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Schirn-Abriss - ein Missverständnis?
 

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Schirn-Abriss - ein Missverständnis?

Der Frankfurter Städteplaner und Architekt Christoph Mäckler zeigt sich entsetzt von der Diskussion, die sich vergangenen Woche um die Rotunde der Kunsthalle Schirn entzündet hatte. Deren Abriss hatte Mäckler angeblich gefordert und als es einmal in der Presse stand, da war der Chef der Kunsthalle, Max Hollein, natürlich aufgebracht, weil er nicht informiert worden war. Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) war ebenfalls nicht in die Pläne eingeweiht. Aber was heißt schon Pläne? "Es handelt sich hierbei um einen Entwurf eines meiner Studenten aus dem siebten Semester", bekannte Mäckler heute Abend bei der Eröffnung einer Ausstellung im Historischen Museum, in der noch weitere Ansichten einer möglichen neuen Altstadt zwischen Dom und Römer zu sehen sind. Die Dortmunder Studenten, an deren Hochschule Mäckler als Professor für Städtebau lehrt, haben dabei durchaus historische Gebäudeformen gewählt - mit spitzen Dächern und schmalen Grundrissen - jedoch auch Anklänge an die Moderne durchscheinen lassen. "Wir würden ja auch nicht mehr mit einem DKW von München nach Hamburg fahren, nur weil es vielleicht ein schönes, nostalgisches Auto ist", so Mäckler. Ergo: die Häuser müssen den modernen Ansprüchen der Menschen ebenso entsprechen, wie dem derzeitigen Willen auf dem Platz des Technischen Rathauses künftig der Geschichte Frankfurts Reminiszenz zu erweisen. "Es hat sich gezeigt zu welchen großen Leistungen selbst angehende Architekten fähig sind, wenn die Aufgabenstellung des Bauherrn klar ist", so Mäckler zu den Entwürfen seiner Lernenden. Fachwerk sei für Frankfurts Zentrum nicht nötig. Und dass der Student Julian Büchter die Rotunde der Schirn kurzerhand mit einem langgezogenen Bau ersetzte, sei bei genauer Betrachtung gar die beste Lösung. "Wenn man das sieht, merkt man: es geht eigentlich gar nicht anders." Mäckler begründet die Infragestellung der Rotunde damit, dass die Schirn einst als Gegenpart zum wuchtigen Technischen Rathaus geplant worden sei. Künftig werde sie die neuen alten Häuser um einiges überragen, zumal geplant sei, die Altstadt vier Meter unter dem derzeitigen Niveau der Schirn zu errichten. "Da muss etwas getan werden. Aber dies ist eine Aufgabe, die an den Architekten der Schirn zu stellen ist." Mit dem sei sogar ein Gespräch vereinbart gewesen, doch als der in der Zeitung von den Plänen erfahren musste, habe er abgesagt, so Mäckler. "Das Kind ist in den Brunnen gefallen. Aber nun kommt erstmal die Sommerpause und da wird sich das alles hoffentlich wieder etwas beruhigen." Vom Tisch sei das Nachdenken über die Zukunft des Schirngebäudes mit der Kommunikationspanne damit hoffentlich noch nicht. Auch der Leiter des Historischen Museum, Jan Gerchow, plädiert dafür: "Ich finde es gut, dass darüber diskutiert wird. Denn so, wie es ist, kann es eigentlich nicht bleiben."

Die Ausstellung ist noch bis 8. Juli im Historischen Museum am Römerberg zu sehen. Mit Rücksicht auf die derzeitige Stimmungslage in der Stadt ist das Modell des Studenten Büchter nicht zu sehen – dafür aber seine Zeichnungen, die einen Eindruck davon vermitteln, wie sich das Areal durch den Wegfall der Rotunde verändern würde.

 
28. Juni 2007, 19.39 Uhr
Nils Bremer
 
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