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Queen-Besuch in Frankfurt
 

Queen-Besuch in Frankfurt

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Winkewinke von ganz oben

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
So einen royalen Besuch hat die Stadt lange nicht erlebt: Erstmals besuchte Elizabeth II. Frankfurt und wurde von mehreren tausend Fähnchenschwenkern und Schaulustigen begrüßt.
Die Vorbereitungen dauerten Monate, der Besuch selbst währte keine vier Stunden und was die Schaulustigen, die sich über Stunden bei praller Sonne die Beine in den Bauch standen, zu sehen bekamen, war in wenigen Minuten vorüber. Schon um vier Uhr morgens waren die Straßen rund um die Paulskirche abgesperrt worden, ab zehn Uhr erhielten die ersten Schaulustigen Zutritt zu zwei abgesperrten Zonen vor der Paulskirche und auf den Römerberg. Aber Getränke, Obst, Stöcke, Sonnencreme und Tuben Handcreme wurden von der Polizei abgenommen, die alle Royalisten einer Sicherheitskontrolle unterzog. So einige Zuschauer kollabierten, das stundenlange Stehen ohne Getränke in praller Sonne forderte seinen Tribut.

Indes war vor der Paulskirche schon der rote Teppich ausgerollt, der noch zwei mal gesaugt wurde, während Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) schon etwas aufgeregt den Platz vor der Paulskirche auf- und abschritt und ein Polizeihubschrauber die Innenstadt überflog. "Alles ist strikt hochprotokollarisch durchgeplant. Ich freue mich sehr für die Außenwirkung der Stadt heute, die Frankfurt durch den Queenbesuch erfährt", sagte Feldmann bevor der große Rummel losbrach. Mit dem Auftritt der 80 Schüler der Domsingschüler entspannte sich die Atmosphäre etwas, denn die Sänger probten mehrfach ihr Lied "Die Gedanken sind frei", das sie später ihrer Majestät der Queen in Deutsch und Englisch vortrugen. Indes verteilten Vertreter der Landesregierung Union Jack-Fähnchen und Deutschlandfähnchen die Zuschauer – für bessere Bilder.

Und dann begann der Promiauflauf mit einer beeindruckenden Motorradeskorte, die mit viel Blaulicht die Limousinen des Bundespräsidenten Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt sowie des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU) und seiner Gattin begleiteten. Der hochkarätige Besuch wurde von Oberbürgermeister Feldmann, mit seiner opulenten Amtskette um den Hals, begrüßt. Die freudige Anspannung war den Politikern anzumerken, zumal die Queen auf sich warten ließ, trotz pünktlicher Landung und akribischer Protokollberechnung! Wieder war es eine imposante blauflackernde Motorradeskorte, die die Ankunft von Queen Elizabeth II. und ihrem Gemahl Prinz Philip, dem Duke of Edinburgh, mit 20-minütiger Verspätung ankündigten. Die Royals hatten eigens ihren Range Rover einfliegen lassen, ein eher derbes Gefährt verglichen mit dem Bentley, der in Berlin zum Einsatz kam. Ruckzuck entstieg die Queen dem Geländewagen, wurde herzlichst vom Bundespräsidenten sowie von Volker Bouffier und Peter Feldmann willkommengeheißen, um sich direkt dem Chor und dessen Aufführung zu widmen. Queen Elizabeth II. trug, wie viele zuvor vermuteten, einen blauen Mantel mit aquamarinfarbenem Revers und passendem Kleid darunter, auch der farblich darauf abgestimmte Hut auf dem gekrönten Haupt durfte nicht fehlen.

Nachdem die Royals in der Paulskirche die Goldene Bulle betrachtet hatten, wurde schleunigst auf den zuvor abgeklebten Straßenbahnschienen ein langer roter Teppich ausgerollt, den die Queen feierlich bis zum Eingang des Römerbergs abschritt.

Kein Bad in der Menge, kein zu langes Fotoposing, der Queenbesuch erwies sich als knapp kalkuliert. Nach einem regionalen Drei-Gänge-Menü im Kaisersaal mit 120 illustren Gästen, darunter Städelchef Max Hollein, HR-Intendant Helmut Reitze und der einstige hessische Ministerpräsident Roland Koch (CDU), trugen sich die Queen und ihr Gemahl ins Goldene Buch der Stadt ein, wobei der Duke of Edinburgh es bevorzugte, seinen eigenen Stift zu verwenden.

Es folgte eine Winkebalkonszene, bei der die Queen den jubelnden Frankfurtern, die teilweise auch gute Fensterplätze an der Ostzeile des Römerbergs ergattert hatten, huldvoll grüßte. Indes stand der Range Rover schon mit offeneren Türen wie ein Fluchtwagen bereit. "Ich bin schon um acht Uhr losgefahren", sagte Sandra (31) aus Bad Soden, die mit Fahne in der Hand in der ersten Reihe auf die Queen wartete. Sie habe Elizabeth II. Schon mal in London gesehen, aber hier sei es doch etwas Besonderes. Doch manche Zuschauer zeigten sich doch enttäuscht, denn vom angekündigten Kontakt mit dem Volk war nichts zu merken. Schnurstracks lief die Queen zum Auto und fort war sie, begleitet von einem Hubschrauber in der Luft.
 
25. Juni 2015, 15.42 Uhr
Nicole Brevoord
 
Nicole Brevoord
Jahrgang 1974, Publizistin, seit 2005 beim JOURNAL FRANKFURT als Redakteurin u.a. für Politik, Stadtentwicklung, Flughafen, Kultur, Leute und Shopping zuständig – Mehr von Nicole Brevoord >>
 
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