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Gesellschaft
 

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Old School

Auf ihrer schrögen Website erweckt Sandy Dillon den Eindruck, dass sie - wenn´s um Biografische geht - jeglichem Blah Blah aus dem Weg gehen will. Auf der Bühne entpuppt sich die leicht exentrische Lady dann doch als wenig wortkarg. Dabei haben ihre Ansagen oft einen so beißenden Spott (oder sind einfach Realsatire), dass manch einer im Publikum der Brotfabrik schließlich meinte, die Sprüche hätten es mehr in sich gehabt als die Musik. Aber gemach. Sandys Stimme allein ist das Eintrittsgeld wert. Oft genug wurde sie als weibliches Pendant zu Tom Waits gehandelt, aber letztendlich hat sie dann doch mehr Facetten als angenommen. Auch ganz zart und fein kann sie klingen, wenn sie dem Keyboard ("Das bietet mir so viel an Möglichkeiten, das bin ich im wahren Leben gar nicht gewohnt", spottet Sandy) eher zarte Fender Rhodes-Pianoklänge entlockte. Ansonsten ging das Trio mit Drumms und E-Gitarre eher archaisch besetzt auch in fast karger Blues- und Rock`n`Roll-Manier vor, ohne wirklich ins Klischees abzudriften. Die Atmosphäre des Konzerte war doch recht dicht und - so die Dillon - auch irgendwie "Old School", zumal man sich auch gerne mal im 3/4-Takt versuchte, den man gerade eben mal in Österreich auf Tour aufgefrischt hatte. Recht derb auch die Geschichte aus einem englischen Krankenhaus, in dem sich Sandy Dillon länger aufhalten musste und sie die Erfahrung machen musste, dass die Ärzte sich über ihren Kopf hinweg in fachchinesisch oder Latein über ihre gesundheitlichen Probleme austauschten während ihr quasi die Haut von den Knochen fiel und sie dann lieber den Gesprächen der alten Männer auf dem Flur lauschte, wo dem Dialoge wie folgender übrig geblieben sind.
"Was hast Du denn für Krankheit?"
"Dies und das und jenes."
"Na ja, ist immerhin als gar nichts zu haben."
"Klar - und das ist besser als tot zu sein."
Und irgendwie hatte das Konzert auch einen leicht morbiden Charakter.

Text/Foto: Detlef Kinsler
 
28. November 2006, 00.00 Uhr
red
 
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