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Marathon ist in

Sonntag, 29. Oktober, 10.25 Uhr. Während sich manche gerade genüsslich die eine Brötchenhälfte mit Butter und Salami und die zweite mit Frischkäse und Honig beschmieren, stehen andere schon an der Marathonstrecke. Wieder andere stehen im Stau. Wider besseres Wissen ist man nämlich doch mit dem Auto in die Stadt gekommen. Und alles nur, weil man dem aufgeregten zukünftigen Marathon-Läufer, der nun auf dem Beifahrersitz herum zappelt, einen Gefallen tun wollte. Nicht auszudenken, wenn der RMV ausgerechnet an diesem Morgen Verspätung hätte! Nun stehen wir hier, obwohl heute doch eigentlich die Läufer Vorfahrt haben. Sollten diese jedoch im Auto sitzen, interessiert das niemanden mehr. Nach fünf weiteren Minuten beschließt der tapfere Läufer, zu Fuß zum Start zu gehen. Eigentlich zu rennen.


Irgendwann ist auch der längste Stau zu Ende. Es geht weiter, aber den Startschuss habe ich verpasst.
Eine gefühlte Ewigkeit später bin ich dann endlich bei den Freunden angekommen, die, wie verabredet, schon mit den Fahrrädern warten. Es geht nach Sachsenhausen, vorbei an mehreren Tausend begeisterten Zuschauern, die die Läufer und ein bisschen auch sich selbst feiern. Wir postieren uns kurz vor der Kennedyallee. Es wird geklatscht, gesungen, getrommelt, getanzt, gepfiffen und gerufen: „Ihr schafft das, auf geht’s! Hopphopphopp“ Viele Läufer werden mit Namen begrüßt. Endlich, endlich können auch wir so richtig anfeuern: "Stefan! Stefan!" schreien wir ihm entgegen. Noch läuft er ganz locker und sieht fit aus, aber er hat auch "erst" 13 Kilometer hinter sich.


Ob die Marathonmanie der Volksgesundheit zuträglich ist – darüber lässt sich streiten. Fest steht jedoch: Marathon ist in! Allein in Deutschland fiel im letzten Jahr 153 Mal der Startschuss für den 42,195 Kilometer langen Lauf.


Beim Frankfurt-Marathon, der am Sonntag seinen 25. Geburtstag feierte, meldeten die Organisatoren einen neuen Teilnehmerrekord: Ingesamt 17483 Marathoni gingen an den Start, darunter 11242 Läuferinnen und Läufer.


Was einst als Grenzerfahrung für verschrobene Individualisten galt und dem Leistungssport zugerechnet wurde, sehen heute viele als verlängerten Volkslauf. Kann man machen, kein Problem. Scheinbar auch barfuß. Ein als Pumuckl verkleideter Läufer springt lachend und winkend zwischen den schnaufenden Runnern und sorgt für Erheiterung. Marathon macht Spaß!


Unseren Marathoni sehen wir bei Kilometer 37 wieder. Wirklich fit sieht er nicht mehr aus. Aber er hält durch. Nach vier Stunden und 33 Minuten läuft er in die Festhalle und reckt die Arme in die Luft. Marathon macht glücklich!


Text: Julia Graff Foto: Frankfurt Marathon.com

 
30. Oktober 2006, 00.00 Uhr
red
 
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