonym und taucht nicht in den Einzelverbindungen Ihrer Telefonabrechnung auf. Über die Webseite telefonseelsorge.de können Sie auch per Mail und Chat das Gespräch suchen.
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11. September 2020, 12.28 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
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