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Karstadt: Verdi ruft zur Demonstration auf
 

Karstadt: Verdi ruft zur Demonstration auf

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Betriebsräte und Beschäftigte protestieren gegen Stellenabbau

Foto: Bernd Kammerer
Foto: Bernd Kammerer
Vor knapp zwei Wochen gab Galeria Karstadt Kaufhof bekannt, dass bundesweit 62 ihrer Filialen schließen werden. Gegen die Entlassung der rund 240 Mitarbeitende in Frankfurt protestieren Betriebsräte und Beschäftigt am Montag auf der Zeil.
Ab 14 Uhr findet am Montag vor der Karstadt-Filale auf der Zeil eine Protestaktion der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi statt. Als Anlass für den Protest nimmt Verdi die Behauptung der Geschäftsführung, die rund 240 Arbeitsplätze aufgrund der hohen Mieten nicht sichern zu können. Bei dem Streik beruft sich die Gewerkschaft auf Recherchen der Frankfurter Rundschau, die ergaben, dass der Vermieter der Unternehmensleitung bereits vor mehreren Monaten eine deutliche Mietkürzung angeboten haben soll. Bisher scheine das Angebot des Vermieters nicht ausreichend geprüft und für den Erhalt des Karstadt-Hauses „nicht richtig gewürdigt“ worden zu sein, so Verdi Hessen. In der Protest-Ankündigung fordert die Gewerkschaft den Insolvenzverwalter von Karstadt, Arndt Geiwitz, dazu auf, die angebotene Mietsenkung zu nutzen und die Arbeitsplätze der Filiale zu sichern.

„Wer also tatsächlich im Abbau von Personal nicht die entscheidende Sanierungsgröße sieht, der sollte sich diese vielleicht unwiederbringliche Chance nicht entgehen lassen“, kündigt Verdi Hessen an. Teilnehmen an dem Protest werden auch Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), Landesbezirksleiter der Verdi Hessen Jürgen Bothner, die Landtagsabgeordnete Elke Barth (SPD) und der Abgeordnete der Linken im Hessischen Landtag Herman Schaus.

Der Frankfurter Rundschau hat Uwe Sahle, Vermieter der Karstadt-Immobilie auf der Zeil und Geschäftsführer des Unternehmens Sahle-Wohnen, über seine Unternehmenssprecherin mitgeteilt, bei den jetzigen Mietverhandlungen Zugeständnisse gemacht zu haben, „die in der Summe Einsparungen von mehr als einer Million Euro brutto jährlich ausgemacht hätten.“ René Benko, Eigner der Kette Galeria Karstadt Kaufhof, sei dagegen „offenbar nicht bereit, den kriselnden Warenhäusern Mietnachlässe zu gewähren.“ Laut Frankfurter Rundschau habe Karstadt seit April dieses Jahres keine Miete mehr für das Objekt gezahlt.

Am 19. Juni kündigte Galeria Karstadt Kaufhof an, bundesweit 62 seiner 172 Filialen schließen müssen. Dabei wurde bekanntgegeben, dass darunter auch zwei Karstadt-Filialen auf der Zeil betroffen sind. Der genaue Zeitpunkt ist noch unklar.
 
29. Juni 2020, 13.44 Uhr
jwe
 
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Leser-Kommentare

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Benjamin Deglmann am 29.6.2020, 17:16 Uhr:
Spätestens nach dem Zusammenschluss von Karstadt und Kaufhof hätte doch allen bewusst sein müssen, dass dieser Tag irgendwann kommen wird. Es ist der letzte Akt in der Niedergangsgeschichte des einstigen Wirtschaftswunders von Karstadt-Quelle.

Zwei riesige Standorte, Luftlinie 500 Meter mit einem nahezu ähnlichen Sortiment - das kann nicht gut gehen. Alleine die Immobilien verschlingen ein Vermögen! So schlimm das für die Mitarbeitenden sein wird, dürfte der Arbeitsmarkt aktuell genügend Anschlussperspektiven bieten.
 
Thomas Szymanski am 29.6.2020, 16:50 Uhr:
"Gerade in dieser Krisenzeit ist es unverantwortlich, Stellen irgendwo und überall abzubauen. - Die letzten Kaufhäuser müssen nach meiner Meinung unbedingt erhalten bleiben, denn nur so bleibt die Einkaufsmeile ZEIL attraktiv und lebendig. - Es ist schon genug an bedeutenden Einkaufshäusern und Geschäften verschwunden. Ich drücke allen Beteiligten die Daumen, dass auch nicht unsere letzten Kaufhäuser neben anderen wichtigen Gebäuden in unserer Stadt noch verschwinden!" - Thomas Szymanski, Puppenspieler und Schauspieler
 
 
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