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Gesellschaft
 

Mainkai-Sperrung endet

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Die Autos rollen wieder

Foto: Dirk Ostermeier
Foto: Dirk Ostermeier
Ein Jahr lang war der Mainkai für den Verkehr gesperrt, seit Dienstagmorgen rollen wieder Autos über die rund 800 Meter lange Strecke am nördlichen Mainufer. Während die einen jubeln, fordern andere weiterhin eine Verlängerung – und starten eine Petition.
Dienstagmorgen, 8 Uhr: Poller werden entfernt, die Ampeln neu geschaltet – der für die Dauer von einem Jahr gesperrte Mainkai wird wieder für den Verkehr freigegeben. Statt Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind, rollen ab sofort wieder Autos und LKWs über die knapp 800 Meter lange Strecke zwischen Alter Brücke und Untermainbrücke. Sie markieren das Ende eines Verkehrsexperiments, auf das sich die Römerkoalition vergangenes Jahr geeinigt hatte, doch die Diskussionen halten an.

Während sich SPD und die Grünen im Römer für eine Verlängerung des Verkehrsversuchs eingesetzt haben, hielt die CDU weiterhin dagegen. „Eine Bespielbarkeit für alle Verkehrsteilnehmenden“, forderte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Martin Daum kürzlich in einer Podiumsdiskussion und betonte, dass weiterhin eine Spur für den Autoverkehr bestehen bleiben müsste. Auch auf der anderen Seite des Mains begrüßen viele, wie die Bürgerinitiative „Sachsenhausen wehrt sich“, die Öffnung. Die Mitglieder hatten das sich verstärkende Verkehrsaufkommen kritisiert und stattdessen eine flächendeckende Verkehrsreduzierung aller zentralen Stadtteile gefordert.

Offener Brief an Römerkoalition

Während die einen aufatmen, fordern andere eine Verlängerung des Experiments und verweisen darauf, dass eine Auswertung, nämlich die Messung des Verkehrsaufkommens während der Sperrung, aufgrund der Corona-Krise nicht möglich gewesen sei. In einem offenen Brief wenden sich nun die Mitglieder der Initiative „Making Frankfurt“ an die Koalition im Römer und fordern, die „historische Chance“ zu nutzen und „das frisch aufkeimende urbane Leben“ am Mainkai zu unterstützen. „Ein dauerhaft vom Autoverkehr befreiter Mainkai wäre ein starkes Symbol und ein vielversprechender Anfang. Es gilt, gemeinsam mutig zu sein – für ein lebenswertes Frankfurt heute und morgen!“, heißt es in einem öffentlichen Brief. Darin fordern sie unter anderem die Verlängerung für mindestens zwei weitere Jahre sowie die Organisation eines Innenstadtforums, in dem Bürgerinnen und Bürger gemeinsam mit Expertinnen und Experten sowie Entscheidungsträger*innen über die Zukunft der Innenstadt diskutieren könnten. Darüber hinaus fordern sie Umbaumaßnahmen entlang der Strecke, um diese zu einem Ort mit Aufenthaltsqualität zu verwandeln.

In einem weiteren Schritt wollen sich die Mitglieder von „Making Frankfurt“, die sich mit kreativen Ideen für eine Stadt mit mehr Lebensqualität einsetzen, mit einer Petition an die Stadtverordnetenversammlung wenden. Zu den Unterzeichnern gehören unter anderem die Mitglieder der Klimaschutz-Bewegung Fridays for Future. Auch sie setzen sich für einen autofreien Mainkai ein und haben eine Demonstration unter dem Motto „Mainkai bleibt autofrei" am Dienstag organisiert.
 
1. September 2020, 13.33 Uhr
sie
 
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Leser-Kommentare

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Ralph Lange am 1.9.2020, 14:55 Uhr:
Sinnvoll wäre, das nunmehr ein Jahr lang tote Stück Straße aufzuwerten:

- Tempo-30-Zone - nur eine Autospur pro Richtung
- Radwege auf beiden Seiten markieren
- Ampelanlagen in Zebrastreifen umwandeln.

So schlägt es die FDP vor. Dann würden wirklich Alle vom Mainkai etwas haben.
 
Thomas Szymanski am 1.9.2020, 14:27 Uhr:
"Schade, denn eigentlich war die Stadt fast auf dem richtigen Weg, stattdessen fallen die 800 Meter nun wieder dem Autoverkehr zu. - Richtig wäre hier klar, wie teilweise gefordert, eine Gesamtreduzierung des Autoverkehrs in der Stadt, denn erfahrungsgemäß zeigt das Benutzen der Öffentlichen Verkehrsmittel, wie Straßenbahn, U-Bahn, usw., dass man schnell in einem Stadtteil ist. - Der U-Bahn- und ebenso der Straßenbahnausbau wird ja auch vorangetrieben.
Warum hält man nun an Altem fest. - Es ist wohl ein altes Laster der Deutschen. Doch man muss sich der Neuzeit, gerade wegen dem Klimawandel, anpassen, denn Frankfurt soll ja eigentlich sauberer werden. - So aber sehe ich da keine Änderung. Die Zubauerei, mehr Bewohner und mehr Autos auf, bzw. in den Straßen, ist ein großer Fehler, der von Mike Josef und anderen Stadtpolitikern ausgeht. - Die Stadt benötigt dringend mehr Grün, und diesbezüglich gab und gibt es ja gerade jetzt Tolle Pläne z.B. für diesen Straßenabschnitt. Leider war es das aber wohl. oder?" - Thomas Szymanski, Frankfurter Puppenspieler und Schauspieler
 
 
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