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Streit um Günthersburghöfe
 

Streit um Günthersburghöfe

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Grüne fordern Erhalt der Grünen Lunge

Foto: Harald Schröder
Foto: Harald Schröder
Die Grünen in Frankfurt setzen sich gegen eine Bebauung der Günthersburghöfe ein, um das biodiverse Areal der „Grünen Lunge“ im Nordend erhalten zu können. Kritik kommt dabei nicht nur von dem Koalitionspartner CDU.
„Wir setzen uns dafür ein, die Bebauung im Bereich des so genannten Innovationsviertels auf die bereits versiegelten Flächen zu begrenzen (Randbebauung).“ Mit diesen Worten begann der Änderungsantrag, den Marina Ploghaus, Stadtteilgruppensprecherin der Grünen im Nordend, am Samstag in die Kreismitgliederversammlung eingebracht hat. Damit positionieren sich die Frankfurter Grünen in ihrem Kommunalwahlprogramm klar für den Erhalt des sogenannten „Grünen Lunge“-Areals und gegen den Entwurf der „Günthersburghöfe“. Letzteres sieht vor, dass auf dem Gelände nördlich des Günthersburgparks rund 1500 Wohnungen entstehen sollen.

„Die Grünflächen der Grünen Lunge gilt es, erhalten zu bleiben. In Zeiten des Klimawandels kann es nicht sein, dass gewachsenes und bestehendes Grün gerodet wird. Deshalb stimmen wir einer Bebauung der bereits versiegelten Flächen zu“, heißt es weiter in dem Antrag der Kreismitgliederversammlung. Diesem wurde mit einer Mehrheit von 70 zu 54 zugestimmt.

Innerhalb der Koalition führte die Entscheidung der Grünen zu Unstimmigkeiten. Er könne die Entscheidung der Mitgliederversammlung nur mit Kopfschütteln beantworten, sagt CDU-Fraktionschef Nils Kößler gegenüber der Frankfurter Rundschau. Schließlich distanzierten sich die Grünen damit von einem Projekt, das über Jahre hinweg und mit hoher Bürgerbeteiligung sowie einer bewussten Ausrichtung auf Umwelt- und Klimaschutz herangereift sei. Seitens der CDU-Fraktion des Ortsbeirats 3 hatte man sich dafür eingesetzt, den „Erhalt möglichst großer zusammenhängender Grünflächen“ innerhalb der Günthersburghöfe zu gewährleisten, darüber hinaus soll der an das Areal angrenzende Abenteuerspielplatz erhalten werden.

Die Linken-Fraktion nannte den Beschluss „einen Erfolg der Aktivist:innen und Initiativen der Grünen Lunge“. Diese hätten mit ihrem „lautstarken Protest die Partei der selbsternannten Klimaretter*innen gehörig unter Druck gesetzt“, teilte Eyup Yilmaz, planungspolitischer Sprecher der Partei, mit. Gleichzeitig warnte er vor der Endgültigkeit dieser Entscheidung. Für den „Erhalt der schwarzgrünen Machtoption“ hätten die Grünen in früheren Fällen noch jede Überzeugung über Bord geworfen, so Yilmaz weiter.

Auch seitens der SPD-Fraktion zeigte man sich enttäuscht über die Entscheidung der Grünen gegen das neue Wohnquartier entlang der Friedberger Landstraße, welches bis 2014 ursprünglich ein Vorzeigeprojekt der Partei gewesen sei. Dennoch gehe man davon aus, dass das Bauvorhaben wie geplant abgeschlossen werden könne. Neben der fehlenden Mehrheit kritisiert Sieghard Pawlik, wohnungspolitischer Sprecher der Fraktion, dabei vor allem die fehlende Standfestigkeit der Grünen. „Wankelmut ist wohl die einzige Konstante der Frankfurter Grünen. Das haben sie schon bei vielen Gelegenheiten eindrucksvoll bewiesen, zuletzt bei der Sperrung des nördlichen Mainufers“, so Pawlik.

Sollte das Projekt dennoch Scheitern sehe er die Verdrängungsgefahr für Frankfurter Mieterinnen und Mieter weiter steigen: „Mit jeder Wohnung, die nicht gebaut wird, nimmt die Gefahr rasant steigender Mieten und der Verdrängung aus angestammten Wohnquartieren zu. Das Nordend – eine Hochburg der Grünen – wird davon besonders betroffen sein. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger das riskieren will, nur um die privaten Freizeitgärten von einigen wenigen Privilegierten zu erhalten.“
 
10. November 2020, 13.10 Uhr
sie
 
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Leser-Kommentare

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Thomas Szymanski am 10.11.2020, 14:42 Uhr:
"Ich schließe mich klar den GRÜNEN an, denn es wird derzeit noch genug gebaut. Außerdem hat Frankfurt schon genug Grün verloren. Gerade Gestern Abend (Montag) sah ich einen Beitrag darüber, dass der Hessische Wald, aber auch hier, wie bekannt, der Frankfurter Stadtwald, sehr unter dem Klimawandel leidet. - Es muss einmal ein Schlussstrich darunter gezogen werden, und jedem Politiker hier bei der Stadt und darüber hinaus muss klar werden, dass wir nicht so weiter machen dürfen, wie bisher. Sind nicht die Sommer 2018 und 2019 ein klarer Beweis dafür? - Auch dieses Jahr hat, abgesehen von der Pandemie, ein weiterer schlimmer Faktor, das Klima unseren Gewässern und Wäldern erneut sehr zugesetzt. Der Wald stirbt, und wenn wir so weiter machen, auch wir, schneller als uns lieb sein kann. - Wollen wir wirklich unseren Kindern und Kindeskindern eine Wüste hinterlassen?" -Thomas Szymanski, Frankfurter Puppenspieler und Schauspieler
 
 
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