Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Gesellschaft
Startseite Alle NachrichtenGesellschaft
Nach tödlichen Schüssen
 

Nach tödlichen Schüssen

1

Jobcenter wird dicht gemacht

Nach den tödlichen Schüssen im Jobcenter in der Mainzer Landstraße haben die Stadt Frankfurt und die Agentur für Arbeit jetzt entschieden: Die Außenstelle wird geschlossen. Die Linken im Römer sind dagegen.
Der 19. Mai wird den Mitarbeitern im Jobcenter an der Mainzer Landstraße noch lange im Gedächtnis bleiben. Die 39-jährige Deutsche, nigerianischer Herkunft, Christy Schwundeck wurde vor ihren Augen von einer Polizistin erschossen. In der Außenstelle werden Obdachlose, Drogenabhängige und psychisch kranke Menschen betreut. Doch damit ist jetzt Schluss. Die Stadt Frankfurt und die Agentur für Arbeit gaben am Dienstag bekannt, dass das Jobcenter aufgelöst wird. Die Fälle werden auf andere Jobcenter verteilt. Das Sicherheitsgefühl von Kunden und Mitarbeitern soll auf diese Weise erhöht werden. Diese Entscheidung sei Teil eines Sicherheitskonzeptes, das das Jobcenter nach einer erfolgten polizeilichen Begehung erarbeitet hat. „Die Sicherheit von Kunden und Mitarbeitern steht für uns an oberster Stelle“, sagt Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld. Die Planung der Umsetzung hat bereits begonnen.

Doch die Fraktion der Linken im Römer schreit auf. Die Schließung sei der falsche Weg. „Das Ereignis vom 19. Mai zeigt einmal mehr und besonders drastisch auf die Fehler der Hartz IV-Gesetzgebung, die ohne Rücksicht auf die individuellen Belange nur zum Ziel hat, Menschen möglichst kostengünstig irgendwie mit einem Minimum zu versorgen“, so die Fraktionsvorsitzende Dominike Pauli. „Aber Menschen mit derartig spezifischen Problemen bedürfen keiner Arbeitsvermittlung sondern benötigen intensive Unterstützung. So war es folgerichtig eine besondere Einrichtung zu schaffen, die sich diesem Personenkreis widmet.“ Außerdem bemängeln sie die personelle Ausstattung. Es fehle an Fallsupervisionen, Motivation der Mitarbeiter und angemessener Bezahlung für diese Aufgabe.

„Wenn jetzt die Polizei Kritik an der räumlichen Ausstattung übt, darf dies nicht dazu führen, die Außenstelle zu schließen und dieses schwierige Klientel auf alle Jobcenter zu verteilen, und damit nicht nur die betroffenen Menschen sondern auch die Mitarbeiter des Jobcenters im Stich zu lassen. Ein Problem nur einfach auf möglichst viele Stellen zu verteilen, ist keine Lösung.“ Und so fordern die Linken eine „konzeptionelle Verbesserungen statt organisatorischer Schnellschüsse“.
 
26. Juli 2011, 18.20 Uhr
jlo
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
 
Christian Spreen Six am 27.7.2011, 16:02 Uhr:
Natürlich muss jeder vernünftige Mensch zugeben, dass die Polizisten sich verteidigen mussten. Aber man sollte auch die Frage stellen, was in unserem Bürokraten-Apperat jemand so zum Durchdrehen bringen kann. Denn mal Hand aufs Herz: wer von uns hat sich nicht zumindest schon mal vorgestellt auf einer Behörde Amok zu laufen?
 
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Gesellschaft
 
 
Laut der Industriegewerkschaft Bauen, Agrar, Umwelt (IG BAU) wird auf Frankfurter Baustellen nicht ausreichend auf die Hygiene- und Abstandsregeln geachtet. Doch Kontrollen finden nur stichprobenartig statt. Wie hoch die Zahl der Verstöße wirklich ist, bleibt unklar. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Unsplash
 
 
Bei einer Auseinandersetzung im Gallus wurde am Donnerstagabend ein 43-jähriger Mann schwer verletzt. Der Tatverdächtige flüchtete zunächst, stellte sich jedoch noch am selben Abend der Polizei in Bad Vilbel. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Pexels
 
 
Erst war er es, dann wieder nicht und nun also doch: Am Mittwoch gestand Stephan Ernst, im Juni 2019 den tödlichen Schuss auf Walter Lübcke abgegeben zu haben. Den Mitangeklagten Markus H. entlastet er mit der neuen Version aber nicht. – Weiterlesen >>
Text: Elena Zompi / Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
 
 
 
Wohnungsdurchsuchung in Frankfurt
0
Mutmaßliche IS-Rückkehrerin festgenommen
Das Landeskriminalamt Berlin hat eine 31-jährige Frau in Frankfurt festgenommen. Sie soll 2014 von Berlin nach Syrien gereist sein, um sich dem „Islamischen Staat“ (IS) anzuschließen; darüber hinaus habe sie vor Ort mehrere IS-Kämpfer geheiratet. – Weiterlesen >>
Text: sie / Foto: Bernd Kammerer
 
 
Coaching-Projekt „Karriere Buddy“
0
Unterstützung für den Start in die Arbeitswelt
Mit dem Projekt „Karriere Buddy“ will der Verein „Über den Tellerrand“ Geflüchteten dabei helfen, auf dem deutschen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei werden sie fünf Monate lang von Mentorinnen und Mentoren begleitet. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: © Über den Tellerrand e.V.
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  1555