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Foto: red
Foto: red

Jahresrückblick

Das war 2020

Ein außergewöhnliches Jahr neigt sich seinem Ende zu: Wir haben einen Blick auf die Themen in der Stadt geworfen, die 2020 geprägt und Sie besonders interessiert haben – abseits von Corona.
Der Neubau des Goetheturms

Ende Juli feierte der neugebaute Goetheturm im Frankfurter Stadtwald Richtfest. Unzählige Besucher:innen hatten monatelang auf diesen Moment hingefiebert und den Bau vom Boden aus begleitet. Nach dem Brandanschlag im Oktober 2017 mussten die Frankfurterinnen und Frankfurter drei Jahre ohne ihr Wahrzeichen auskommen. Bei einer Abstimmung im November 2017 hatten 78 Prozent der Frankfurter:innen für den Wiederaufbau des Turms gestimmt. Die Anteilnahme vieler Bürger:innen zeigte sich schon Wochen vor der Fertigstellung in unzähligen Fotos und Posts in den sozialen Medien. Umweltdezernentin Rosemarie Heilig (Bündnis 90/Die Grünen) sagte dazu Ende Juli. „Wer nicht hier oben war, war trotzdem jederzeit gut informiert, wie weit die Handwerker sind.“

Polizeiskandal: Weitere NSU 2.0-Drohschreiben

Nachdem die Linken-Politikerin Janine Wissler bereits im Dezember 2019 mit NSU 2.0-unterzeichnete Drohbriefe erhalten hatte, setzte sich der Skandal auch 2020 weiter fort. Die Frankfurter Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız und die Kabarettistin Idil Baydar erhielten Drohmails, denen Abfragen von Polizeicomputern in Frankfurt und Wiesbaden vorausgegangen waren. Wie Innenminister Peter Beuth (CDU) im Juli mitteilte, gingen Ermittlungen zufolge zu dem Zeitpunkt bereits 69 Drohschreiben an 27 Personen. Ende Juli wurde bei einer Wohnungsdurchsuchung im bayrischen Landshut ein Ehepaar festgenommen. Die beiden stehen seitdem unter Verdacht, an den mit „NSU 2.0“ unterzeichneten Drohschreiben beteiligt zu sein.

Ausschreitungen am Opernplatz

In der Nacht vom 18. auf den 19. Juli war es am Opernplatz zu Ausschreitungen gekommen, bei denen die Polizei insgesamt 39 Personen festnahm. Einsatzkräfte wurden dabei angegriffen und verletzt. Insgesamt hatten sich an diesem Wochenende, aber auch die Wochen zuvor, rund 3000 Menschen auf dem Platz versammelt. Gegen 3 Uhr kam es in besagter Nacht zu einer Massenschlägerei mit 25 bis 30 Personen. Ab dem darauffolgenden Wochenende galt ein Betretungsverbot des Platzes ab 1 Uhr nachts. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) besuchte daraufhin den Opernplatz und versuchte, zu vermitteln. Dabei wurde er von Aktivist:innen immer wieder dazu aufgefordert, sich zu Polizeigewalt und Racial Profiling zu äußern. Trotz des angekündigten Betretungsverbotes kamen nach Angaben der Polizei an beiden Tagen insgesamt tausend Menschen auf dem Platz zusammen. Im Oktober gaben Polizei und Staatsanwaltschaft schließlich bekannt, dass 21 Tatverdächtige durch eine Öffentlichkeitsfahndung namentlich identifiziert und zwölf mutmaßliche Täter ermittelt werden.

Streit um die Zukunft der Städtischen Bühnen

Seit mehreren Monaten wird über die Zukunft der Städtischen Bühnen verhandelt. Mit der Entscheidung des Landesamts für Denkmalpflege in Wiesbaden, den Foyerbau samt Glasfassade der Städtischen Bühnen unter Denkmalschutz zu stellen, schritt die Planung von Schauspiel und Oper erneut voran. Denn ob Abriss, Bauen im Bestand oder Neubau – klar ist: Die „Goldwolken“ des Künstlers Zoltán Kemény sollen erhalten bleiben. Die nächsten Schritte seien laut Hartwig, die möglichen Konzepte, die einen Neubau mit Erhalt des Foyerbaus vorsehen – darunter auch der von der CDU favorisierte Neubau am Osthafen – zu prüfen. Nach der Standortentscheidung des Parlaments werde man dann einen Architekturwettbewerb ausschreiben, so Hartwig: „Und dann endlich werden Ideen konkret.“ Eine Sonderausstellung im Deutschen Architekturmuseum hatte sich von Ende Juni bis Anfang September den vielen Möglichkeiten und Vorschlägen des Umbaus gewidmet. Die Ausstellung verdeutlichte noch einmal den Standpunkt der SPD und der Kulturdezernentin, die die Zukunft der Bühnen in der Innenstadt sehen.

