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Frankfurter Kinderbuch über ein Down-Syndrom-Kind
 

Frankfurter Kinderbuch über ein Down-Syndrom-Kind

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Das besondere Lachen andersartiger Kinder

Foto: © Bernd Kammerer
Foto: © Bernd Kammerer
"Kikos Lachen" ist ein Kinderbuch der Frankfurter Autorin Nadia Doukali und erzählt die Geschichte eines Kindes mit Down-Syndrom, das vielen andersartigen Wesen begegnet. Das Buch unterstützt das Kinderhospiz Löwenmut.
„Kiko ist vom Himmel gefallen. Einfach so. Plötzlich war er da, und das Einzige, was er wusste, war, dass er Kiko war!“, liest Nadia Doukali mit ihrer warmen Stimme aus ihrem eigenen Werk vor. Die Autorin hat am Freitag ihr viertes Kinderbuch präsentiert: „Kikos Lachen“. Die 46-jährige Marokkanerin ist selbst dreifache Mutter, sie kann sich gut in die Gedankenwelt des Nachwuchses und der Gute-Nacht-Geschichten erzählenden Eltern einfühlen. Die Frankfurterin ist eine gute Netzwerkerin und bringt gerne ganz unterschiedlich anmutende Themen zusammen, setzt sich für Völkerverständigung und das Verbindende zwischen den Religionen ein. So ganz überrascht es daher nicht, dass sie letztlich auch ein Kinderbuch verfasst hat, das sich um ein außergewöhnliches Thema dreht, weil es von einem Kind mit Down-Syndrom handelt. Kiko, in dem Buch ganz knuddelig, farbenfroh und sympathisch von Grafikerin Chloé Dolic zum Leben erweckt, trifft – nachdem er vom Himmel gefallen ist – auf viele unterschiedliche Figuren: die vergessliche und doch allwissende Qualle, liebevolle Seepferdchen, einen ängstlichen Löwen, verletzte Kakteen und eine ganz warmherzige Spinne. In vielen fantasievollen Bildern und Worten verpackt geht es um die Akzeptanz des Andersseins.

„’Kikos Lachen’ gehört zu den Ideen, die in mir reifen und irgendwann zu Papier gebracht werden“, sagt die Autorin. „Man muss Kinder fördern mit dem, was sie mitbringen“, ist Doukalis Haltung. Ihr Buch handelt von Werten wie Liebe, Hoffnung, Zusammenhalt, es unterhält und regt zum Nachdenken an. Da traf es sich gut, dass Nadia Doukali seit Sommer 2016 Botschafterin des Kinderhospizes Löwenmut ist. Dabei handelt es sich um eine Einrichtung der IFB-Stiftung für 40 schwerstbehinderte und totkranke Kinder bei Johannisburg. So entstand die Idee zum veröffentlichten Kinderbuch. „Kikos Lachen“ ist nämlich nicht im regulären Buchhandel erhältlich, es kann gegen eine Spende von 15 Euro erworben werden. Für diese Summe erhält man nicht nur ein schönes Buch und eine Spendenquittung, 100 Prozent des Erlöses soll dem Kinderhospiz-Neubau in Südafrika zugutekommen.

Wolfgang Groh, Vorstandsvorsitzender der IFB-Stiftung, die sich seit 1959 um die Belange von „Menschen mit besonderen Bedürfnissen“ kümmert, berichtet von deren Arbeit. Die Stiftung sei von seinem Vater gegründet worden, inspiriert von seinem schwerstbehinderten Bruder. Seit 1986 hat Groh den Vorsitz übernommen. Bei „Löwenmut“ gehe es darum, Erfahrungen an ein Land weiterzugeben, die Südafrika nicht habe. Dort fühlten sich die zumeist von Armut betroffenen Eltern oftmals gezwungen, ihre behinderten Kinder auszusetzen. Ein behindertes Kind habe keine Chance adoptiert zu werden. Das Kinderhospiz erfülle damit eine wichtige Aufgabe in einem Land, in dem Inklusion noch nicht wirklich umgesetzt werde. „Eine 10 Euro Spende ist in Südafrika so viel wert wie 100 Euro“, sagt Groh, der Kikos Lachen über die Homepage vertreiben will.

„Eine Mutter liebt ihr Kind wie es ist“, davon ist Nadia Doukali überzeugt, es seien gesellschaftliche Zwänge, die eine Mutter aber zum Zweifeln brächten. „Hört auf Ängste zu haben und andere zu verurteilen“, lautet daher ihr Appell.

Doukali hat in dem Grünen-Politiker Omid Nouripour, der selbst Vater ist, einen Unterstützer ihres Buches gefunden. „Es ist ungemein wichtig zu sensibilisieren. Es gibt so viele falsche gesellschaftliche Tabus. Es ist wichtig Kinder an das Thema heranzuführen, dass sie verstehen, dass man Unterschiede einfach hinnehmen muss, dass jeder Mensch anders ist. Nadia ist so etwas wie die Spinne im Netz der Integrationsarbeit. Sie hat eine unglaubliche Glaubwürdigkeit auch bei Leuten, die von der Politik nicht erreicht werden,“ sagt Nouripour. Er selbst beabsichtige ein Kinderbuch mit Nadia Doukali zu schreiben, „die Pläne befinden sich aber noch in den Kinderschuhen“.

Foto: Chloé Dolic, Omid Nouripour und Nadia Doukali beim Schmökern
 
8. September 2017, 17.26 Uhr
Nicole Brevoord
 
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