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Infektionen in drei Landkreisen
 

Infektionen in drei Landkreisen

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Mehr als hundert Infizierte nach Baptisten-Gottesdienst

Foto: Pixabay
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Im Umfeld einer Baptisten-Gemeinde in Rödelheim sind am Wochenende vermehrt Corona-Fälle bekannt geworden. Inzwischen sind mindestens 107 Menschen aus Frankfurt und drei weiteren Landkreisen infiziert. Die Verantwortlichen haben inzwischen Versäumnisse eingeräumt.
Seit dem 1. Mai dürfen in Hessen wieder öffentliche Gottesdienste gefeiert werden, jedoch nur unter strengen Auflagen. Im Umfeld einer Baptisten-Gemeinde im Stadtteil Rödelheim sind am Wochenende nun vermehrt Infektionen mit dem Coronavirus bekannt geworden. Auslöser soll ein Gottesdienst am 10. Mai gewesen sein; inzwischen sind mindestens 107 Menschen mit Wohnsitz in Frankfurt und drei weiteren hessischen Landkreisen infiziert, teilte Gesundheitsminister Kai Klose (Bündnis 90/Die Grünen) am Sonntag mit. Vergangenen Samstag war man seitens der Behörden noch von etwa 40 Infizierten ausgegangen. Neben Frankfurt sind weitere Fälle im Main-Kinzig-Kreis, der Wetterau und dem Hochtaunuskreis bekannt.

Wie genau es zu dem Vorfall kommen konnte, ist noch unklar. Das Frankfurter Gesundheitsamt habe die Arbeit inzwischen aufgenommen, so Klose. Darüber hinaus seien die jeweiligen Behörden vor Ort zuständig. Diese müssten nun Hergang und Kontaktpersonen ermitteln und eventuelle Quarantänemaßnahmen ergreifen. Gesundheitsminister Klose betonte: „Diese Situation zeigt, wie wichtig es ist, dass wir alle wachsam bleiben und nicht leichtsinnig werden.“ Wichtig sei es nun vor allem, mögliche Infektionsketten zu unterbrechen. Erschwert werde dies laut Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung jedoch durch die Tatsache, dass die Verantwortlichen nicht auf eine schriftliche Anmeldung der Gottesdienst-Teilnehmerinnen und -Teilnehmer bestanden hätten.

Auch das Frankfurter Gesundheitsdezernat habe bereits die Arbeit aufgenommen und Dezernent Stefan Majer (Bündnis 90/Die Grünen) stehe in engem Kontakt mit dem Gesundheitsamt und den jeweils örtlichen Behörden, teilte eine Pressesprecherin auf Anfrage mit. Gemeinsam wolle man nun das weitere Vorgehen koordinieren.

In Frankfurt hätten sich dadurch mehr als 40 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, wie René Gottschalk, Leiter des Frankfurter Gesundheitsamtes, am Sonntag mitteilte. Im Wetteraukreis, einem der drei betroffenen Landkreise, wurden am Wochenende 26 positive Covid-19-Fälle gemeldet, die auf den besagten Gottesdienst zurückgeführt werden können. Inzwischen sollen sich inzwischen 76 Personen in Quarantäne befinden. Im Main-Kinzig-Kreis wurde ein sprunghafter Anstieg um 12 Infizierte verzeichnet.

Baptisten-Gemeinde räumt Versäumnisse ein

Verantwortlich für den Gottesdienst am 10. Mai war der Verein der Evangeliums-Christen-Baptisten Frankfurt am Main. Wie viele Mitglieder der Gemeinde angehören, ist nicht bekannt. In einem öffentlichen Schreiben teilten die Verantwortlichen nun mit, man sei „tief bestürzt und traurig“. Rückblickend könne man sagen, dass „bei der Versammlung separate und kontrollierte Ein- und Ausgänge genutzt wurden, entsprechende Hinweisschilder angebracht waren, ausreichende Desinfektionsmittel zur Verfügung standen und der Abstand von 1,5 Meter eingehalten wurde.“ Zusätzlich heißt es: „Im Nachhinein wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten."

Weitere Gottesdienste habe man unmittelbar nach Bekanntgabe der Infektion in das Online-Format zurückgeführt. Darüber hinaus heißt es, man stehe in Kontakt mit den Behörden. Momentan sei jedoch nur eine eingeschränkte Kommunikation möglich, da der Vereinsvorsitzende sich in einem kritischen Zustand auf der Intensivstation befinde und der Stellvertreter ebenfalls erkrankt sei.

Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden distanziert sich

Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde der Baptisten in Frankfurt hat sich bereits öffentlich von dem Verein in Rödelheim distanziert. Auf der Webseite heißt es: „Die genannte Gemeinde steht weder organisatorisch noch inhaltlich in einer Verbindung zu unserer Kirchengemeinde am Tiergarten oder dem Bund Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland. Unsere Gemeinde am Tiergarten verzichtet auch weiterhin bewusst auf Präsenzgottesdienste.“ Laut Pastor Sebastian Gräbe setze man auch dort darauf, bei der Eindämmung der COVID-19 Infektionen bestmöglich mitzuwirken.
 
25. Mai 2020, 13.38 Uhr
Sina Eichhorn
 
Sina Eichhorn
Jahrgang 1994, Studium der Germanistik an der Justus-Liebig-Universität Gießen, seit Oktober 2018 beim Journal Frankfurt. – Mehr von Sina Eichhorn >>
 
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Leser-Kommentare

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Margit Gehrisch am 26.5.2020, 08:32 Uhr:
Da kann ich mich Herrn Reichert nur anschließen. Genau das gleiche Bußgeld (500 Euro) das auch Familien bezahlen müssen die zu engen Kontakt hatten, an jedes einzelne Mitglied. Wir haben seit Mitte März Berufsverbot, viele Clubs wissen nicht wie sie überleben sollen und solche Egoisten tragen einen Großteil dazu bei, dass das auch lange noch so bleibt. Aber ich wette, die kommen alle unbehelligt davon? Das würde mich wirklich interessieren...
 
Thomas Reichert am 25.5.2020, 15:28 Uhr:
Ist das wirklich ernst gemeint „Im Nachhinein wäre es für uns angebracht, beim Gottesdienst Mund-Nasen-Schutz-Bedeckungen zu tragen und auf den gemeinsamen Gesang zu verzichten."
Die haben keine Mund-Nasen-Schutz getragen und dann noch gemeinsam gesungen? Da muss nur einer das Virus haben und alle haben es anschliessend - was ja auch passiert ist. Dieser "Gemeinde" müsste man sofort ein 5-stelliges Ordnungsgeld aufbrummen - für jeden Infizierten 50 Euro. Und dann hat diese "Gemeinde" nicht einmal die Kontaktdaten aufgeschrieben, was selbst ein Restaurant machen muss. Achwas - ich würde 100 Euro für jeden Infizierten verlangen. "Ordnungsamt, bitte übernehmen Sie!"
 
 
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