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Foto: Symbolbild © Unsplash/Jon Tyson
Foto: Symbolbild © Unsplash/Jon Tyson

Off Road Kids

Jugendliche vor der Obdachlosigkeit bewahren

Seit vier Jahren hilft die Stiftung „Off Road Kids“ obdachlosen oder von Obdachlosigkeit bedrohten jungen Menschen in Frankfurt. Das Ziel: ihnen wieder eine Perspektive geben. Ein signiertes Eintracht-Trikot soll nun finanzielle Unterstützung für die Stiftung bringen.
Vor vier Jahren hat die Frankfurter Streetwork-Station der „Off Road Kids“ in der Nähe der Konstablerwache eröffnet. Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre, die obdachlos oder von Obdachlosigkeit bedroht sind, finden dort Unterstützung. Die deutschlandweit tätige Stiftung stellt aber kein Essen oder einen Schlafplatz; sie hilft den jungen Menschen, wieder einen Weg in gefestigte Verhältnisse zu finden. „Wir helfen bei Behördengängen, eine Unterbringung oder eine Wohnung zu finden, Arbeitslosengeld zu beantragen oder Bewerbungen zu schreiben“, erzählt Dvora Leguy, die Leiterin der Frankfurter Streetwork-Station.

Die meisten Klientinnen und Klienten kommen über das Online-Portal sofahopper.de in die Beratung. Sie haben keinen festen Wohnsitz, weil sie von zu Hause ausgezogen oder rausgeflogen sind und schlagen sich auf Sofas von Freunden und Bekannten durch. Damit sie nicht in die Obdachlosigkeit abrutschen, helfen die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter vor Ort oder online beim Neustart. „Manche haben einfach ihre Papiere nicht im Griff oder es ist für sie schwierig, Termine wahrzunehmen. Viele kommen aber auch mit psychischen Erkrankungen zu uns“, sagt Leguy. „Im schlimmsten Fall müssen sie dann erstmal in die Klinik – das ist ein Extrem. Auf der anderen Seite haben wir am Ende auch schon bei der Bewerbung für die Uni geholfen.“ Während manche nur zwei bis drei Beratungsgespräche benötigten, kämen andere zudem über Jahre immer mal wieder mit der Bitte um Rat oder Hilfe.

Um die Arbeit von „Off Road Kids“ zu unterstützen, hat die Agentur PSM&W gemeinsam mit Radio Frankfurt und der Eintracht eine Auktion initiiert, deren Erlös der Frankfurter Anlaufstelle zugutekommen soll. Gegenstand der Auktion ist ein Trikot der Eintracht mit den Unterschriften aller Spieler. Per Mail an trikot@radiofrankfurt.de können am 16. August den ganzen Tag über Gebote dafür abgegeben werden. „Auch in unserer Stadt gibt es viele Jungs und Mädchen, die aus schwierigen Elternhäusern kommen und große Probleme haben. Es gibt viele junge Menschen, die auf der Straße leben und keine Perspektive mehr sehen. Es fehlt ihnen an essentiellen Dingen, wie Essen, Trinken, Kleidung, Schutz, Sicherheit oder Schulausbildung. Sie sehen keine berufliche Perspektive“, sagte Präsident Peter Fischer bei der Trikotübergabe am Freitag und lobte die Arbeit der Stiftung.

Eben diese Perspektive wollen die Sozialarbeiterinnen und -arbeiter in ihren Beratungen aufzeigen. Gemeinsam mit ihnen erarbeiten die jungen Menschen ein Ziel, das sie erreichen wollen, und überlegen, wie sie dorthin kommen. „In der Regel sind das total erreichbare Ziele wie eine Wohnung, ein Job, oder irgendwann ein Auto und eine Familie, die den Jugendlichen in dem Moment aber total unerreichbar scheinen“, sagt Dvora Leguy. Auch Gesundheitsthemen sprechen die Mitarbeitenden in der Streetwork-Station immer wieder an, denn die fielen als erstes hinten über, wenn man sich vor allem um einen Schlafplatz und eine Mahlzeit kümmern müsse, erklärt Leguy. Das größte Problem aber sei die Wohnungssuche. Mit der Suche nach einer Unterkunft ziehe sich auch die Beratung immer wieder in die Länge, sagt Leguy. Die meisten ihrer Klienten fänden letztlich aber doch wieder in feste Strukturen zurück.
 
3. August 2022, 10.19 Uhr
Laura Oehl
 
Laura Oehl
Jahrgang 1994, Studium der Musikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt, Journalismus-Master an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, seit Dezember 2020 beim JOURNAL FRANKFURT. – Mehr von Laura Oehl >>
 
 
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