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Richtfest für den Goetheturm
 

Richtfest für den Goetheturm

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Ein „Herzklopf-Moment“

Foto: David Hanfgarn
Foto: David Hanfgarn
Am Donnerstag wurde das Richtfest des neuen Goetheturms gefeiert. Bestiegen werden konnte der Turm allerdings noch nicht. Die offizielle Eröffnung des Turms ist für den diesjährigen Oktober geplant.
„Dreifach Hoch und das mit Stolz“ – mit diesen Worten warf Benedikt Max, Projektleiter der Firma Holzbau Amann, am Donnertag sein Glas von der ersten Etage des neuen, alten Goetheturms. Im letzten Bauschritt wurde dem 43,3 Meter hohen Turm am Dienstag die Dachkonstruktion aufgesetzt, mit der Verkündung des Richtspruchs war seine Fertigstellung am Donnerstag nun offiziell. Bis zur geplanten Eröffnung im Herbst fehlen allerdings noch Sicherheitselemente an der Aussichtsplattform. Auch die umliegenden Grünflächen müssen wiederhergestellt werden. Das Wahrzeichen war im Oktober 2017 von einem oder mehreren unbekannten Brandstiftern angezündet und vollständig niedergebrannt worden.
Neben der Baufirma, den Planern und vielen interessierten Zuschauerinnen und Zuschauern, nahmen auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Bündnis 90/ Die Grünen) und Baudezernent Jan Schneider (CDU) am Richtfest teil.

„Es geht mir tatsächlich das Herz auf“, so Feldmann noch vor dem Festakt. „Ich bin den Planern, der Bauleitung, den Handwerkern sowie unseren städtischen Beschäftigten für die professionelle Zusammenarbeit sehr dankbar.“ Zudem bedankte er sich bei den vielen Frankfurterinnen und Frankfurtern, die sich für den Wiederaufbau des Wahrzeichens eingesetzt hatten. Das Vorhaben sei ohne die Spenden und das Engagement der Bürgerinnen und Bürgern kaum möglich gewesen, so der Oberbürgermeister. Auch die Umweltdezernentin Rosemarie Heilig zeigte sich durchaus emotional: Der Aufbau am Dienstag sei ein „Herzklopf-Moment“ gewesen, und der Wiederaufbau eines der wichtigsten Frankfurter Wahrzeichen einer der vielleicht glücklichsten Momente in dieser Zeit. „ Jetzt ragt der Goetheturm wieder weithin sichtbar über die Baumwipfel des Stadtwaldes. „Ein Anblick, den wir seit dem Brandanschlag so sehr vermisst haben. Wir werden gut aufpassen, dass wir ihn nicht wieder verlieren.“

Laut Baudezernent Jan Schneider (CDU) ist diese Sorge jedoch unbegründet: Die im Turm verwendeten Hölzer seien nahezu feuerfest, die Einzelteile des Turmes erlaubten das beliebige Austauschen einzelner Elemente. „Er ist technisch betrachtet viel besser als der alte und wird, so hoffe ich, mindestens 200 Jahre hier im Stadtwald stehen.“


Foto: David Hanfgarn


Richtfest zieht viele Zuschauerinnen und Zuschauer an

Anwesend beim Richtfest waren auch viele Besucherinnen und Besucher, die den Augenblick nicht verpassen wollten. „Das ist ein sehr emotionaler Moment für mich“, erzählt Rita Euler. Bereits als Kind habe sie mit ihren Eltern und Geschwistern immer im Schatten des Goetheturmes gespielt und sich dort später oft mit Freunden getroffen. „Den Turm in den Nachrichten brennen zu sehen, war ein Schock für mich.“ Der Anblick des Parks ohne seinen Goetheturm habe ihr immer einen Stich ins Herz versetzt. Ähnlich berührt ist Martin S. aus Oberrad. An den Turm seien viele Kindheitserinnerungen gebunden gewesen. Den Wiederaufbau habe er sehnend erwartet, und den Turm während der dreiwöchigen Arbeiten beinahe täglich auf dem Weg zur Arbeit besucht.

Vorerst ist der Goetheturm allerdings aufgrund von noch fehlenden Sicherheitseinrichtungen noch nicht öffentlich zugänglich. Zudem sollen die Betonelemente noch mit Sandstein verkleidet und die beim Brand zerstörten Grünflächen in der Umgebung des Turmes wiederhergestellt werden. Die große Eröffnungsfeier soll aufgrund der Corona-Pandemie erst im kommenden Jahr stattfinden.
 
31. Juli 2020, 13.18 Uhr
David Hanfgarn
 
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Leser-Kommentare

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Andreas Obst am 31.7.2020, 14:32 Uhr:
Schön, dass er wieder steht! Und doch hätte ich mir bei aller Freude über den "neuen" Turm einen Hinweis darauf gewünscht, dass es bei Planung dieses im wahrsten Sinne herausragende Wahrzeichen Frankfurts entweder nicht bedacht wurde (schlimm genug) oder gewünscht war (noch schwieriger), den Turm auch gleichermaßen für alle Menschen zugänglich zu machen. Menschen mit Geh-Einschränkungen oder Rollstuhlnutzer*innen ist hier Teilhabe nicht möglich. Schade! Chance verpasst.
 
 
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