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Kostenlose Corona-Tests am Flughafen
 

Kostenlose Corona-Tests am Flughafen

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Spahn: Einführung einer Testpflicht steht im Raum

Foto: Pexels
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An Flughäfen können Reiserückkehrende seit Freitag kostenlose Corona-Tests durchführen lassen. Auf Bundesebene spricht man über die Einführung einer Testpflicht. Grund sind die steigenden Infektionszahlen durch die Reiselockerungen, auch in Hessen nehmen die Neuinfektionen zu.
Am vergangenen Freitag haben die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder gemeinsam beschlossen, Corona-Tests an Flughäfen für Reiserückkehrende einzuführen. Die aktuellen Infektionszahlen zeigten, dass man noch mitten in der Corona-Pandemie sei, so Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). „Der zunehmende Reiseverkehr erhöht das Risiko, dass wieder mehr Infektionen nach Deutschland hineingetragen werden. Daher wird der Bund die Nationale Teststrategie so ergänzen, dass sich alle Reiserückkehrer binnen drei Tagen nach Einreise testen lassen können.“ Für Einreisende, die aus Risikogebieten kommen, sollen die Tests nun direkt an den Flughäfen kostenlos und freiwillig angeboten werden. „Ein Test ist kein Freifahrtschein, sondern immer nur eine Momentaufnahme“, ergänzte Spahn. Die Kosten für die Tests werden von Krankenkassen, Bund und Ländern übernommen. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sagte dazu: „Die Gesamtgesellschaft muss das tragen, denn wenn es wieder zu einem Lockdown kommt, wird es noch viel teurer und deshalb sollten Krankenkassen, Bund und Länder das bezahlen.“

Am Samstag gab der Bundesgesundheitsminister zudem seine Pläne zu einer möglichen Testpflicht bekannt. Was man im Moment habe, seien viele kleine Ausbrüche, so Spahn. Diese führe er auf die Reiserückkehrerinnen und -rückkehrer aus bestimmten Regionen zurück. „Wir prüfen auch, ob es rechtlich möglich ist, jemandem zu einem Test zu verpflichten“, sagte Spahn in einem Interview mit dem Deutschlandfunk am Samstag. Jemanden zu einem Test zu verpflichten, sei ein Eingriff in die persönliche Freiheit. „Die Gerichte schauen sehr genau hin, dass jeder Eingriff verhältnismäßig ist.“ Dazu äußerte sich Jens Spahn am Montag auf seinem Twitter-Kanal erneut: „Warum leichtfertig riskieren, was wir gemeinsam unter hohen Kosten erreicht haben? Durch illegale Partys und Reisen ohne Vorsicht verbreitet sich das Virus wieder schneller.“

Auch der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) fordert nach einem größeren Corona-Ausbruch im niederbayerischen Landkreis Mamming, bei dem laut Medienberichten über 170 Erntehelfer positiv auf das Coronavirus getestet worden seien, die Einführung verpflichtender Corona-Tests. „Corona ist nicht vorbei und verzeiht keinen Leichtsinn: Wir müssen aufpassen, dass sich keine zweite Welle einschleicht. Unvernunft, mangelnde Vorsicht oder bewusste Verstöße tragen leider dazu bei“, so Söder am Montag auf Twitter. „Corona-Tests an Flughäfen für Reiserückkehrer aus Risikogebieten wären wünschenswert. So können wir verhindern, dass neue Hotspots entstehen und einer zweiten Welle vorbeugen. Diese Sicherheit nützt allen.“ Zudem sehe das bayerische Coronaprotokoll nun vor, alle Betriebe zur Erntezeit auf die Einhaltung der Hygienekonzepte zu überprüfen, sowie Saisonarbeiter und Erntehelfer verpflichtend zu testen und bei Verstößen die Bußgelder auf 25 000 Euro zu erhöhen.

Die Situation in Hessen

Am Flughafen in Frankfurt wurde bereits Ende Juni ein Corona-Testzentrum eingerichtet, in dem die Passagiere die Tests jedoch aus der eigenen Tasche bezahlen mussten: 59 Euro für ein Ergebnis nach bis zu sechs Stunden, 139 Euro für ein Ergebnis nach zwei bis drei Stunden. Rund 30 000 Fluggäste haben das Angebot laut des Anbieters Centogene wahrgenommen. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtete am Montag, dass es die kostenfreien Tests, jedoch vorerst nicht am Frankfurt Flughafen geben solle. Wegen der höheren Passagierzahlen sei die Situation dort nicht mit den anderen Flughäfen vergleichbar. Laut des Flughafenbetreibers Fraport sei die Frage der Kostenübernahme demnach noch ungeklärt.

In Hessen sind die Städte Offenbach und Darmstadt aktuell am stärksten von Corona-Neuinfektionen betroffen. Mit 14 Fällen pro 100 000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen ist Darmstadt Spitzenreiter in Hessen. Darauf folgt Offenbach mit einer Inzidenzzahl von 11. Zum Vergleich: In Frankfurt liegen die Neuinfektionen aktuell bei fünf Fällen pro 100 000 Einwohnern. Die Obergrenze liegt bei 20, dann leitet das Land je nach Schwere lokale Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen ein, dazu hatte das Land Hessen Anfang Juli ein Präventions- und Eskalationskonzept vorgestellt. Allgemein befindet sich der Anstieg der Fallzahlen in Hessen wieder auf einem ähnlich hohen Niveau wie Ende Mai, das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts hervor. Aktuell waren in Hessen 11 685 Personen am Coronavirus erkrankt, rund 10 700 von ihnen gelten als genesen. Bisher sind 518 Menschen in Hessen an den Folgen der Covid-19-Erkankung verstorben.
 
27. Juli 2020, 13.40 Uhr
Johanna Wendel
 
Johanna Wendel
Jahrgang 1993, Technikjournalismus-Studium an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, seit Januar 2019 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Johanna Wendel >>
 
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