Facebook
|
Twitter
|
RSS
|
eMags Kontakt
|
Mediadaten
|
Impressum
Gesellschaft
Startseite Alle NachrichtenGesellschaft
Literaturhaus will sich unter neuem Chef öff
 

0

Literaturhaus will sich unter neuem Chef öffnen

Bei seiner Vorstellung gibt sich der neue Chef des Frankfurter Literaturhauses noch zurückhaltend. Doch auch mit wenigen mit Bedacht gewählten Worten lässt Hauke Hückstädt erkennen, dass dem im Ostend gelegenen neoklassizistischen «Kulturtempel» ein Generationswechsel bevorsteht. «Literatur darf kein Reservat sein», sagt der 40-Jährige und kündigt an, das Haus für neue Genres und Sparten öffnen.

Seit 2005 residiert das bundesweit renommierte Literaturhaus in der Alten Stadtbibliothek, die nach der Zerstörung im Krieg unweit des Mains für sieben Millionen Euro wiedererrichtet wurde. Fast feudal mutet das Haus an - und fast zu prächtig für die junge Literatenszene und deren Publikum. Unter der langjährigen Leiterin Maria Gazzetti, die in München künftig das Lyrik Kabinett betreut, haben die großen Literatur-Stars den Weg in das Haus zwar mühelos gefunden. Hückstädt soll es nun vom 1. Juli an auch schaffen, unbekannten Literaten ein Forum zu geben und neuen Schichten die Berührungsängste zu nehmen.

Es gehe darum, die gesellschaftlichen Reibungsflächen deutlich zu machen, die Bedingung für das Schreiben seien, sagt Hückstädt. Dazu gehörten auch Kino, Theater, Trashkultur, Musik, aber auch der Sport und die Wissenschaft. In Göttingen hat er mit dem eigenhändigen Aufbau des Literarischen Zentrums gezeigt, wie kreativ er sein kann. «Begehbares Feuilleton» nennt der 40-Jährige, der selbst Gedichte schreibt, sein in Göttingen in zehn Jahren erprobtes Konzept.

Barrieren zwischen E- und U-Kultur sollen niedergerissen werden. Der Lyriker soll genauso neben der Skandaldramatikerin sitzen oder dem Drehbuchschreiber - so hat Hückstädt seine Vorstellungen in einem Aufsatz umrissen. «Ein Programmleiter des öffentlich-rechtlichen Fernsehens, der mit seinem Lieblingsautor spricht, neben dem wortkargen Cartoonisten, der eine verwegene Linie von Flaubert zu "anonymen Alkoholikern" zeichnet.»

Das Frankfurter Literaturhaus, von einem Verein unter Vorsitz des Verlegers Joachim Unseld getragen, wird maßgeblich von der Stadt Frankfurt finanziell unterstützt. Der neue Leiter des Hauses muss sich künftig jedoch in Zeiten des «Finanzkrisenhurrikans» (Unseld) auch um Sponsoren und Drittmittel kümmern. Hückstädt, der noch vor der Wende mit seinen Eltern aus politischen Gründen aus der DDR nach Hannover übersiedelte und später dort Germanistik studierte, bringt Improvisationstalent mit. In Göttingen hat er für das im Vergleich zu Frankfurt spartanisch eingerichtete Literarische Zentrum sogar Tische und Stühle selbst besorgt.

Thomas Maier, dpa
 
12. Mai 2010, 17.35 Uhr
red
 
Empfehlen
 
Fotogalerie:
{#TEMPLATE_news_einzel_GALERIE_WHILE#}
 

Leser-Kommentare

Kommentieren
Schreiben Sie den ersten Kommentar.
 
Mehr Nachrichten aus dem Ressort Gesellschaft
 
 
Demonstration für Öffnung der Bordelle
0
Keine Lösung für Sexarbeiterinnen in Sicht
Die Situation für Sexarbeiterinnen ist in der Corona-Krise immer noch eine der aussichtslosesten. Am Samstag gingen 50 Personen auf die Straße, um für eine Öffnung der Bordelle in Hessen zu demonstrieren. Die Stadt sorgt sich derweil über das Problem der Straßenprostitution. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: Symbolbild © Pexels
 
 
Die Landesregierung hat die Besuchs-Beschränkungen in Altenpflege- und Behinderteneinrichtungen gelockert; ab Ende September soll es keine allgemeinen Vorgaben mehr geben. Das teilten Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose am Freitag mit. – Weiterlesen >>
Text: ez / Foto: Pexels
 
 
Beamter ging unangemeldeter Nebentätigkeit nach
0
LKA ermittelt gegen Frankfurter Polizisten
Erneut hat ein Polizist unbefugt Daten von einem Polizeicomputer abgerufen. Ein Zusammhang mit den NSU 2.0-Drohschreiben liegt laut Innenministerium jedoch nicht vor. Vielmehr wird eine finanzielle Motivation in Verbindung mit einer nicht angemeldeten Nebentätigkeit vermutet. – Weiterlesen >>
Text: jwe / Foto: © Bernd Kammerer
 
 
 
Mit dem Fahrrad zur Arbeit – dank flotter E-Bikes und neuer Radschnellwege sind immer weniger Pendler und Pendlerinnen auf Auto oder Bahn angewiesen. Kann das Fahrrad aber auch eine Alternative für diejenigen sein, die weitere Strecken zurücklegen müssen? – Weiterlesen >>
Text: Jonas Lohse/Jan Paul Stich / Foto: Symbolbild: Pexels
 
 
Doppel-Demo für die Grüne Lunge
0
Bäume, die wie Streichhölzer fallen
Am Samstag soll mit einer Doppel-Demonstration, zu Fuß und mit dem Rad, auf den Erhalt der Grünen Lunge am Günthersburgpark aufmerksam gemacht werden. Die Veranstaltenden nennen die Bebauung und das Verhalten des Magistrats „unverantwortlich“. – Weiterlesen >>
Text: Johanna Wendel / Foto: Harald Schröder
 
 
<<
<
1  2  3  4  ...  1564