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Gesellschaft
 

Schulbeginn im August

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Bildungsdezernentin Weber: „Entscheidungen nicht der Schulleitung überlassen“

Foto: Unsplash
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Schülerinnen und Schüler in Deutschland sollen trotz der Corona-Pandemie möglichst normal in das kommende Schuljahr starten. Die meisten Bundesländer haben dennoch teilweise strenge Hygieneregeln aufgestellt. Hessen wird dagegen für seinen laxen Umgang kritisiert.
In Mecklenburg-Vorpommern hat die Schule am vergangenen Montag wieder begonnen. Ab Donnerstag besuchen auch Schülerinnen und Schüler in Hamburg wieder den Unterricht, in der kommenden Woche zudem in Berlin, Brandenburg, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen. Am 17. August ist es dann auch in Hessen soweit. Die Vorgaben der Bundesländer zur Eindämmung des Coronavirus fallen zu Beginn des neuen Schuljahres jedoch sehr unterschiedlich aus.

In Mecklenburg-Vorpommern besteht aktuell keine Maskenpflicht, jedoch setzt sich die Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) nun dafür ein, diese noch nachträglich einzuführen. Nordrhein-Westfalen wartet derweil mit den strengsten Regeln auf. Dort besteht für die Schülerinnen und Schüler eine Mundschutz-Pflicht auf dem gesamten Schulgelände, ab der fünften Klasse auch für die Zeit während des Unterrichts.

Hessen überlässt die Entscheidung zu den Schutz- und Hygienemaßnahmen dagegen direkt den Schulen selbst. „Die Mitglieder der Schulleitungen sowie Pädagoginnen und Pädagogen gehen bei der Umsetzung von Schutz- und Hygieneplänen mit gutem Beispiel voran und sorgen zugleich dafür, dass die Schülerinnen und Schüler die Hygienehinweise ernst nehmen und ebenfalls umsetzen“, heißt es in dem aktuellen Hygieneplan der Landesregierung. Die Entscheidung für den schulischen Regelbetrieb fiel im Zuge der Kultusministerkonferenz am 18. Juni und basiert auf dem zu dieser Zeit „erfreulich niedrigem Niveau“ der Neuinfektionen. Der dazugehörige Hygieneplan wurde Ende Juli zuletzt aktualisiert.

Die Frankfurter Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) kritisierte nun das Vorgehen des Landes und fordert eine einheitliche Regelung für alle Schulen. Es sei ein Risiko die Entscheidung den jeweiligen Schulleitungen zu überlassen. Zumindest in den ersten Wochen nach den Sommerferien solle deshalb eine Maskenpflicht in allen Schulgebäuden für alle Erwachsenen und Kinder ab zehn Jahren „unbedingt geboten“ sein. Die Masken sollen dann in den Gängen, im Treppenhaus, auf dem Schulhof und in den sanitären Einrichtungen getragen werden. „Die Lehrkräfte könnten je nach Abstandssituation entscheiden, dass dann im Klassenraum die Maske wieder abgelegt werden kann“, sagte die Dezernentin. Weber fordere zudem vom Land, auch städtischen Beschäftigten in Schulen eine freiwillige Testung anzubieten. Aktuell stehen die kostenlosen Tests, bis einschließlich 1. Oktober, nur Landesbediensteten an hessischen Schulen zu.

„Eine Ungleichbehandlung von Mitarbeitenden einer Schulgemeinde unter einem Dach halte ich für falsch, da es auch infektiologisch keinen Sinn macht, nur einen Teil der Erwachsenen in einer Schule zu testen“, so Weber. Als weitere Überlegung bringt die Bildungsdezernentin den Vorschlag an, bei den Schülerinnen und Schülern vor dem Unterricht Fieber zu messen. Wenn eine erhöhte Temperatur festgestellt werde, so könne die betroffene Person vorsorglich zu Hause bleiben und getestet werden. Laut des RKI wird Fieber bei 41 Prozent der Infizierten festgestellt. In über der Hälfte der Fälle kann eine Infektion durch das Fiebermessen also nicht ausgeschlossen werden.

Welche Rolle Kinder allgemein in der Pandemie spielen, ist nach wie vor unklar. Laut des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt das Krankheitsgeschehen bei Kindern im Falle einer Covid-19-Erkrankung niedriger als bei Erwachsenen. Antikörper, die überstandene Infektionen abbildeten, zeigten bei Kindern teilweise eine höhere Menge als bei Erwachsenen, teilweise fiel diese aber auch ähnlich aus; die Forschung gebe diesbezüglich kein einheitliches Bild ab, so das RKI. Zudem seien die Studien meist während Lockdown-Situationen durchgeführt worden, damit sei die Übertragbarkeit auf den Alltag begrenzt. Aktuell sind nach Zahlen des RKI 2,2 Prozent der Covid-19-Infizierten in Deutschland unter zehn Jahre alt, die Altersgruppe der 10- bis 15-Jährigen bildet 4,6 Prozent der Infizierten.
 
5. August 2020, 12.02 Uhr
Johanna Wendel
 
Johanna Wendel
Jahrgang 1993, Technikjournalismus-Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, seit Januar 2019 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Johanna Wendel >>
 
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