Eröffnung des Jüdischen Museums

Nach fünf Jahren Bauzeit und einigen Verzögerungen konnte das Jüdische Museum am 21. Oktober mit einem imposanten Neubau und einer noch eindrucksvolleren Dauerausstellung endlich wieder öffnen. Doch nach nur elf Tagen musste das langersehnte Museum seine Türen wieder schließen, sowie auch das dazugehörige Café im Erdgeschoss „Flowdeli“. In dieser Zeit hatten bereits 4500 Personen das Jüdische Museum besucht.

Krätze-Ausbruch in Geflüchtetenunterkunft in Bonames

In einer vom Diakonischen Werk betriebenen Geflüchtetenunterkunft am Alten Flughafen Bonames erkrankten Mitte Juni gleich mehrere Familien an Krätze (Skabies). Zuvor hatten Bewohner:innen bereits wegen der mangelhaften Versorgung mit Strom und Warmwasser demonstriert. Im Juli wurde bekannt, dass erste Krätze-Fälle in der Unterkunft bereits vor etwa zwei Jahren aufgetreten seien, hieß es in einem Schreiben der Linken. Die Ausbreitung der Krätze jedoch hätte von der Einrichtungsleitung vor Ort rechtzeitig gemeldet werden müssen, sagte die Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU).

Unfall an einem Bahnübergang in Nied

Anfang Mai kam es zu einem schweren Unfall an dem Bahnübergang an der Oeserstraße in Nied. Ein durchfahrender Zug der Hessischen Landesbahn hatte damals eine 16-jährige Fußgängerin sowie einen 52 Jahre alten Radfahrer und eine 50-jährige Autofahrerin erfasst. Die Fußgängerin kam dabei ums Leben, der Radfahrer und die Autofahrerin wurden schwer verletzt. Zum Unfallzeitpunkt waren die Bahnschranken geöffnet. Über eine Unterführung für den gefährlichen Bahnübergang wird in Nied bereits seit 100 Jahren diskutiert, durch den tödlichen Unfall erhielt die Diskussion durch das Engagement von Bürger:innen erneut Aufwind. Bis 2023/2024 soll schließlich eine Unterführung für Fußgänger:innen und Radfahrer:innen entstehen, teilten die Deutsche Bahn und die Stadt Frankfurt im Oktober mit.

Pläne für Multifunktionsarena gescheitert

Der geplante Bau der Multifunktionsarena am Kaiserlei scheiterte im September nach langem Hin und Her endgültig. Der letzte verbliebene Investor, die Anschutz Entertainment Group (AEG) teilte in einer schriftlichen Erklärung mit, kein neues Angebot mehr abzugeben. Sportdezernent Markus Frank (CDU) erklärte das Ausschreibungsverfahren damit für beendet. Er sehe keine Grundlage mehr für weitere Verhandlungen, sagte Frank im September. Stadt und Investor seien letztendlich an den Umfängen des Bauvorhabens nicht zusammengekommen. Bereits im Mai hatte sich der bevorzugte Bieter Langano aus dem Vorhaben zurückgezogen. Das Unternehmen hatte zunächst den Vorzug aufgrund des kompakteren Flächenzuschnitts erhalten, final sei jedoch bis zum Ablauf der Frist kein Angebot eingegangen. Die Stadt war zu diesem Zeitpunkt davon ausgegangen, dass sich das Projekt auf der Zielgeraden befinde. Zur Absage vonseiten der Stadt hatte die geplante Mantelbebauung der AEG geführt. Während die Stadt Frankfurt als Bedingung voraussetzte, dass den Sportvereinen angemessene Trainings- und Wettkampfmöglichkeiten eingerichtet werden, plante die AEG mit dem zusätzlichen Bau eines Hotels sehr viel größer.
 
28. Dezember 2020, 10.34 Uhr
ez/sie/rom/jwe
 
 
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